1:2-Schlappe beim Schlußlicht TuS Wied

Nichts Neues in Wissen: Im sechsten Auswärtsspiel der laufenden Saison der Kreisliga A gab es die fünfte Niederlage. Die Mannschaft enttäuschte beim bisher sieglosen Schlusslicht TuS Wied auf der ganzen Linie und unterlag trotz fast 50-minütiger Überzahl mit 1:2. Zwar war in der Schlussphase bei zwei Holztreffern (wieder mal) viel Pech im Spiel, doch letztlich war die Schlappe das konsequente Ergebnis einer schwachen Vorstellung des VfB.

Gegenüber der Vorwoche musste Trainer Sascha Koschinski auf den verletzten Stürmer Kevin Kostka und Torwart Sascha Kill verzichten. Kill-Vertreter Daniel Ebach machte seine Sache ausgezeichnet und zählte zu den wenigen Lichtblicken auf dem Rasenplatz in Wied.

Die Hausherren, die an den ersten acht Spieltagen mit 6:21 Toren nur zwei Punkte eingefahren hatten, setzten von Beginn an auf Einsatz und Härte. Nicht alle Wissener Spieler nahmen den Kampf ausreichend an, sodaß die Zweikampfbilanz in der ersten Halbzeit klar an Wied ging. Die TuS-Führung nach 17 Minuten war die Folge dieser Halbherzigkeiten, als ein Freistoß von links ungehindert den Weg an den langen Pfosten fand, wo ein Wieder Stürmer nur noch einzudrücken brauchte.

Das Gegentor wirkte zunächst nicht als Wecker. Im Gegenteil: Zweimal musste Daniel Ebach gegen allein vor ihm auftauchende Angreifer klären. Die Wissener Angriffsbemühungen zeigten wenig Wirkung, zu oft war Bünyamin Öztürk im Sturmzentrum auf sich allein gestellt. Umso überraschender fiel nach 42 Minuten der 1:1-Ausgleich, als ein Freistoß von Rüdiger Schulz dank freundlicher Mithilfe des Wieder Keepers den Weg ins Netz fand (siehe Foto oben).

Nur 60 Sekunden später verbesserte TuS-Spielertrainer Dirk Teubert die VfB-Aussichten noch mehr, als er sich durch wiederholte Meckereien die gelb-rote Karte erarbeitet hatte. Alle Hoffnungen auf eine Wende erwiesen sich nach dem Wiederanpfiff aber als unbegründet. Zwar hatte Farih Ceylan nach der bis dahin besten Kombination allein vor dem TuS-Tor die Führung auf dem Fuß (47.), doch mehr kam trotz numerischer und nun auch optischer Überlegenheit nicht heraus.

Querschläger, Fehlpässe und Ballverluste auf beiden Seiten prägten das unansehnliche Spiel. Als die VfB-Abwehr zum wiederholten Mal mit dem Feuer spielte und zur Abseitsfalle griff, ging ein Stürmer von der Mittellinie allein aufs Wissener Tor zu, umkurvte Daniel Ebach und schoß zum 2:1 ein (65.). Der Adrenalinspiegel des Wieder Anhangs geriet nun in den roten Bereich, sodaß Schiedsrichter Michael Groß die Partie unterbrechen und mit Spielabruch drohen musste.

Der Rest der Begegnung ist schnell erzählt: Anrennen des VfB, drückende Überlegenheit und eine Vielzahl ungenutzter Standardsituationen. Gegen eine alles andere als sattelfeste TuS-Abwehr lag der erneute Ausgleich mehrfach in der Luft: Ein Kopfball von Bünyamin Öztürk landete an der Latte (79.), ein Schuß von Pascal Blickhäuser am linken Innenpfosten (83.), von wo aus der Ball entlang der gesamten Torlinie, aber eben nicht darüber hoppelte.

Fazit: Der TuS Wied ließ erahnen, warum er an letzter Stelle steht. Aber auch der Auftritt des VfB zeigte erneut, warum man nun schon mehrfach bei Gegnern dieses Kalibers unterlegen ist und nach neun Spielen erst neun Zähler auf dem Konto hat. An den beiden kommenden Wochenenden warten mit Herschbach und Westerburg zwei Titelaspiranten. Vielleicht gelingt es gegen die Gegner von der Tabellenspitze, zu den guten Leistungen der jüngsten Heimspiele gegen Bitzen und Neitersen zurückzukehren.

Die Aufstellung: Daniel Ebach, Rüdiger Schulz, Pascal Blickhäuser, Osman Kuvett (Simon Ebach), Marco Köhler, Dennis Ferfort, Fahri Ceylan, Christian Schirmacher, André Schneider (Sergej Hübert), Christopher Riga (Maik Schnell), Bünyamin Öztürk.