VfB II: Ein Sieg gegen Windhagen bringt am Mittwoch den Bezirksliga-Aufstieg

Mit einem 1:1-Unentschieden beim TuS Niederahr startete die zweite Mannschaft des VfB Wissen in die 3er-Runde um den Aufstieg in die Bezirksliga Ost. Angesichts der personellen Voraussetzungen am Samstag ist das in letzter Sekunde gesicherte Remis aller Ehren wert, zumal es für das ausstehende Spiel gegen den SV Windhagen alle Aufstiegschancen bewahrt. Allerdings ist dann ein Sieg notwendig , denn nur der Gruppensieg sichert den Sprung in die Bezirksliga.

Durch die Ergebnisse der diversen Relegationsrunden am Samstag ist allerhand Klarheit entstanden: Die SG Mülheim-Kärlich scheiterte zum zweiten Mal in Folge in der Aufstiegsrunde zur Oberliga, auch die SG Betzdorf musste sich nach zwei klaren Niederlagen vom Rheinlandliga-Traum verabschieden. Damit geht es für die neun Teams in der Bezirksliga-Relegation um vier freie Plätze, und nur der beste Tabellenzweite der drei Dreiergruppen geht hoch.Hier ist klar, dass der zweite Platz, den der VfB II bei einem Remis gegen Windhagen mit dann zwei Punkten belegen würde, nicht reicht. Denn: In der Westgruppe gewannen der SV Mehring und die SG Reinsfeld jeweils ihre ersten Partien, haben damit drei Punkte auf dem Konto und treffen am Mittwoch direkt aufeinander. Mit einem Remis in diesem Spiel wären beide definitiv durch. Unsere Mannschaft braucht also zu dem einen Punkt aus Niederahr unbedingt drei weitere hinzu.Die Top-Chance von Simon Ebach kurz nach dem Anpfiff …

Nach so viel Statistik folgt der Sport. Mit Jasper Müller, Lorenz Klein, Adrian Ueckerseifer, Dennis Ferfort, Philipp Freudenberg und Max Ebach standen dem ebenfalls nicht einsatzfähigen Spielertrainer Emre Bayram etliche Stammkräfte nicht zur Verfügung. Trotzdem erwischte seine Elf einen guten Start ins Spiel. Schon nach zwei Minuten stand der aufgerückte Simon Ebach frei vor TuS-Keeper Julian Schwickert (Foto oben), verpasste die frühe Führung aber. Auch danach schwamm die Abwehr der Gastgeber gewaltig, aber das 0:1 blieb aus.… der in den ersten 20 Minuten noch einige weitere folgten.Nach 20 starken Anfangsminuten war aus Wissener Sicht die Dominanz aber schon wieder vorbei, wozu auch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Sebastian Girresser beitrug. Vorausgegangen war ein ungeahndetes Foul an der Außenlinie vor den Augen des Linienrichters. In einer Partie auf sehr überschaubarem Niveau wurde das VfB-Spiel immer zerfahrener und die Lücken in Mittelfeld und Defensive immer größer. Der erste Warnschuss landete noch an der Latte des von Dennis Schumacher gehüteten Tores. Maik Schnell.Kurz vor der Halbzeit war es dann aber soweit: Aus einem schwach getretenen Wissener Freistoß entstand ein Konter, der Niederahr das zu diesem Zeitpunkt verdiente 1:0 (40.) brachte. Nach dem Wiederanpfiff wusste sich der VfB zu steigern, ohne zunächst aus der optischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Gute Chancen stellten sich erst ab der 60.Minute ein, dafür aber in einer Anzahl und Qualität, die eigentlich zum Ausgleich hätten führen müssen. Der TuS-Torwart wuchs in dieser Phase mit tollen Paraden über sich hinaus.

Jona Heck (hier beim Kopfball), der zehn Wochen weder spielen noch trainieren konnte, rückte durch die vielen Ausfälle in die Startelf und machte seine Sache, solange die Kräfte reichten, gut.

Dann kam die in jeder Hinsicht turbulente Schlussphase samt siebenminütiger Nachspielzeit, in der der VfB 80% Ballbesitz, die Niederahrer bei ihren Kontern gegen die weit aufgerückte Wissener Abwehr aber die besseren Chancen hatten. Nun war es an Dennis Schumacher, gegen die frei vor ihm auftauchenden Stürmer das 2:0 zu verhindern. Niederahr unterband etliche Wissener Angriffe durch Fouls, was ihnen insgesamt acht gelbe Karten einbrachte, einem Akteur gleich zwei davon.

Zweimal Lukas Deger gegen den Niederahrer Lukas Hanke.Die sofortigen Proteste („Der hat schon Gelb“) auf und neben dem Platz ließ SchiedsrichterPaul Volk nicht gelten. Nach der Partie (!) vom Referee befragt, machte der Doppel-Sünder Florian Eulberg Erinnerungslücken geltend. Da im offiziellen Spielbericht seine erste Verwarnung fehlt und es keine Video-Aufzeichnung vom Spiel gibt, dürfte ein Protest sinnlos sein. Ironie dieser Geschichte ist, dass ein Wiederholungsspiel nach den aktuellen Tabellenständen vermutlich ohnehin niemandem nutzen würde. – außer im Fall eines Wissener Unentschiedens gegen Windhagen. Julian Happ am Ball.Damit waren die Diskussionen aber noch nicht beendet. In der 95.Minute brachte Mario Weitershagen eine Flanke von rechts nach innen, die an der Strafraumgrenze (vermutlich knapp außerhalb) von einem TuS-Verteidiger mit dem nach außen gestreckten Arm abgewehrt wurde. Der Linienrichter sah keinen Anlass, seinem Referee einen Hinweis zu geben. Es dauert extrem lange, bis dem besonnenen Mario Weitershagen die Hutschnur platzt. Nun war es allerdings soweit. Konsequenz: Platzverweis wegen Beleidigung des Linienrichters.

Sebastian Girresser musste schon nach gut 20 Minuten nach einem Foul verletzungsbedingt ausscheiden.Und als Schlusspunkt gab es dann noch die kurioseste Szene der ganzen VfB-Saison: TuS-Keeper Schwickert, der mit seinen Paraden zum Held des Tages hätte werden können, leistete sich einen kompletten Aussetzer. Mit dem Ball in der Hand, und ohne dass das Spiel unterbrochen worden wäre,  ließ er sich acht Meter vor dem Tor von einem Verteidiger seelenruhig und sehr zeitintensiv die Schuhe binden. Ergebnis war regelkonform ein indirekter Freistoß für den VfB. Pascal Freudenberg legte auf für Micha Fuchs, der den Ball zum späten Ausgleich ins linke Toreck jagte.Direkt, nach dem der Ball im Netz eingeschlagen hatte, war Schluß. Zum Mittelanstoß kam es nicht mehr. Das obligatorische, aber angesichts der Tabellen-Konstellation irrelevante Elfmeterschiessen gewann der VfB, nachdem Dennis Schumacher einen Strafstoß abwehren konnte und ein weiterer am rechten Außenpfosten landete. VfB-Powerplay in der Schlußphase mit Felix Beib im Kopfballduell.

Spielertrainer Emre Bayram zum Spiel: „In der ersten Halbzeit haben wir viel zu wenig gezeigt und vielleicht sogar Glück, dass wir nur 0:1 hinten lagen. Nach der Pause haben wir versucht, es spielerisch besser zu machen und als Einheit aufzutreten. Wir waren dann auch die klar bestimmende Mannschaft. Wir hatten gute Möglichkeiten, ein oder zwei Tore zu machen, obwohl mir manchmal der letzte Wille und die Galligkeit gefehlt hat. Das 1:1 war aber auf jeden Fall verdient, weil wir gut gekämpft und bis zum Schluss an uns geglaubt haben.“

Der TuS-Torwart (hier gegen Mario Weitershagen) hielt bis zur letzten Aktion mit einer starken Leistung seinen Kasten sauber.

Sein Kommentar zur turbulenten Schlußphase: „Am Ende mussten wir alles Riskieren und hinten aufmachen, und da hat uns Schumi mit seinen Paraden am Leben gehalten. Er hat ein sehr gutes Spiel gemacht und uns auch das Elfmeterschießen gewonnen. Wir gehen in das letzte Spiel am Mittwoch mit der Einstellung, unbedingt gewinnen zu wollen. Mit der eigenen Kulisse im Rücken wollen wir das Maximale herausholen und unsere tolle Saison mit dem Aufstieg abschließen.“

Das VfB-Trainerteam: Mario Weitershagen und Emre Bayram.

Die VfB-Aufstellung in Niederahr: Dennis Schumacher, Simon Ebach, Mario Weitershagen, Marlon Schumacher (46. André Schneider),  Lukas Klein (68. Tom Louis Siegel),  Jona Heck (73. Melvin Seifer), Lukas Deger, Sebastian Girresser (24. Pascal Freudenberg), Julian Happ (58. Felix Beib), Maik Schnell, Micha Fuchs.

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