0:3 gegen Ahrweiler – Chancenverwertung verhindert Lohn für gute VfB-Leistung

Der VfB Wissen musste sich am ersten Spieltag der Rheinlandliga 25/26 auf eigenem Platz dem großen Meisterschaftsfavoriten BC Ahrweiler mit 0:3 geschlagen geben. Dabei gibt das klare Ergebnis nicht wieder, wie gut sich die Mannschaft von Trainer Dirk Spornhauer verkaufte und wie greifbar über eine Stunde lang ein Punktgewinn zum Saisonauftakt war. Das Eröffnungsspiel der Rheinlandliga hatte mit knapp 400 Zuschauern einen ansprechenden Rahmen.Das Schiedsrichtergespann mit Thomas Höfer aus Urmitz und seinen Assistenten Louis Abel und Andreas Mattlener.Die Gäste von der Ahr hatten in der vergangenen Runde trotz einer langen Sperre ihres Top-Torjägers Porca 94 Tore geschossen und sich zur neuen Saison noch einmal verstärkt. Sie wurden den Vorschusslorbeeren im Spiel nach vorn gerecht und fuhren so einen verdienten Sieg ein, zeigten in der Defensive aber vor allen Dingen in der ersten Viertelstunde beider Halbzeiten erstaunliche Schwächen.Ahrweilers Kapitän Markus Pazurek (hier im Zweikampf mit Tim Leidig) zählte zu den namhaften Neuzugängen des BC zu Saisonbeginn. Der Ex-Profi war zuletzt für die Sportfreunde Siegen und davor u.a. für die Spvgg Velbert, Kaan-Marienborn, Bor. Mönchengladbach II, Fortuna Köln, den 1.FC Saarbrücken, 1860 München, den VfB Stuttgart II und TuS Koblenz aktiv.  

In diesen Phasen verpasste es der VfB, der schnellen und unterhaltsamen Partie eine andere Richtung zu geben und sich für den gute und engagierten Auftritt zu belohnen. Die  miserable Verwertung der ebenso zahlreichen wie schön herausgespielten Chancen war erneut entscheidend für den Ausgang des Spiels. Gästetrainer Wunderlich konstatierte: „Da hatten wir tatsächlich Glück“. VfB-Neuzugang Maxim Gorohov (oben rechts, unten links) feiert in einigen Wochen seinen 20-Geburtstag.In der Abwehr rückten die Neuzugänge Maxim Gorohov und Jonas Fuhrmann in die Startaufstellung, und die beiden 19-Jährigen machten trotz der unbestreitbaren Qualität des Gegners ihre Sache gut. Das galt auch für den Rest des Teams, dessen Startaufstellung ein Durchschnittsalter von 23,9 Jahren hatte.

VfB-Torwart Lukas Litschel hatte in der 1.Halbzeit deutlich weniger zu tun als erwartet. So entwickelte sich bis zur Pause ein Spiel, in dem Ahrweiler weniger dominant war als erwartet und sich bis zum 0:1 nur eine gute Gelegenheit erspielte. Bei diesem 0:1 (42.) zeigte sich die Cleverness des Gegners: Die VfB-Akteure rechneten (wohl zurecht) mit einer Einwurfentscheidung zu eigenen Gunsten, die Gäste aber schnappten sich den Ball und schufen durch einen schnellen Angriff über die rechte Seite Fakten.Tom Pirsljin (Nr.4) war in der VfB-Defensive der gewohnte Rückhalt und hatte auch Gelegenheit, sich in die Angriffe einzuschalten (unten).Nach Wiederanpfiff hatte der VfB seine stärkste Phase und mehr als eine Topchance, um zum Ausgleich zu kommen. Leider verhinderte die aus der vergangenen Saison bekannte eklatante Abschlußschwäche den gleich vier mal möglichen 1:1-Ausgleich. Ahrweiler machte nach gut einer Stunde vor, was Effizienz bedeutet und setzte den ersten Konter im zweiten Abschnitt zum 0:2 (63.) ins Wissener Netz.Lukas Becher (Nr.8) war an vielen gelungenen Offensivaktionen seines Teams beteiligt.

Damit war die Vorentscheidung gefallen, auch wenn der Einsatz und die Laufbereitschaft auf Wissener Seite vorbildlich blieb. Das 0:3 in der Nachspielzeit gegen die nun zwangsläufig weit aufgerückte VfB-Abwehr machte die Niederlage noch klarer, änderte aber nichts am weitgehend positiven Fazit von Trainer Dirk Spornhauer:Philipp Weber – wie immer mit vollem Einsatz.„Das einzige, was mir an diesem Abend nicht gefallen hat, ist das Ergebnis – und natürlich unsere Chancenverwertung. Wir waren von der ersten Minute an gut im Spiel und hatten schon in der ersten Viertelstunde Riesenchancen, um in Führung zu gehen. Danach hat Ahrweiler die Kontrolle übernommen, die individuelle Qualität und das Tempo auf den beiden Außenbahnen ist schon Wahnsinn, dass lässt sich kaum verteidigen. Wir haben aber sehr gut gestanden und Ahrweiler ist nur selten durchgekommen.“Flügelstürmer Nam Ju Lee (Nr.7, oben gegen Felix Arndt, unten gegen Steven Winzenburg) war am Freitagabend der beste Mann auf dem Platz. Der Koreaner spielte in der Jugend für den 1.FC Köln und kam in der Winterpause aus Bergisch-Gladbach nach Ahrweiler.„Nach der Halbzeit hatten wir dann wieder vier sehr gute bis hundertprozentige Chancen. Und wenn du dir gegen einen so starken Gegner solche Gelegenheiten rausspielst, dann musst Du sie einfach nutzen. Mit einem Tor wäre es noch einmal spannend geworden. Wir hätten ein anderes Spiel gehabt und Ahrweiler nicht die Räume zum Kontern geboten, die sie dann noch zu zwei Toren genutzt haben. Und wenn Ahrweiler diesen Raum hat, dann machen sie auch was draus.“Felix Arndt.„Ich bin aber abgesehen von der Chancenverwertung sehr zufrieden. Wir haben ein überzeugendes Spiel gemacht und als Team gut funktioniert. Am Ende war die individuelle Klasse im Abschluss doch entscheidend, und auf eine Offensive dieser Qualität werden wir in der Liga nicht noch einmal treffen. Wir hätten einen Punkt oder auch mehr gerne mitgenommen. Das hat nicht geklappt, aber auf unsere Leistung können wir aufbauen.“

Steven Winzenburg (Nr.14) – oben mit Tim Leidig, unten mit Tom Pirsljin.Die VfB-Aufstellung gegen Ahrweiler: Lukas Litschel, Philipp Weber (70. Mustafa Tuysuz), Jonas Fuhrmann, Tom Pirsljin (86. Daniel Reichert), Max Krauß, Steven Winzenburg, Maxim Gorohov (74. Kerem Sari), Til Cordes, Felix Arndt, Lukas Becher (70. Armando Grau), Tim Leidig (57. Jakov Jancek). Schiedsrichter: Thomas Höfer (Urmitz). Zuschauer: 380.Max Krauß im Duell ist schneller am Ball als Ahrweilers Torschütze Mohannad Saed Haj Mohamed.

Gleich am zweiten Spieltag am kommenden Wochenende geht es für den VfB zum nächsten Titelaspiranten. Der Auftritt gegen Ahrweiler trägt trotz des eindeutigen Ergebnisses durchaus dazu bei, mit Selbstbewußtsein nach Mülheim-Kärlich zu fahren, zumal unsere Elf drei der letzten vier Duelle mit der SG gewann und so 10 der 12 möglichen Zähler holte. Am dritten Spieltag kommt dann der SV Laubach (vormals SG Vordereifel) ins Dr.Grosse-Siegstadion.