1:0 – VfB II mit erfolgreichem Rückrunden-Auftakt beim VfB Niederdreisbach

Der sehr erfolgreichen Hinrunde ließ die zweite Mannschaft des VfB Wissen auch zum Auftakt der Rückrunde in der einen weiteren Sieg folgen. Beim VfB Niederdreisbach gab es am 14.Spieltag der Kreisliga A einen knappen und hart erkämpften, wenn auch angesichts des Chancenverhältnisses verdienten 1:0-Sieg. Das Spiel bewies wie erwartet, dass die Hausherren, im Vorjahr immerhin Dritter des Abschluß-Klassements, nicht an ihrem aktuellen Tabellenstand gemessen werden dürfen.

Schiri Bernd Kirchner führt die beiden Teams aufs Feld.

Das im Elfmeterschießen gewonnene Pokalspiel in Niederfischbach vom Mittwoch hatte Spuren hinterlassen, denn Spielertrainer Emre Bayram fiel ebenso verletzt aus wie Hüseyin Samurkas und Mario Weitershagen, der sich tags zuvor bei seinem Einsatz in der 1.Mannschaft eine Muskelverletzung zugezogen hatte. Da Prinz Marlon I. Schumacher sowie seine Adjutanten Felix Beib und Melvin Seifer karnevalistischen Pflichten nachkamen, waren in Abwehr und Mittelfeld einige Umbesetzungen nötig. Auch die Niederdreisbacher hatten eine ganze Reihe von Ausfällen zu beklagen.Das Niederdreisbacher Trainergespann verbindet eine erfolgreiche Vergangenheit beim VfB Wissen: Rechts Chefcoach Dennis Reder, links Peter Hüsch.

Ihrem Spiel merkte man das zunächst überhaupt nicht an, denn der VfB II verschlief die Anfangsphase komplett und hatte in den ersten 15 Minuten Glück, nicht in Rückstand zu geraten. Schon in der 2.Minute landete ein Kopfball nach einer Ecke an der Latte des Wissener Tores, und auch danach spielte zunächst nur der Viertletzte. Schon bis zur 20.Minute hatten die Gastgeber fünf Ecken erzielt. Es brauchte eine ganze Weile, bis sich die umformierte VfB-Defensive gefunden hatte und sicherer stand.Pascal Freudenberg im Zweikampf mit Niederdreisbachs Dominik Neitzert.

Erst nach und nach kam auch Wissen selbst ins Spiel, hatte dann aber gleich eine ganze Serie guter Chancen. Die erste Gelegenheit bot sich Philipp Freudenberg, der den Ball nach einer Hereingabe seines Bruders Pascal den Ball hauchdünn am rechten Tordreieck vorbeisetzte. Die Niederdreisbacher hatten nach 26 Minuten großes Glück, als der ansonsten wie gewohnt sichere Schiedsrichter Bernd Kirchner ein klares Handspiel im Strafraum ungeahndet ließ.  Adrian Ueckerseifer und seine Abwehrkollegen hatten in der Anfangsphase viel zu tun.

So dauerte es bis zur 33.Minute, ehe das 0:1 fiel: Max Ebach wurde bei seinem ersten Schußversuch noch geblockt, doch kurz darauf überwand er den starken Keeper Pierre Zeitz mit einem satten Schuß aus 14 Metern ins linke Eck (Foto unten). Danach boten sich mehrere Top-Gelegenheiten, die Führung vorentscheidend auszubauen, doch Philipp Freudenberg, Pascal Freudenberg und schließlich Marius Wagner, dessen Kopfball nach einer Ecke den linken Außenpfosten streifte, verpassten das 0:2 knapp.Ursache und Wirkung: Das Tor des Tages von Max Ebach und der Jubel danach.Auch nach dem Wiederanpfiff dominierte zunächst weiterhin Blau-Weiß, doch erneut blieb der erfolgreiche Abschluss der zum Teil sehr schön vorgetragenen Angriffe aus. Damit blieb die Partie unnötig spannend, und die teilweise sehr hektische Schlussphase bot den Zuschauern wieder das, was man schon zu Beginn gesehen hatte: Niederdreisbacher Dauerdruck. Allerdings endeten die Angriffe meist mit hohen Flanken vor das Tor, wo die Wissener Abwehr bei den Kopfballduellen ohne Ausnahme Sieger blieb.Pierre Zeitz klärt vor Pascal Freudenberg und Simon Ebach.

Die beiden besten Chancen auf den Ausgleich boten sich der Reder-Elf deshalb auch bei zwei Freistößen von der Strafraumgrenze in der fast neunminütigen Nachspielzeit, doch einmal konnte Dennis Schumacher mit einer starken Parade zur Ecke klären und einmal ging der Ball am rechten Pfosten vorbei (Fotos unten). Auch Torwart Zeitz rückte bei den Standards in den Schlussminuten mehrfach mit auf, ohne dass der Wissener Kasten und die starke Bilanz von bisher erst 16 Gegentoren noch einmal in Gefahr geraten wäre.Die beiden Niederdreisbacher Freistoßchancen in der Nachspielzeit.Da sämtliche Konterchancen gegen die weitgehend entblößte und nach einer gelb-roten Karte dezimierten Niederdreisbacher Abwehr ungenutzt blieben, durfte auf dem Platz und drumherum bis zum Abpfiff gezittert werden. Vielleicht forderte nun auch der enorme Kräfteverschleiß durch die intensiven 120 Pokalminuten am Mittwochabend seinen Tribut. Dann war aber endlich Schluss und das Wissener Lager feierte ausgelassen den neunten Sieg im 14. Saisonspiel.Marius Wagner (hinten) und Maik Schnell (rechts) in der Offensive, Jannik Höster klärt.

Trainer Emre Bayram zum Spiel: „Es ist ziemlich schwer, auf dem kleinen Hartplatz Fußball zu spielen. Wir haben die Anfangsphase total verschlafen. Wir wollten Klein-Klein spielen, was hier aber kaum möglich ist. Deshalb hatten wir zu Beginn Schwierigkeiten und der Gegner hat sehr viel Druck gemacht. Wir haben diese Phase aber gut überstanden und danach bis zum Ende gut verteidigt.“

Das Bild täuscht: Simon Ebach agierte alles andere als kopflos.

„Eine unserer guten Chancen haben wir dann durch Max ausgenutzt. Wir hätten aber bei den weiteren Gelegenheiten nachlegen können oder sogar müssen, dann hätten wir Ruhe gehabt und uns das Zittern am Ende erspart. Aber mit dem 1:0 bin ich natürlich auch zufrieden, das waren die ersten drei wichtigen Punkte in der Rückrunde. Dreckige Siege gehören manchmal auch dazu.“

Siegtorschütze Max Ebach, hier gestoppt von Till Schütz und Tim Hees.

Da das Spitzenspiel zwischen Rennerod und Herschbach wegen Nebels abgebrochen werden musste, rückte der VfB II vorerst auf den zweiten Tabellenplatz vor und bis auf einen Zähler an Spitzenreiter Herschbach heran. Der VfB Niederdreisbach hingegen büsste durch den Schönsteiner Sieg gegen Hamm den 3-Punkte-Vorsprung auf die Abstiegsplätze ein. Allerdings kann man sich nach der Vorstellung vom Sonntag schwer vorstellen, dass die aktuelle Abstiegsgefahr tatsächlich mit dem Sturz in die B-Klasse endet, zumal wenn in der Rückrunde die aktuell fehlenden Spieler wieder hinzustoßen.

Diese Flanke von Pascal Freudenberg führte beinahe zum 0:2 durch Bruder Philipp.

Für den VfB II gilt es nun, auch den letzten Spieltag vor der Winterpause erfolgreich zu bestreiten und im Heimderby gegen die Sportfreunde Schönstein am kommenden Sonntag drei weitere Zähler einzufahren. Allerdings wird das auch auf dem großen Wissener Hartplatz kein Selbstläufer, wie das Hinspiel (1:1) und die jüngsten Ergebnisse des Lokalrivalen beweisen. Der Anstoß durch Schiedsrichter Birol Koyun erfolgt am Sonntag (17. November) bereits um 13:00 Uhr, da anschließend die Rheinlandliga-Mannschaft ihre Heimpartie gegen den TuS Immendorf bestreitet.

Auswärtssieg !

Die VfB-Aufstellung in Niederdreisbach: Dennis Schumacher, Adrian Ueckerseifer, Simon Ebach, André Schneider, Marius Wagner, Dennis Ferfort, Jasper Müller (70. Lukas Deger), Philipp Freudenberg (90. Tom Louis Siegel), Pascal Freudenberg (90. Lorenz Klein), Maik Schnell (76. Julian Happ), Max Ebach (70. Lucas Brenner). Schiedsrichter: Bernd Kirchner.

(c) Fotos: Peter Schwan. Bilder in der Galerie zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken.