Emre Bayram, der Spielertrainer der 2.Mannschaft des VfB Wissen, hatte in der Vorschau auf das Spiel trotz der negativen Ergebnisse von einer „insgesamt guten Vorbereitung“ seiner Mannschaft gesprochen. Das erste Punktspiel der Kreisliga A nach der Winterpause bestätigte seinen Eindruck, denn der VfB II setzte sich am Sonntag beim Tabellennachbarn und bisherigen Dritten in Rennerod verdient, wenn auch erst durch ein Tor in letzter Sekunde mit 2:1 durch.
Dennis Schumacher und Tom Louis Siegel vor dem Anstoß.
Der Dreier brachte nicht nur einen perfekten Start in die Restsaison, sondern auch die Verbesserung auf den zweiten Tabellenplatz, der am Ende zur Teilnahme an Aufstiegsspielen berechtigen würde. Spitzenreiter Herschbach und Verfolger Guckheim, die beiden direkten Konkurrenten von der Tabellenspitze, trennten sich am Wochenende 3:3 und sind in drei bzw. zwei Wochen Gegner des VfB. Es bleibt also spannend.
In diesen beiden Szenen gelang Micha Fuchs noch kein Tor, doch am Ende wurde er zum Matchwinner.
Das äußerst ansehnliche Spiel bei der SG Rennerod fand auf einer geradezu vorbildlichen Anlage statt, die in dieser Liga Ihresgleichen suchen dürfte. Der neue Kunstrasenplatz kam den beiden spielerisch starken Mannschaften entgegen und die Gastgeber bewiesen, dass ihre bisherige Platzierung kein Zufall ist. Beim VfB fehlten einige Stammkräfte, allerdings profitierte man enorm vom Einsatz der Flügelspieler Micha Fuchs und Til Cordes aus dem Rheinlandliga-Kader.
Kein Durchkommen für Dennis Ferfort.
Die Partie hätte aus Wissener Sicht schlechter nicht anfangen können, denn gleich vom Anpfiff weg führte der erste lange Ball der Renneroder nach nicht einmal 20 Sekunden zum 1:0. Den ersten Schussversuch konnte der von seiner Abwehr völlig im Stich gelassene Dennis Schumacher noch abwehren, doch der Nachschuss landete als Bogenlampe im Netz. Zum Glück fand Micha Fuchs schon nach 9 Minuten die passende Antwort und sorgte mit einem Schrägschuss ins kurze Eck schnell für den Ausgleich.
Simon Ebach (links).
Danach erspielte sich der VfB zwar eine deutliche optische Überlegenheit, doch Rennerod war in einem schnellen Spiel mit seinen Kontern über die linke Seite torgefährlicher. Zweimal war bis zur Pause das 2:1 möglich, doch in der ersten Szene setzte ein SG-Stürmer den Ball freistehend aus kurzer Distanz über das Tor und beim zweiten Mal parierte Dennis Schumacher glänzend. Auf der Gegenseite wurde es erst nach 44 Minuten wieder gefährlich, als der von Til Cordes freigespielte Micha Fuchs aus fünf Metern scheiterte.
Til Cordes war für die VfB-Offensive eine enorme Verstärkung.
Nach dem Wiederanpfiff änderte sich der Charakter des Spiels insofern, dass die größeren Wissener Spielanteile nun auch viele gute Chancen brachten. Der bärenstarke Keeper Joel Quast, neben Angreifer Nick Loewen bester Spieler der SG, bewahrte sein Team nun mehrfach vor dem Rückstand. Weiterhin aber wackelte die VfB-Abwehr, und erneut wäre bei zwei Renneroder Top-Chancen das 2:1 möglich gewesen. Einmal musste sogar der Pfosten retten, und in den bevorstehenden Spitzenspielen sollte man sich nicht darauf verlassen, dass die Unsicherheiten immer folgenlos bleiben.
Calli Freudenberg in Aktion.
Dann erwies Yannick Heene seiner Mannschaft einen Bärendienst. Bereits wegen Meckerns vor der Pause verwarnt, leistete er sich zwei weitere gelbwürdige Aktionen, bei denen Schiedsrichter Ingo Theis zum Unwillen des Wissener Lagers maximale Großzügigkeit walten ließ. Am Ende gelang es Heene tatsächlich, die gelb-rote Karte zu vermeiden, weil er nach genau einer Stunde wegen einer klassischen Notbremse gegen den durchgebrochenen Til Cordes glatt Rot sah. In Unterzahl ging es den nun extrem tief stehenden Rennerodern dann nur noch um die Rettung des einen Punktes, was sie durch ausgiebiges Zeitspiel zeigten.
Rennerods Torwart Joel Quast zeigte eine starke Leistung – aber am Ende war er machtlos.
Der Wissener Druck nahm immer mehr zu, die Gefahr durch Konter blieb aber bis zum Schluß. In den letzten 15 Minuten reihten sich dann die VfB-Gelegenheiten zum Siegtor fast im Minutentakt aneinander, doch weder Dennis Ferfort noch Til Cordes, Micha Fuchs, Simon Ebach oder Max Ebach setzten den Lucky Punch. Schließlich dauerte es bis in die vierte Minute der Nachspielzeit, ehe das erlösende 1:2 fiel. Til Cordes setzte sich über links Richtung Grundlinie durch und schlug den Ball scharf und flach vor das Tor. Am langen Pfosten stand Micha Fuchs goldrichtig und drückte das Leder über die Linie. Zum Dank wurde er von den Kameraden in den Boden planiert (vgl. Fotos unten).
Die VfB-Aufstellung in Rennerod: Dennis Schumacher, Dennis Ferfort, Tom Louis Siegel (46. Lorenz Klein), Mario Weitershagen, Simon Ebach, Jona Heck (72. Sebastian Girresser), Emre Bayram, Pascal Freudenberg, Til Cordes, Micha Fuchs, Max Ebach. Schiedsrichter: Ingo Theis.
Gut gemacht !
Am kommenden Wochenende wartet mit dem Gastspiel der akut abstiegsgefährdeten SG Herdorf in Wissen die nächste Aufgabe. Die Herdorfer unterlagen am Wochenende der SG Bruchertseifen nur knapp mit 2:3. Allein der Ausgang des Spiels gegen Schönstein sollte dem VfB-Team Warnung genug sein, wenn es vor den Top-Duellen gegen Guckheim und Herschbach keinen unerwarteten Punktverlust geben soll.
© Fotos: PS. Bilder in der nachstehenden Galerie zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken.









