Ein Unentschieden hätte der Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen am letzten Spieltag zum direkten Klassenerhalt gereicht, da die Konkurrenz aus Linz und Schweich die passenden Ergebnisse lieferte. Von diesem Punktgewinn war das Team von Trainer Dirk Spornhauer gegen das Spitzenteam vom FV Hunsrückhöhe Morbach aber meilenweit entfernt. Am Ende hieß es vor 325 Zuschauern nach 90 ernüchternden Minuten 0:4.
Wenn überhaupt die Chance bestand, die Niederlage zu verhindern, dann war das in der ersten Halbzeit, als der VfB fünf gute bis sehr gute Chancen herausspielte, ohne sie nutzen zu können. Damit gingen alle drei verbliebenen Kontrahenten im Kampf um den Klassenerhalt punktgleich durchs Ziel und es kommt zu einer Dreierrunde, bei der jeder Verein ein Heim- und ein Auswärtsspiel hat. Zwei der drei Mannschaften schaffen den Verbleib in der Rheinlandliga, eine muss den Gang in die Bezirksliga antreten.
Schiedsrichter Jan Bernstädt aus Plaidt agierte gewohnt souverän und hatte mit seinen Assistenten Lukas Krause und David Ummen die faire Partie sicher im Griff.
Die Kulisse stimmte, das Ergebnis nicht.
Nach einer guten ersten Spielhälfte, in der die Gäste aus ihrer ersten Chance schon früh das 0:1 machten, zog spätestens der Doppelschlag nach der Pause (48./57.) dem VfB den Stecker. Beim Stand von 0:3 ging es dann eigentlich nur noch um Schadensbegrenzung, und man konnte aus Wissener Sicht froh sein, dass der VfB Linz und TuS Schweich noch entscheidende Gegentore kassierten. Ohne Mario Weitershagen und Tom Pirsljin war die umformierte VfB-Verteidigung der Offensivqualität des FV nicht gewachsen.
Felix Arndt hatte mit diesem Schuß, der vom Keeper mit einer Fußabwehr abgewehrt wurde, schon nach wenigen Minuten die große Chance zum 1:0 …
… doch das erste Tor fiel nach dieser Freistoßflanke kurz später auf der anderen Seite.
Die Morbacher hatten gegen die nun zwangsläufig gelockerte Wissener Abwehr nun viel Platz zum Kombinieren und ließen erahnen, wie sie zu ihrer starken Bilanz von 86 Saisontoren gekommen waren. Zu allem Überfluss verletzten sich Emre Bayram sowie Steven Winzenburg und und schieden vorzeitig aus, was die Hoffnungen auf eine späte Wende im Spiel weiter reduzierte. Man darf hoffen, dass zumindest Steven in den Relegationsspielen wieder am Ball ist.
Til Cordes.
Das Fazit von Trainer Dirk Spornhauer: „Ich fand, dass wir gut angefangen haben. Wir hatten früh drei richtig gute Chancen und waren eigentlich aktiver als die Morbacher, die dann aber ihre gnadenlose Effektivität bewiesen haben, wobei wir bei den Toren auch schlecht verteidigt haben. Nach dem 0:3 war die Messe dann gelesen und wir mussten vor allem auf die anderen Ergebnisse schauen, wo es ja lange auch nicht so gut für uns aussah.“
Zweimal Lukas Becher in Aktion. Im Hintergrund im Bild oben Tim Leidig, unten Steven Winzenburg.
„Die Situation, die jetzt eingetreten ist, hat sich keiner gewünscht, aber wir müssen sie annehmen. Nachsitzen ist nicht schön, aber die Dreierrunde bietet uns natürlich eine Chance mehr als ein einziges Spiel. Es wird eine ganz heiße Sache, aber wir gehen es an. Allerdings haben wir durch die ausstehenden Spiele der 2. Mannschaft vermutlich allerhand Terminkollisionen.“
Felix Arndt.
Die VfB-Aufstellung gegen Morbach: Lukas Litschel, Max Krauß, Tom Zehler (69. Micha Fuchs), Paul Christian, Philipp Weber, Steven Winzenburg (73. Kerem Sari), Til Cordes, Felix Arndt, Hüseyin Samurkas (59. Emre Bayram, 81. Simon Ebach), Lukas Becher, Tim Leidig (57. Armando Grau). Schiedsrichter: Jan Bernstädt. Zuschauer: 325.
Tom Zehler und der Morbacher Louis Kappes.
Wie geht es nun weiter ? Bereits am kommenden Mittwoch startet die Entscheidungsrunde um den Klassenerhalt mit der Partie TuS Schweich – VfB Linz. Am Sonntag (1.Juni) spielt der VfB Wissen dann gegen den Sieger des ersten Spiels. Ist das Schweich, kommen die Moselaner ins Dr.Grosse-Siegstadion, andernfalls gastiert Wissen auf dem Linzer Kaiserberg. Den Abschluss bildet das Duell unserer Mannschaft gegen den Verlierer der ersten Partie am Mittwoch (4.Juni) um 20 Uhr.
Anders als in der regulären Saison entscheidet in der Relegation bei Punktgleicheit die Tordifferenz, ist auch die gleich, die Anzahl der geschossenen Tore und im dritten Schritt das direkte Duell. Gehen alle drei Mannschaften punkt- und torgleich durchs Ziel, könnten sogar die Elfmeterschießen für die Entscheidung über Klassenerhalt und Abstieg sorgen. Das kennt der VfB Wissen schon aus der Saison 1999 / 2000, als es in einer Dreierrunde gegen den SV Neuwied und den letztlich siegreichen FV Engers ging.






