Emre Bayram kam 2018 zum VfB Wissen und schaffte mit seiner Mannschaft gleich in der ersten Saison souverän die lang ersehnte Rückkehr in die Rheinlandliga, wo er sechs Jahre lang zur Stammbesetzung im VfB-Mittelfeld zählte. Im vergangenen Sommer übernahm Emre dann als Spielertrainer die Verantwortung für die gerade in die Kreisliga A Westerwald / Sieg aufgestiegene Mannschaft. Auch hier stand er für Erfolg, sodass der Verein froh ist, dass die Zusammenarbeit in der kommenden Saison weitergeht. Am kommenden Wochenende steht nun der erste Spieltag nach der Winterpause an. Grund genug also, mit Emre über seine Erfahrungen zu sprechen.
Du bist schon seit fast knapp sieben Jahren beim VfB und gehörst damit fast schon zum Inventar. Trotzdem brachte die laufende Saison etwas komplett Neues. Wie bist Du die neue Aufgabe angegangen ?
Ich hatte ehrlich gesagt vor der Saison große Bedenken, wie ich die Rolle des Trainers ausfüllen werde und ob ich von der Mannschaft gut angenommen werde, den nötigen Respekt bekomme und der Aufgabe generell gewachsen bin. Das galt umso mehr, weil ich mit einigen der Spieler selbst zusammengespielt habe und auch, weil ich nicht der Älteste im Team bin. Es ist nicht alltäglich, dass der Spielertrainer ältere Spieler trainiert. Am Anfang war das eine echte Herausforderung. Ich habe mich in der Saisonvorbereitung bewusst ein bisschen als Spieler herausgenommen, damit ich möglichst schnell in der neuen Rolle bin und mir die wichtigen Kompetenzen aneignen kann. Darüber hatte mir schon Gedanken gemacht.

Und wie hat es sich dann entwickelt ?
Die ganze Mannschaft hat mir vom ersten Tag an ein gutes Gefühl gegeben. Sie haben mir gezeigt, dass sie mich wirklich herzlich aufnehmen und mir Respekt erweisen. Mir hat das sehr geholfen, in die richtige Spur zu finden und in die neue Trainerrolle zu wechseln. Die Hinrunde war deshalb eine erkenntnisreiche Zeit für mich. Dafür bin ich sehr dankbar. Besser hätte es für mich nicht laufen können. Ich habe sehr viel Unterstützung von meinem Co-Trainer Mario, der mir sehr viel organisatorische Arbeit abnimmt. Aber auch der Austausch mit Mario zu Taktik und Spielsystem ist extrem wichtig. Dadurch kann ich als Cheftrainer agieren. Aber auch die wertvolle Arbeit von Uwe Schmidt und Valentin Weller im Umfeld der Mannschaft darf man nicht vergessen.
Erfahrung pur: Rechts Emre Bayram, hinten Co-Trainer Mario Weitershagen.
Ihr habt von Beginn an vorne mitgespielt. Wie sieht Dein Fazit der Hinrunde aus ?
Ich bin mit der aktuellen Situation mehr als zufrieden. Rückblickend auf die Hinrunde können wir stolz auf uns sein. Wir belegen als Aufsteiger den vierten Tabellenplatz in der Kreisliga A und haben etliche sehr gute Spiele gemacht. Die Mannschaft hat sich fußballerisch gut entwickelt. Wir probieren im Training sehr vieles aus und variieren im Spiel auch schon mal das System. Die Jungs hören aufmerksam zu und durch die Kaderbreite habe ich viele Möglichkeiten, auch mal zu rotieren und einzelnen Spielern eine Pause zu gönnen. Die Größe des Kaders erlaubt es auch, zum Beispiel bei muskulären Problemen Risiken zu vermeiden.
Hattest Du mit diesem guten Abschneiden gerechnet ?
Die Mannschaft hat meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Ich bin sehr froh über das, was wir als Mannschaft geleistet haben. Jeder einzelne Spieler hat seine Leistung gebracht und seinen Teil dazu beigetragen, fußballerisch erfolgreich zu sein. Vor allem sind wir als Team richtig zusammengewachsen, und das spiegelt sich auch auf dem Spielfeld wieder. Wir haben es genau deshalb geschafft, ein paar Fifty-Fifty-Spiele für uns zu entscheiden und uns das Spielglück zu erarbeiten. Wir haben, was in seiner Bedeutung nicht unterschätzt werden darf, viel Teamspirit und Leidenschaft auf den Platz gebracht, das hat die Mannschaft neben den spielerischen Qualitäten ausgezeichnet.

Was sind Deine Erwartungen für den Rest der Saison ?
Wir haben eine tolle Ausgangslage für die Rückrunde geschaffen und wollen da weitermachen, wo wir vor der Winterpause aufgehört haben. Das klare Ziel ist, uns fußballerisch auf und neben dem Platz weiterzuentwickeln, gleichzeitig aber auch die bisherige Mentalität und Leidenschaft zu bewahren. Bald geht es wieder los und ich freue mich riesig auf die bevorstehende Zeit. Gleich die ersten Spiele der Rückrunde sind richtungsweisend, weil es gegen Mannschaften geht, die das Potenzial für den Aufstieg haben. Wir haben die Qualität, auch weiterhin in der Liga oben mitzumischen. Mit den Leistungen in der Hinrunde haben wir uns den Respekt der Konkurrenten erarbeitet.
Und in der kommenden Runde geht es gemeinsam weiter …
Ich fühle mich in der Mannschaft sehr wohl. Ich bin sehr froh, meine erste Station als Spielertrainer mit diesem Team zu haben und bin deshalb auch in der nächsten Saison dabei.
