19 Spieltage und damit 170 von 306 Partien hat die Rheinlandliga bis zur Winterpause absolviert. Dabei gab es an der Tabellenspitze keine Überraschung, denn dass die SG Mülheim-Kärlich den Platz an der Sonne belegt und dabei von der SG Hochwald, dem SV Rot-Weiß Wittlich und Cosmos Koblenz verfolgt wird, war durchaus erwartbar. Das gilt nicht für das Abschneiden des ambitonierten BC Ahrweiler. Der Wochenend-Gegner des VfB Wissen kam nie in die Nähe der Top-Teams und hat nun die erneute lange Sperre seines Top-Torjägers Almir Porca zu verkraften.
Beim Hinspiel gegen Ahrweiler im August 2024 hatte der VfB (hier Felix Arndt) ausreichend Chancen für den Heimsieg.
Auch Oberliga-Absteiger FC Bitburg schnitt enttäuschend ab und belegt Rang 11. Das nur ein Jahr währende Abenteuer Oberliga hat die Eifelaner laut offizieller Angabe immerhin 214.000 € gekostet und offenbar nicht nur in der Vereinskasse, sondern auch sportlich Spuren hinterlassen. Die Mehrzahl der vier im Sommer aus der Bezirksliga gekommenen Aufsteiger tut sich wie in den Vorjahren sehr schwer. Die SG Westerburg ist Vorletzter und verlor in der Winterpause ihren zurückgetretenen Trainer Oliver Meuer. Auch der VfB Linz, dem sich Anfang des Jahres die bisher in Wissen aktven Kirschbaum-Brüder anschlossen, rangiert nur knapp über den Abstiegsrängen. Der TuS Mosella Schweich, der in der vergangenen Saison mit 25 Punkten Vorsprung und 145 geschossenen Toren die Bezirksliga West dominierte, liegt ebenfalls nur hauchdünn davor. Dass die Aufsteiger mit den arrivierten Rheinlandligisten TuS Kirchberg und SG Schneifel um den Klassenerhalt kämpfen, hätte man aber kaum vermutet.
Lukas Becher und Til Cordes (im Hintergrund) beim Hinspiel gegen Ahrweiler.
Und der VfB ? Mehr Mittelfeld geht nicht, auch wenn Platz 9 und die Bilanz von 9 Siegen, 2 Unentschieden und 8 Niederlagen erst mit den Erfolgen im November und Dezember abgesichert wurde. Der Abstand zum ersten potenziellen Aufstiegsrang 2 beträgt ebenso zehn Punkte wie der zu den mutmaßlich vier Abstiegsplätzen. Allerdings sind weitere Siege Pflicht, denn auch in diesem Jahr dürften wie in den vergangenen Spielzeiten wieder um die 40 Punkte für den Erhalt der Rheinlandliga nötig sein. Umso wichtiger war es, dass die letzten vier Heimspiele vor der Winterpause ohne Ausnahme gewonnen wurden, drei davon auf dem Hartplatz.
Paul Christian (rechts) wird am Wochenende fehlen.
Auswärts hingegen gab es nur wenig zu holen und es setzte, abgesehen vom 2:0-Sieg beim Tabellenletzten Malberg, einige sehr empfindliche Pleiten in Serie. Apropos Malberg: Gegen den Lokalrivalen gab es auch mit 520 Fans am ersten Spieltag die beste Kulisse der Saison, die mit dafür sorgte, dass der VfB in der Zuschauertabelle mit einem Schnitt von 203 den 8.Platz belegt. In diesem Ranking steht traditionell die SG Hochwald vorne, die pro Spiel fast genau 100 Interessierte mehr anzog. Letzter ist Cosmos Koblenz.
Til Cordes und Tom Zehler bei der Abwehrarbeit.
Sein Auftakt-Pflichtspiel im Kalenderjahr 2025 bestreitet der VfB am Samstag um 17:30 Uhr beim BC Ahrweiler. Im Hinspiel verpasste die Mannschaft von Trainer Dirk Spornhauer den Heimsieg durch das Auslassen bester Gelegenheiten nach der Halbzeit, um dann in der Nachspielzeit durch einen Kopfball des aktuell für acht Spiele gesperrten Torjägers Almir Porca bitter bestraft zu werden. Der Trainer, der am Samstag mit Tom Pirsljin und Paul Christian auf Stammkräfte in der Abwehrkette verzichten muss, setzt beim Auftritt an der Ahr auf vollen Einsatz und Leidenschaft: „Nur so können wir es schaffen, den Qualitätsvorteil, den Ahrweiler ohne Frage hat, wettzumachen.“
Philipp Weber.
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