Schwache Leistung, spätes Gegentor: Der VfB verliert 0:1 gegen TuS Kirchberg

Nach vier Spielen ohne Niederlage musste die 1.Mannschaft des VfB Wissen im Heimspiel gegen den TuS Kirchberg wieder eine Schlappe einstecken. Das 0:1 nach 90 ausgesprochen unansehnlichen Minuten war das Ergebnis einer schwachen Leistung. Die Gäste zeigten zumindest in der zweiten Hälfte mehr Engagement und nahmen durch ihr spätes Siegtor nicht unverdient alle drei Punkte mit. Wenn in dieser Partie vor gut 200 Zuschauern überhaupt eine Mannschaft des Sieg verdient hatte, dann die Kirchberger.

Sofern man etwas Positives zum Spiel sagen möchte, kann man immerhin den Auftritt von Referee Alexander Mürtz erwähnen, der gemeinsam mit seinen Assistenten Jonas Braun und Sven Kraywinkel die faire Partie gewohnt sicher und souverän über die Runden brachte und mit je zwei gelben Karten für beide Teams auskam.

Das bescheidene Niveau des Spiels zeichnete sich in den ersten Minuten noch nicht ab, denn der VfB hatte gleich zu Beginn einige vielversprechende Offensivaktionen. Die Schüsse von Steven Winzenburg und Felix Arndt von der Strafraumgrenze verfehlten ihr Ziel aber knapp, auch die ersten drei Ecken blieben ohne Ertrag. Gleich zweimal verpasste der aus dem Tor geeilte Gästekeeper bei seinen Klärungsversuchen an der Strafraumgrenze den Ball, hatte aber Glück, dass die VfB-Angreifer kein Kapital aus diesen unverhofften Chancen ziehen konnten.

Die Partie begann aus Wissener Sicht offensiv und vielversprechend.

Dass die ersten zwanzig Minuten die stärkste VfB-Phase des Spiels bleiben sollten, hätte sicher kaum jemand geahnt. Mit zunehmender Spieldauer aber wurden die Wissener Angriffsbemühungen immer harmloser und die Kirchberger Abwehr hatte keine Probleme, den Kasten sauber zu halten. Dabei sollte es bis zum Abpfiff bleiben. So verging die zerfahrene, von vielen Ballverlusten und Fehlpässen auf beiden Seiten gekennzeichnete erste Halbzeit auf dem Rasenplatz im Dr.Grosse-Siegstadion weitgehend chancen- und ereignislos.

Schußversuch von Steven Winzenburg.

Trainer Dirk Spornhauer zum ersten Abschnitt: „Man hat am Anfang die Verunsicherung der Kirchberger schon gemerkt. Es wäre mehr möglich gewesen, wenn wir da die Angriffe besser ausgespielt hätten und mehr nachgegangen wären. Der Torwart sah in die tiefstehende Sonne und hatte seine Probleme beim Herauslaufen, aber wir haben einfach nichts daraus gemacht, weil die letzte Konsequenz gefehlt hat.“

Wer auf Besserung nach dem Abpfiff gehofft hatte, wurde enttäuscht. Weiterhin hatte man zunächst nicht den Eindruck, dass eines der beiden Teams einem Torerfolg nahe käme. Nach rund einer Stunde erspielten sich die Gäste, die als Tabellenvorletzter dingend auf Punkte angewiesen waren, ein Übergewicht. Sie waren nun im Mittelfeld deutlich präsenter und kamen gegen die nicht immer sattelfeste Wissener Defensive auch zu einigen Chancen.

Die Kirchberger hatten die Lufthoheit im eigenen Strafraum.

Den entscheidenden Unterschied machte in dieser Phase der Kirchberger Mannschaftskapitän Florian Daum, über den fast alle TuS-Angriffe liefen. Zweimal konnte der VfB den Rückstand noch vermeiden: Zunächst fischte Lukas Litschel einen Schuss aus kurzer Distanz mit einer Glanzparade aus der linken unteren Ecke. Dann streifte ein Kopfball nach einer der zahlreichen Kirchberger Ecken die Latte des Wissener Tores.

Lukas Becher (Nr.8) und Philipp Weber im Duell mit Kirchbergs Florian Daum.

Dass die Mannschaft als Sieger das Feld verlassen würde, die das erste Tor erzielt, war angesichts des Spielverlaufs schon früh klar. Und nach 81 Minuten war es dann auch soweit. Florian Daum setzte nach einem Dribbling am linken Flügel einen Ball aus fast unmöglichem Winkel zum 0:1 ins Netz. Der Rest war Wissener Anrennen, aber auch in der verbleibenden Zeit lag der Ausgleich trotz Powerplay kein einziges Mal in der Luft, obwohl sich am Ende auch noch Torwart Lukas Litschel in den Strafraum der Gäste begab.

Kein Durchkommen für Max Krauß.

Trainer Dirk Spornhauer war bedient: „Heute hat uns jede Giftigkeit nach vorne gefehlt und die letzten Pässe kamen überhaupt nicht oder waren viel zu scharf gespielt. Das war ein völlig ideenloser Auftritt ohne Zusammenspiel. Man konnte in der zweiten Halbzeit fast vorhersagen, dass es schiefgeht. Wir haben teilweise darum gebettelt, dass wir das 0:1 kassieren. Der Sieg für Kirchberg war deshalb verdient, sie haben einfach mehr Willen gezeigt.“

Hereingabe von Luca Kirschbaum.

„Das hatte heute nichts mit der starken Leistung gegen Andernach zu tun. Ich kann das nicht erklären, und auch nicht damit, dass Til Cordes gefehlt hat. Die Einwechslungen haben keine Impulse mehr gesetzt, da hatte ich mir deutlich mehr erwartet. Aber das war zu wenig von der gesamten Mannschaft und ich ärgere mich maßlos, dass wir wie schon gegen Schneifel wieder gegen eine Mannschaft, die unten drin steht, so aufgetreten sind.“

Steven Winzenburg schied, von Krämpfen geplagt, nach knapp 70 Minuten aus.

Durch die jüngste Niederlage ist die VfB-Bilanz mit je vier Siegen und Niederlagen bei zwei Unentschieden wieder ausgeglichen. Nun geht es am kommenden Samstag zum Oberliga-Absteiger FC Bitburg, der mit bisher neun Punkten sehr mäßig in die Saison gestartet ist. Eine Woche später kommt dann der ambitionierte SV Rot-Weiß Wittlich ins Dr.Grosse-Siegstadion, der den Aufstieg in die Oberliga anstrebt und diesem Anspruch als Tabellenführer bislang auch vollauf gerecht wird. Vielleicht bringen die offensivstarken Wittlicher diesmal auch in Sachen Fairness ein paar Mindeststandards mit.

Mirkan Kasikci (Nr.5) und Felix Arndt bei einem der zahllosen Zweikämpfe im Mittelfeld.

Die VfB-Aufstellung gegen Kirchberg: Lukas Litschel, Paul Christian, Mirkan Kasikci (82. Aimen Aslan, Tom Pirsljin, Tom Zehler (63. Hüseyin Samurkas), Max Krauß, Philipp Weber, Lukas Becher, Steven Winzenburg (68. Justin Kirschbaum), Felix Arndt, Luca Kirschbaum. Zuschauer: 205.