Fünftes Pflichtspiel, fünfter Sieg: Auch in der zweiten Rheinland-Pokalrunde zeigte die 1.Mannschaft des VfB Wissen eine überzeugende Vorstellung und setzte sich beim Ligarivalen SG Weitefeld / Langenbach / Friedewald / Norken / Mörlen / Nauroth mit 4:2 durch. Das Team von Trainer Dirk Hannappel erzielte auf dem holprigen Rasenplatz in Friedewald nach den klaren Siegen zuvor (8:0, 5:2, 6:0, 6:2) die Saisontore 26 bis 29.
Schiedsrichter Justin Daum vom TuS Niederahr führt die beiden Mannschaften aufs Feld.
Getrübt wurde die Freude allerdings durch das frühe verletzungsbedingte Ausscheiden von Julian Wienold und Leandro Fünfsinn, die beide mit muskulären Problemen bereits nach 11 bzw. 23 Minuten das Feld verlassen mussten. Beide werden in den kommenden Spielen wohl fehlen. Dafür kehrt nun mit Steven Winzenburg ein absoluter Leistungsträger nach fast einjähriger Verletzungspause wieder auf den Platz zurück.
Kulisse: Mit 450 zahlenden Zuschauern top.
Platz: Nach Wochen der Trockenheit nicht ganz so top.
Zum Spiel vom Mittwochabend: Das Ergebnis gibt nicht wieder, wie einseitig die Partie vor fast 500 Zuschauern verlief, die die Gastgeber über eine Halbzeit lang in Unterzahl bestreiten mussten. Von einer kurzen Phase nach dem 1:2-Anschlußtor abgesehen, agierte der VfB klar überlegen. Schon zur Pause hätte das Spiel entschieden sein können, und auch angesichts der sich dem VfB im 2.Abschnitt bietenden Chancen waren die in der Bezirksliga punktgleichen Weitefelder mit dem Endstand bestens bedient.
Dieser Schuss von Til Cordes (oben) führte zum 0:1.
Ex-VfBer Elias Ermert (im Vordergrund) hielt, was zu halten war.
Wie schon am Sonntag in Burgschwalbach gelangen frühe Tore: Zunächst traf Til Cordes nach einer Kopfballverlängerung von Leandro Fünfsinn zum 0:1 (9.). Dann legte Felix Arndt schon fünf Minuten später nach und drückte eine Hereingabe von Til Cordes am langen Pfosten zum 0:2 (14.) über die Linie. Weitere Top-Gelegenheiten blieben ungenutzt, mehrfach blieb SG-Torwart Elias Ermert in 1:1-Duellen gegen alleine auf ihn zulaufende Wissener Angreifer Sieger – oder musste gar nicht eingreifen.
Die Entstehung des 0:2: Til Cordes flankt …
… und Felix Arndt vollendet.
Philipp Weber gratuliert dem Vorbereiter.
Das zu diesem Zeitpunkt komplett überraschende 1:2 bescherte der SG ihre beste Phase während der gesamten 90 Minuten, weil der VfB auch weiterhin mögliche Tore verpasste. Alle Hoffnungen auf eine Wende im Spiel waren dann aber Makulatur, nachdem sich Weitefelds Fabian Lohmar eine komplett überflüssige gelb-rote Karte abholte. Bereits mit Gelb vorbelastet, räumte der Routinier weit in der Wissener Hälfte Tim Leidig mit einer wilden Grätsche ab und durfte zum Duschen.
Für Julian Wienold (Nr.27) war das Spiel schon nach gut 10 Minuten vorbei.
Auch Leandro Fünsinn (links) musste früh den Platz verlassen.
Insgesamt aber war diese Szene die negative Ausnahme. Das Pokalspiel blieb bei allem Einsatz und trotz des lokalen Charakters absolut im Rahmen und wurde von Schiedsrichter Justin Daum sicher geleitet. Nach dem Wiederanpfiff blieb der VfB gegen den sehr tief stehenden, nun ausschließlich auf Konter lauernden Gegner eindeutig am Drücker und zeigte gute Angriffe über beide Flügel.
Zwei der vielen vergebenen VfB-Chancen: Hier scheitern Doppel-Torschütze Felix Arndt (oben) und Lukas Becher.
Felix Arndt ließ nach 62 Minuten im Strafraum mit einer Körpertäuschung gleich zwei Verteidiger ins Leere laufen und erhöhte mit einem Schuss in den linken Winkel auf 1:3. Mit seiner ersten Torannäherung in Halbzeit 2 kam Weitefeld zum zweiten Tor, bevor Til Cordes mit dem 2:4 (74.) den Sack endgültig zumachte. Danach traf Jakov Jancek mit einem fulminanten Schuss aus gut 20 Metern noch den linken Innenpfosten.
Jannik Krämer: Einmal beim Spielaufbau im Mittelfeld, einmal bei einer Kopfballchance.
Trainer Dirk Hannappel zum Spiel: „Ich bin rundum zufrieden. Es war klar, dass das hier heute nicht einfach wird. Ich bin wirklich stolz auf meine Jungs, wie sie sich in den Zweikämpfen verhalten haben. Wenn man die technisch bessere Mannschaft ist, tut man sich auf einem solchen Boden natürlich schwer. Aber wir haben das angenommen und uns gewehrt.“
Jakov Jancek (Nr. 13) war meistens schneller als seine Gegenspieler.
„Was mich erneut gestört hat, waren die zwei Gegentore, die aus heiterem Himmel kamen und in der Entstehung komplett überflüssig waren. Da hat das Deckungsverhalten wieder nicht gestimmt. Auf der anderen Seite weiß ich gar nicht, wie viele glasklare Chancen wir noch hatten. Da waren wir im Abschluß zum Teil zu übereifrig und haben uns im Abschluss nicht die nötige Zeit gelassen. Heute wollten wir die Tore vielleicht zu schön machen.“
Philipp Weber im Zweikampf.
„Die vergebenen Chancen ärgern mich aber heute nicht so sehr, weil wir trotz der schwierigen Platzverhältnisse genau das abgerufen haben, was wir uns vorgenommen hatten. Das war richtig stark. Auch die beiden Verletzungen von zwei absoluten Führungsspielern haben uns nicht aus der Spur gebracht. Am Samstag werden uns aber sowohl Julian Wienold als auch Leandro Fünfsinn natürlich fehlen.“
Mustafa Tuysuz überstand diesen Zweikampf unbeschadet.
Weitefelds Trainer Stefan Häßler, der mit seinem Team überzeugend in die Meisterschaftsrunde startete, brachte das Geschehen in seinem Kommentar zum Spiel auf den Punkt: „Die Qualität vom Gegner war heute zu hoch.“ Am Wochenende steht der SG ein Spitzenspiel gegen die ebenfalls im Sommer aufgestiegene SG Guckheim bevor und kann sich mit dem vierten Sieg unabhängig vom Saisonziel “einstelliger Tabellenplatz” erst einmal oben festsetzen. Auch der VfB erwartet am Samstag mit dem SV Türkiyemspor Ransbach-Baumbach einen Neuling (Vorschau folgt).
Die VfB-Aufstellung in Friedewald: Lukas Litschel, Tim Leidig, Jerome Neuhoff (46. Hüseyin Samurkas), Tom Zehler, Julian Wienold (11. Mustafa Tuysuz). Philipp Weber, Jannik Krämer, Felix Arndt (83. Marius Wagner), Jakov Jancek, Leandro Fünfsinn (23. Lukas Becher, 80. Paul Christian), Til Cordes. Schiedsrichter: Justin Daum. Zuschauer: 450.
Szenen aus der 2.Halbzeit: Am Ende jubelte der VfB.