Auch am vierten Spieltag der Bezirksliga blieb die Mannschaft des VfB Wissen in Torlaune und kam gegen den Aufsteiger SV Türkiyemspor Ransbach-Baumbach zu einem ungefährdeten Heimsieg. Mit der bisherigen Serie klarer Siege (5:2, 6:0, 6:2, 7:1) baute der VfB sein Konto auf beeindruckende 24:5 Tore aus. Highlight des Tages war das Comeback von Steven Winzenburg, der erstmals nach seiner elfmonatigen Verletzungspause wieder mitwirkte und nach seiner Einwechslung fast sofort getroffen hätte. 

In seiner Saisonvorschau hatte VfB-Trainer Dirk Hannappel geschrieben: „Die Zuschauer sollen Spaß bei uns haben. Sie müssen Angst haben, sich eine Bratwurst zu holen, weil sie dann auf dem Platz etwas verpassen.“ Wie schon bei den jüngsten Siegen in Burgschwalbach und in Weitefeld galt das auch am Samstag gegen Ransbach-Baumbach, denn erneut gelang dem VfB ein fulminanter Frühstart mit schnellen Toren. Schon nach 18 Minuten führte die blau-weiße Elf mit 3:1.
Von Anfang an stand das Gästetor unter Dauerdruck.
Philipp Weber verwandelt den Handelfmeter zum 1:0.
Den Auftakt machte bereits nach fünf Minuten ein von Philipp Weber verwandelter Handelfmeter. Zwar konnten die Gäste durch einen berechtigten Foulelfmeter kurz darauf zum 1:1 (7.) ausgleichen, doch Til Cordes brachte seine Mannschaft in der 10.Minute wieder in Front (Foto ganz oben). Lukas Becher erhöhte nach toller Vorarbeit von Philipp Weber noch in der Anfangsphase auf 3:1 (18.). Dabei blieb es in einer weiterhin einseitigen Partie bis in die Nachspielzeit der ersten Halbzeit, ehe der dritte Strafstoß des Spiels noch vor dem Seitenwechsel die Vorentscheidung brachte.
Jubel nach dem 3:1 mit Torschütze Lukas Becher und Passgeber Philipp Weber.
Gästekeeper Dogancan Karasu hatte einen Schuss von Jannik Krämer noch glänzend abwehren können, hielt den nachsetzenden Schützen aber am Fuß fest und verhinderte so ein sicheres Tor. Schiedsrichter Paul Schnatz entschied auf Foulelfmeter und stellte Karasu vom Platz. Der Elfmeter war völlig unstrittig, doch empfanden die Gäste die Rote Karte als zu harte Bestrafung, die sie für die restlichen 45 Minuten in Unterzahl brachte. Philipp Weber ließ sich durch die längeren Diskussionen auf dem Platz nicht beeindrucken und vollstreckte zum 4:1-Pausenstand.
Diese Chance von Jannik Krämer ging dem 4:1 voraus.
Philipp Weber trat erneut an und traf – diesmal ins rechte Eck.
Der eingewechselte Ersatztorwart Andi Tepavac hatte schon direkt nach Wiederbeginn gegen die frei vor ihm auftauchenden Til Cordes (46.) und Lukas Becher (48.) Gelegenheit, sich auszuzeichnen. Er verhinderte in der restlichen Spielzeit mit zahlreichen starken Paraden eine noch deutlich höhere Niederlage seines Teams. Machtlos war er allerdings bei den Toren von Til Cordes zum 5:1 (54.) und von Hüseyin Samurkas zum 6:1 (58.). Zu diesem Zeitpunkt zeichnete sich ein Debakel für den SV ab, doch es fiel schließlich nur noch ein weiterer Treffer durch Hüseyin Samurkas zum 7:1 (79.).
Felix Arndt (links) schied schon nach 22 Minuten verletzt aus.
Für ihn kam der 17-jährige Jerome Neuhoff.
Der Aufsteiger, der in der gesamten zweiten Halbzeit nur einmal aufs Wissener Tor schoss, erwies sich als fairer Verlierer. Nach der vierten Niederlage im vierten Spiel ziert der SV Türkiyemspor gemeinsam mit der SG Müschenbach ohne Punktgewinn das Ende der Bezirksliga-Tabelle, während der VfB unabhängig von den Ergebnisse der Sonntags-Spiele mit der optimalen Ausbeute von 12 Punkten weiter den Platz an der Sonne belegen dürfte. Diese Ausgangsbasis gilt es nun zu verteidigen, wenn an den kommenden Spieltagen mutmaßlich stärkere Gegner warten.
Jakov Jancek.
Mustafa Tuysuz.
Trainer Dirk Hannappels Fazit: „Ich glaube, wir können nach den ersten sechs Pflichtspielen jetzt mit gutem Gewissen sagen, dass wir eine sehr starke Mannschaft haben. Trotzdem sind wir gemessen am Potenzial der Truppe sicher noch nicht am Limit. In der ersten Halbzeit hat mir zwar unser Defensivverhalten nicht gefallen, aber es wäre Unsinn, nach einem solchen 7:1-Sieg noch nach negativen Krümeln zu suchen. Ich habe die Jungs zu den bisherigen Leistungen einfach nur beglückwünscht.“
Lukas Becher hat abgezogen.
Felix Arndt (links) und Hüseyin Samurkas (rechts).
„Man kann als Trainer alles kaputtanalysieren, aber das mache ich sicher nicht. Man muss der ganzen Mannschaft einfach auch mal Anerkennung zollen. Wir müssen nach den Verletzungen von Julian, Leandro und jetzt Felix allerdings auf drei absolute Leistungsträger verzichten. Wir wissen, dass der Kader in seiner Größe nicht üppig ist, aber er ist saugut. Bis die drei wieder da sind, sollte jetzt in den nächsten Wochen aber nicht mehr allzu viel passieren, deshalb haben wir auch Til Cordes zur Schonung ausgewechselt.“
Doppeltorschütze Til Cordes (rechts). im Hintergrund Philipp Weber.
Jannik Weber gegen Gästespieler Karatekin Eray.
Der Coach wagte auch einen Ausblick auf die kommenden Aufgaben: „Im September spielen wir gegen die Mannschaften, die in der letzten Bezirksliga-Saison die Plätze 3 bis 6 belegt haben. Da wird es vielleicht weniger Chancen geben und wir werden unsere Gelegenheiten besser nutzen müssen als in den letzten Spielen. Aber heute gibt es keinen Grund zur Kritik und die Mannschaft hat ein dickes Lob für die sieben Tore verdient. Wir sind nicht arrogant und spielen guten Fußball.“
Jannik Krämer am Ball.
Die VfB-Aufstellung gegen Ransbach-Baumbach: Lukas Litschel, Tim Leidig (71. Steven Winzenburg), Tom Zehler (63. Marius Wagner), Hüseyin Samurka, Mustafa Tuysuz, Philipp Weber, Jannik Krämer, Felix Arndt (22. Jerome Neuhoff), Jakov Jancek, Lukas Becher und Til Cordes (63. Paul Christian). Schiedsrichter: Paul Schnatz vom SC Birlenbach. Zuschauer: 175.
Das Bild des Tages.