Statt des erhofften Befreiungsschlages gab es eine Klatsche: Auch gegen den Tabellenvierten SG Schneifel verpasste die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen den ersten Heimsieg der Saison. Gab es zuletzt zwar Lob, aber keine Punkte, fiel es diesmal sehr schwer, etwas Lobenswertes an der Leistung des Teams von Trainer Dirk Spornhauer zu finden. Das Endergebnis von 0:5 ließ nur wenig Interpretationsspielraum.
Schiedsrichter Jan Bernstädt mit seinen beiden Assistenten Leo Gladbach und Jonas Lenz.
Bereits vor dem Anpfiff hatten sich durch den Ausfall der Leistungsträger Steven Winzenburg und Lukas Becher die Aussichten verdunkelt. Beide werden wegen der letzte Woche erlittenen Verletzungen vermutlich längerfristig nicht zur Verfügung stehen, was angesichts ihrer Bedeutung für das Wissener Spiel kaum zu kompensieren ist. Am Freitag gegen Schneifel war zu besichtigten, was das Fehlen zweier Stabilisatoren bedeutet.
In der ohnehin jungen VfB-Truppe war Torwart und Kapitän Lukas Litschel mit seinen 27 Jahren somit der älteste Spieler, das Durchschnittsalter der Startformation wie auch aller bis zum Abpfiff eingesetzten 16 Akteure betrug 22,7 Jahre. Immerhin kehrte Felix Arndt nach langer Verletzungspause ins Team zurück, auch Jakov Jancek und Hüseyin Samurkas hoffen, in zwei bis drei Wochen wieder über ein Comeback nachdenken zu können.
Neuzugang Luis Schneider (rechts) kam zu seinem Debüt in der Wissener Startelf.
Die Favoritenrolle war also schon vor dem Anpfiff eindeutig verteilt. Die offensivstarken Gäste aus der Westeifel wurden ihr vor 260 Zuschauern auch schnell gerecht und übernahmen das Kommando. Nach dem 0:1 nach 26 Minuten zeigte der VfB immerhin eine Reaktion und hatte nach schön vorgetragenen Angriffen drei Topchancen, um zum Ausgleich zu kommen. Die Ausbeute dieser Gelegenheiten entsprach aber der aus den vergangenen Spielen: 0,00.
Die Topchance von Til Cordes zum 1:1-Ausgleich.
Mit dem 0:2 (34.) war das Spiel eigentlich schon gelaufen, zumal die im Abschluss gnadenlos effektiven Schneifeler mit dem Pausenpfiff noch einen weiteren Treffer nachlegten. Abschnitt zwei lief deshalb nur noch unter dem Stichwort „Schadensbegrenzung“, was mit zwei weiteren, eher umstrittenen Gegentoren nur bedingt gelang. Die beste Chance zum Ehrentreffer hatte der eingewechselte Armando Grau, der nach gut einer Stunde die Latte traf.
Zweimal Tim Leidig (links) in Aktion.
Trainer Dirk Spornhauer: „Wir haben die entscheidenden Zweikämpfe verloren und uns relativ einfach ausspielen lassen. Am Ende ist es natürlich eine Frage der Qualität, und das drückt sich dann auch in der Tabelle aus. Der Gegner war insgesamt viel reifer, da fehlt es uns ganz einfach, vor allem, wenn wie heute mit Lukas und Steven zwei absolute Stützen auch noch zusätzlich ausfallen. Das war gegen einen abschlußstarken Gegner dann einfach zu wenig von uns.“
Tom Zehler am Ball. Im Hintergrund VfB-Keeper Lukas Litschel.
„Schneifel hat aus der ersten Chance direkt ein Tor gemacht. Wir hatten beim Stand von 0:1 danach auch unsere Chancen, sie aber wieder nicht genutzt. Schon nach dem 0:2 war klar, dass das heute nichts mehr wird, da gingen die Köpfe komplett runter und uns war fast schon der Stecker gezogen. Die Niederlage war deshalb verdient, aber trotzdem darfst Du zuhause nicht 5:0 verlieren. Ich muss das Ganze jetzt erst mal sacken lassen, habe aber im Moment auch keinen Rat.“
Max Krauß.
Viel Zeit zum Nachdenken bleibt nicht, denn schon am kommenden Mittwoch geht es im Rheinland-Pokal weiter, wenn Ligarivale VfB Linz im Dr.Grosse-Siegstadion erscheint. Es gilt, das angeschlagene Selbstbewusstsein und den Glauben daran, auch mal wieder Tore zu schießen und als Sieger vom Platz gehen zu können, endlich zurückzufinden. Nach nur drei Siegen aus den vergangenen 25 Punktspielen seit Jahresbeginn ist das allerdings keine einfache Aufgabe.
Auch dieser Freistoß von Felix Arndt verfehlte sein Ziel.
Die Aufstellung gegen die SG Schneifel: Lukas Litschel, Jonas Fuhrmann, Max Krauß, Marius Wagner (69. Mustafa Tuysuz), Tom Zehler, Philipp Weber, Luis Schneider (46. Micha Fuchs), (88. Leon Kussatz), Tim Leidig (46. Armando Grau), Felix Arndt (59. Branco Petrovic), Til Cordes. Schiedsrichter: Jan Bernstädt aus Plaidt. Zuschauer: 263.

