Als die SG Vordereifel (nun als SV Laubach antretend) im April in Wissen gastierte, fielen acht Tore und gleich sieben davon für den VfB. Auch am Samstag sahen die Zuschauer im Dr.Grosse-Siegstadion sechs Treffer, doch diesmal verteilten sie sich gleichmäßig auf beide Gegner und bescherten dem VfB zwar den ersten Punktgewinn der noch jungen Saison, aber nicht den erhofften Heimsieg.
Die Partie wurde geleitet von Schiedsrichter Manuel Mück und seinen Assistenten Simon Hohmann und Robin Schwarz.
Nach torloser erster Halbzeit fielen alle sechs Tore innerhalb von genau 30 Minuten, wobei auf beiden Seiten je ein Einschuss aus tätiger Mithilfe des Gegners entstand. Bis in die Nachspielzeit hinein sahen die Fans eine Fülle von Torgelegenheiten auf beiden Seiten, und fast mit der letzten Aktion des Spiels hätte der eingewechselte Armando Grau noch zum Matchwinner für den VfB werden können.
Felix Arndt im Zweikampf mit Laubachs Paul Jordan Michels.
Bis zur Pause hatten die Gäste aus der Eifel mehr vom Spiel, doch die erste klare Chance ging auf das Konto von Felix Arndt, der eine flache Hereingabe vom linken Flügel am Fünfmetereck direkt nahm. Gästekeeper Jonas Landen lenkte den Ball mit einer starken Parade an den rechten Außenpfosten. Auch Lukas Litschel im Wissener Kasten konnte sich in den letzten Minuten der ersten Halbzeit auszeichnen und war bei zwei Top-Chancen der Laubacher auf dem Posten.
Die Wissener Eckbälle brachten an diesem Tag kaum Gefahr. Hier können die Gäste vor dem aufgerückten Tom Pirsljin klären.
Keine Minute war nach dem Wiederanpfiff von Schiedsrichter Manuel Mück gespielt, als die Wissener Führung gelang. Einen zu kurz gespielten Rückpass konnte der SV-Torwart nicht richtig verarbeiten und ließ sich das Leder vom schnellen Felix Arndt abjagen, der zum 1:0 ins verwaiste Tor einschieben konnte. Die Freude schlug postwendend in Entsetzen um, denn mit zwei Toren in gut 100 Sekunden drehte Laubach das Ergebnis bis zur 50.Minute auf 1:2.
Gästekeeper Landen klärt außerhalb seines Strafraums per Kopf vor Jakov Jancek.
Was folgte, war die positive Erkenntnis des Nachmittags: Der VfB zeigte Moral und bemühte sich mit druckvollem Spiel um den Ausgleich. Nachdem das vermeintliche 2:2 schon weitere drei Minuten später wegen einer höchst strittigen Abseitsentscheidung des Linienrichters nicht zählte, landete schließlich ein Schrägschuß von Lukas Becher nach genau einer Stunde im langen Eck. Felix Arndt hatte danach die erneute VfB-Führung auf dem Fuß, doch sein Schlenzer strich knapp am linken Pfosten vorbei.
Steven Winzenburg am Ball.
Nach 70 Minuten folgte der nächste Nackenschlag aus blau-Weißer Sicht, als die Gäste einen ebenso überflüssigen wie berechtigten Handelfmeter zum 2:3 nutzten. Auch auf der anderen Seite gab es fünf Minuten darauf einen Strafstoß, den Jakov Jancek im Nachschuß zum 3:3-Endstand nutzte. Die restlichen 20 Minuten einschließlich der Nachspielzeit verliefen dann so turbulent wie die gesamte Partie zuvor.
Phillip Weber gegen Laubachs Torjäger Lukas Mey, der in der vergangenen Saison mit 23 Treffern seinen Anteil am guten Abschneiden des Aufsteigers hatte.
Der VfB stand hoch und drückte, der SV Laubach konterte, und beide Mannschaften hätten den „Lucky Punch“ setzen können. Lukas Litschel parierte nach 88 Minuten einen Schuss aus kurzer Distanz nach einer Freistoßflanke. Die beste Gelegenheit für ein Happy End hatte aber Armando Grau, der kurz nach seiner Einwechslung in der vierten Minute der Nachspielzeit nach einer perfekten Vorlage von Til Cordes mit seiner Dirketabnahme aus vier Metern am Laubacher Torwart scheiterte.
Kopfballverlängerung von Lukas Becher (Nr.8) nach einem weiten Einwurf von Steven Winzenburg.
VfB-Trainer Dirk Spornhauer: „Was soll ich sagen nach dem wilden Spiel ? Wir haben nicht einen Punkt gewonnen, sondern zwei verloren, weil wir in Summe die klareren Chancen hatten. Das Spiel konnte lange in beide Richtungen kippen. Vor der Pause hatte Felix die große Chance, aber in den letzten zehn Minuten vor der Halbzeit haben wir durch Fehler in der Vorwärtsbewegung Probleme bekommen. In der Phase haben wir es dem Gegner zu leicht gemacht.“
Jakov Jancek stand erstmals seit seiner Rückkehr zum VfB wieder in der Startelf.
„Und dann gehst du direkt nach Wiederanpfiff 1:0 in Führung und schenkst sie nach einer Ecke sofort wieder her. Da waren wir nicht gut sortiert, das darf eigentlich so nicht passieren. Das war ein Knackpunkt im Spiel, und direkt danach haben wir das 1:2 kassiert. Die Mannschaft hat sich dann nach dem Doppelschlag aber ein Lob verdient, weil wir zurückgekommen sind, gut gefightet und durch Lukas den Ausgleich erzielt haben.“
Lukas Becher am Ball.
„In der Phase nach dem 2:2 waren wir klar am Drücker, haben aber dem Gegner das 2:3 förmlich geschenkt. In einigen Szenen lag der Schiri aus meiner Sicht daneben, aber der Handelfmeter war ganz klar. Egal wie man hochgeht und auch wenn man vielleicht gefoult wird – da darf die Hand nicht so nach oben gehen. Wir haben aber auch nach dem zweiten Rückstand nicht resigniert und sind schnell zum 3:3 gekommen.“
Der Schnappschuss von Til Cordes täuscht: Am Boden ist der VfB nach drei Spieltagen noch lange nicht.
„Mit ein bißchen Glück hätten wir dann bei der 100%-Chance durch Armando in der Nachspielzeit sogar noch 4:3 gewinnen können. Man muss aber auch sagen, dass bis zum Schluss die Kontergefahr immer da war. Auch bei den Standards waren die Laubacher gefährlicher als wir. Wir wollten hier zuhause drei Punkte, und das wäre mit mehr Stabilität nach dem 1:0 auch möglich gewesen.“
Felix Arndt zweimal im Duell mit Gäste-Kapitän Jan Fritz.
Die VfB-Aufstellung gegen den SV Laubach: Lukas Litschel, Tom Pirsljin, Jonas Fuhrmann, Philipp Weber (55. Mustafa Tuysuz), Max Krauß, Steven Winzenburg, Tim Leidig (70. Maxim Gorohov), Lukas Becher (90. Daniel Reichert), Felix Arndt (90.+3 Armando Grau), Jakov Kancek (81. Micha Fuchs), Til Cordes. Schiedsrichter: Manuel Mück (Koblenz). Zuschauer: 170.
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