Auch das sechste Heimspiel der Saison 2025/26 konnte die 1.Mannschaft des VfB Wissen siegreich beenden, stieß dabei gegen die SG Weitefeld aber auf deutlich mehr Widerstand als bei den vorangegangenen Erfolgen. Die Gäste machten dem VfB vor allem in der ersten Halbzeit mit frühem Anlaufen das Leben schwer, hatten nach maximalem läuferischen Einsatz im ersten Abschnitt aber am Ende trotz zweifacher Überzahl nichts mehr zuzusetzen und gingen mit 3:2 geschlagen vom Feld. Ertugrul Tuysuz und höchst umstritten auch Julian Wienold wurden von Schiedsrichter Alexander Müller vorzeitig zum Duschen geschickt.
430 Zuschauer waren zum Spitzenspiel gegen Weitefeld gekommen.
Beide Mannschaften mussten auf einige Spieler verzichten, wobei sich auf Wissener Seite durch das Fehlen von Tom Pirsljin, Tom Zehler, Steven Winzenburg, Philipp Weber und Lukas Becher vor allem die Reihen in der Defensive gelichtet hatten. Noch vor der Halbzeit fiel dann auch noch Paul Christian wegen Verletzung aus. Dem Unterhaltungswert des insgesamt fairen Spiels taten die Ausfälle keinen Abbruch, und auch die Kulisse von 430 Zuschauern bildete den gewohnt guten Rahmen für das kreisinterne Duell.
So fiel der 1:1-Ausgleich durch einen Kopfball von Jannik Krämer.
Die Weitefelder haben nun vier ihrer letzten fünf Spiele verloren, bewiesen im Dr.Grosse-Siegstadion aber dennoch, dass die fünf Siege zu Saisonbeginn kein Zufall waren. Die frühe Führung durch Sven Heinrichs nach 13 Minuten war das Ergebnis einer starken Anfangsphase der SG. Den relativ schnellen Ausgleich erzielte Jannik Krämer per Kopf nach einer Ecke von Jakov Jancek. Felix Arndt brachte den VfB kurz vor der Pause in Front, als er sein tolles Solo am Strafraum mit einem Schuss ins linke Eck zum 2:1 (44.) abschloss.
Dieser Schuß von Felix Arndt landete zum 2:1-Pausenstand im Weitefelder Tor.
Hüseyin Samurkas feiert den Torschützen.
Angesichts des Spielverlaufs war die Wissener Führung bis dahin eher glücklich, doch das Bild sollte sich nach Wiederanpfiff deutlich ändern. Schon in der 50.Minute erhöhte der aufgerückte Tim Leidig nach einer Freistoßflanke mit einem noch leicht abgefälschten Flachschuss aus acht Metern auf 3:1. Kurz darauf hätte der steil geschickte Til Cordes alleine vor Keeper Fynn Liedtke für die Vorentscheidung sorgen können, setzte den Ball aber knapp am langen Pfosten vorbei.
Das 3:1: Tim Leidig schießt, der Ball schlägt im Netz ein, Jannik Krämer jubelt.
So blieb es spannend, zumal der VfB durch die gelb-rote Karte von Ertugrul Tuysuz in Unterzahl geriet und dann 13 Minuten vor dem Abpfiff auch noch Julian Wienold durch Platzverweis verlor. Weitefelds Trainer Stefan Häßler hatte beste Sicht auf die fragliche Szene und ordnete sie fair so ein: „Das ist keine rote Karte, das war ein normaler Zweikampf und Jule reißt sich los. Ich hoffe, dass er jetzt nicht lange gesperrt wird.“ Die verbleibenden 9 Akteure in Blau-Weiß schafften es bis zur 94.Minute, einen Gegentreffer zu vermeiden. Das 3:2-Anschlußtor durch Felix Hellinghausen fiel zu spät, um noch die Wende zu bringen.
Paul Christian (vom Ball verdeckt) schied schon früh wegen Verletzung aus.
Trainer Dirk Hannappel zum Spiel: „Ich freue mich sehr, dass wir gewonnen haben, denn es war deutlich enger als im Pokal vor einigen Wochen. Am Anfang waren wir nicht richtig drin, auch weil uns der Gegner genau analysiert hatte. In doppelter Unterzahl war es am Ende wirklich schwer, trotzdem hat es zum Sieg gereicht, weil alle eine tolle Moral gezeigt haben. Angesichts der 2.Halbzeit, wo wir kaum noch etwas zugelassen haben, war der Sieg auch verdient.“
Jakov Jancek (links) und Leandro Fünfsinn warten auf den Flankenball.
„Ich bin rundum zufrieden, heute vielleicht weniger wegen der Schönheit unseres Spiels oder der Überlegenheit, sondern wegen des unbedingten Willens, das Ding zu gewinnen. Der erste Teil der Wiedergutmachung für die klare Niederlage in Asbach ist gelungen, jetzt geht es am Mittwoch weiter im Pokal und dann nach Westerburg. Es kann im Laufe der Saison noch viel passieren, deshalb sind die kommenden Wochen wichtig, werden aber die Meisterschaft noch nicht entscheiden.“
Für Julian Wienold war nach einem fragwürdigen Platzverweis die Partie vorzeitig beendet.
Gästecoach Stefan Häßler hatte die 90 Minuten so gesehen: „Wir haben dem Primus Paroli geboten und unser Plan ist in der ersten halben Stunde richtig gut aufgegangen. Vielleicht hätten wir den einen oder anderen Konter noch besser ausspielen müssen. Das 1:1 kriegen wir aus dem Nichts, danach hat Wissen wieder mehr Selbstverständnis gewonnen. Die Gegentore fielen viel zu einfach, da haben wir Lehrgeld bezahlt. Aber auch nach den beiden Gegentoren zum 3:1 haben wir uns nie aufgegeben.“
Hüseyin Samurkas gegen Weitefelds Maris Stephan.
„In der Schlußphase waren wir in Überzahl, mussten aber auch dem hohen Tempo aus den ersten 30 Minuten Tribut zollen. Deshalb sind nachher auch die Lücken etwas größer geworden und Wissen hat es mit seiner individuellen Klasse gut ausgespielt. Der Wissener Sieg ist nicht unverdient, aber wir hätten hier heute einen Punkt holen können. Letztlich haben wir ein gutes Spiel gemacht und stehen trotzdem wir wieder mit leeren Händen da.“
Abwehrarbeit von Jerome Neuhoff (links) und Hüseyin Samurkas gegen Gästestürmer Sam Dustin Bimber.
Die VfB-Aufstellung gegen die SG Weitefeld: Lukas Litschel, Tim Leidig, Paul Christian (40. Ertugrul Tuysuz), Jerome Neuhoff, Hüseyin Samurkas, Julian Wienold, Jannik Krämer, Jakov Jancek, Felix Arndt (90. Felix Arndt), Til Cordes (85. Mustafa Tuysuz) und Leandro Fünfsinn (78. Luca Lutz). Schiedsrichter: Alexander Müller. Zuschauer: 430.
Felix Arndt.
© Fotos: PS