2.000 Kilometer für den VfB: Das neue Gesicht der Rheinlandliga 2025-26

Wie jedes Jahr hat sich auch zu Beginn der Saison 2025-26 das Gesicht der Rheinlandliga deutlich verändert. Meister Cosmos Koblenz profitierte von der schwachen Rückrunde der lange Zeit führenden SG Mülheim-Kärlich, gewann trotz diverser eigener Ausrutscher die Meisterschaft und verabschiedete sich vorerst zum zweiten Mal in die Oberliga Rheinland-Pfalz / Saar. Da Vorjahres-Meister Sportfreunde Eisbachtal die Klasse halten konnte und es diesmal keinen Rheinland-Absteiger gab, schafften gleich fünf Vereine aus den drei Bezirksligen den Sprung in die Rheinlandliga. Vier davon sind alte Bekannte, während es mit der SG Arzfeld / Daleiden / Dasburg / Dahnen unter den Aufsteigern einen Club gibt, mit dem der VfB Wissen noch nie zu tun hatte. Nach inzwischen genau 40 Jahren Wissener Zugehörigkeit zur Rheinlandliga ist das eher ungewöhnlich. Die Spielgemeinschaft aus dem Grenzgebiet zu Luxemburg setzte sich in der Bezirksliga West mit zwei Punkten Vorsprung durch und distanzierte dabei auch die zweite Mannschaft von Eintracht Trier, die dann aber über den Umweg einer souverän gewonnenen Relegationsrunde durch den klaren Sieg bei der SG Betzdorf den Aufstieg ebenfalls klar machen konnte.Das letzte Gastspiel der Trierer Reserve im Wissener Stadion datiert aus dem Jahr 1990. Hier kommen zwar Michael Ferfort, Jupp Geisler und Oliver Ackermann (verdeckt) zu spät gegen Eintracht-Keeper Frank Thielthes, doch am Ende hieß es 3:0.

Auch die Bezirksliga Mitte stellt zwei Neulinge. Meister Eintracht Mendig kehrt nach zweijähriger Unterbrechung ins Oberhaus des FV Rheinland zurück, nachdem man sich wie Mitabsteiger TuS Mayen im ersten Bezirksliga-Jahr noch recht schwergetan hatte. Diesmal konnte Mendig seine Verfolger gleich um 11 Punkte distanzieren. Auch der FV Rübenach verdankte seine Rückkehr in die Rheinlandliga nach langer Pause der 3er-Aufstiegsrunde der Vizemeister, und das, obwohl der FV nur 18 seiner 30 Saisonspiele gewinnen konnte. Durch den klaren Heimsieg gegen Betzdorf (das in der regulären Runde seiner Staffel immerhin 14 Punkte mehr geholt hatte) konnten sich die Koblenzer Vorstädter eine ebenso klare Niederlage in Trier leisten. In der Bezirksliga Ost gelang Vorjahres-Absteiger Spvgg Wirges nach nur einer Saison das sofortige Comeback. Nach dem schwachen Abschneiden im Abstiegsjahr 23/24 war die Souveränität, mit der die Wirgeser eine ganz starke Punktausbeute und den sofortigen Wiederaufstieg einfuhren, schon etwas überraschend.

Schnelles Wiedersehen mit Wirges: Das letzte Duell mit den Westerwäldern liegt nur 16 Monate zurück (Foto oben: links Tim Leidig, rechts Tom Zehler) und brachte dem VfB auf dem Wirgeser Kunstrasen einen klaren 3:0-Erfolg.

Durch den Abstieg von Malberg und Westerburg wird die Spielvereinigung in der kommenden Runde der einzige VfB-Gegner aus dem Westerwald sein.Aussagen zur Qualität der Rheinlandliga sind angesichts von fünf Neulingen fraglich. Gerade die Trierer werden eine schwer einzu-schätzende Größe sein, profitieren sie doch personell sicherlich vom Regionalliga-Aufstieg ihrer ersten Mannschaft. In jedem Fall ändern wird sich die regionale Zusammensetzung der Klasse, denn die 18 Teams konzentrieren sich sehr viel stärker als bisher in der Mitte des Verbandsgebietes links und rechts vom Rhein. Mit Schweich und Tarforst sowie Malberg und Westerburg verlieren der Westerwald wie auch der Raum Trier gleich zwei Vereine. Konsequenz für den VfB: Die Fahrtstrecken zu den Auswärtsspielen summieren sich in der neuen Saison auf insgesamt über 2000 Kilometer. (c) Grafik: PS / VfB Wissen