2:1-Sieg gegen Eisbachtal: VfB-Team ohne Schwachpunkt ringt den Favoriten nieder

Mit einem 2:1-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Sportfreunde Eisbachtal fuhr die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen nicht nur den siebten Saisonsieg, sondern angesichts der Tabellensituation auch drei eminent wichtige Punkte ein. Das blau-weiße Team zeigte vor 210 Zuschauern auf dem Hartplatz im Dr.Grosse-Siegstadion eine rundum überzeugende Leistung und wusste bei allem Einsatz auch spielerisch zu gefallen. Die favorisierten Gäste hatten nach starkem Beginn dank konsequenter Wissener Abwehrarbeit im gesamten Spiel nur drei echte Torszenen.

Zwar standen Dirk Spornhauer wegen der zahlreichen Ausfälle erneut nur 16 Spieler zur Verfügung, doch kurzfristig hatte sich der Spieltagskader zumindest noch etwas gefüllt. Der Trainer zur personellen Lage: “Tico hat heute Morgen Bescheid gesagt dass es geht, der Steven schrieb gestern Abend, dass er sich auf die Bank setzen kann, und auch von Tom wusste ich seit Freitag, dass er heute da ist. Damit hatten wir drei wichtige Spieler mehr, die natürlich als Stabilisatoren gewirkt haben.“ Vor allen Dingen die Tatsache, dass Philipp Weber aus der Abwehrkette wieder auf die Sechser-Position wechseln konnte, erwies sich als positiv.

Mannschaftskapitän Mario Weitershagen – wie immer der Turm in der Schlacht.

Zunächst überließ der VfB den Gästen die Initiative und zog sich bei Ballbesitz des Gegners an die Mittellinie zurück. Das brachte Eisbachtal zwar eine optische Überlegenheit, aber zunächst keine Chancen. Im Gegenteil: Dem 1:0 kam Emre Bayram am nächsten, als er nach Vorlage von Armando Grau von der Strafraumgrenze abzog (16.), aber in Sportfreunde-Keeper Niklas Krämer seinen Meister fand, der den halbhohen Schuß mit einer starken Parade noch um den Pfosten drehte.

Schußchance durch Emre Bayram.

Das 0:1 (19.) entstand dann aus einer Einzelleistung von Niklas Tuchscherer, der 30 Meter vor dem Tor an den Ball kam und bei seinem Dribbling gleich mehrere Defensivspieler austanzte, um aus zehn Metern unter dem herauseilenden VfB-Torwart Mel Brucherseifer hindurch einzuschießen. Der VfB zeigte sich nicht angeschlagen und hatte schon kurz darauf durch einen Rechtsschuss von Micha Fuchs (24.) die Gelegenheit zum Ausgleich, doch auch diesmal war Keeper Krämer auf dem Posten und wehrte zur Ecke ab.

Der 1:1-Ausgleich: Tom Pirsljin steigt hoch, Paul Christian (Bildmitte) lauert und trifft.

Drei Minuten vor dem Pausenpfiff wurden die Wissener Bemühungen aber belohnt. Micha Fuchs brachte die fünfte Ecke von der linken Seite herein, und Dirk Spornhauer hatte geahnt, was dann folgte: „Uns war klar, dass bei Standards was geht, und die Ecken heute waren alle gut geschossen. Und dann stand Paul mal wieder goldrichtig.“ Tom Pirsljin zog bei der Hereingabe gleich zwei Verteidiger auf sich, Paul Christian stand dahinter und köpfte relativ unbedrängt zum 1:1 ins rechte Toreck ein.

Jubel nach dem 1:1 mit Philipp Weber, Max Krauß, Paul Christian und Eckenschütze Micha Fuchs.

Trainer Spornhauers Fazit zur ersten Hälfte: „Wir sind richtig gut in die Partie reingekommen. Schon beim Warmmachen hat man gemerkt, dass eine besondere Spannung in der Mannschaft war. Wir waren griffig in den Zweikämpfen und haben eine gute erste Halbzeit geboten. Wir haben aus einer kompakten Abwehr gespielt, aber auch guten Fußball nach vorn gezeigt. Da waren gute Kombinationen dabei, die auch zu Chancen geführt haben, bei denen der Eisbachtaler Keeper stark gehalten hat. Wir haben bis zur Pause nur eine einzige Chance zugelassen, aber bei der haben wir den Gegner mit seiner individuellen Klasse an drei Leuten vorbeidribbeln lassen. Das 1:1 war bis dahin aber gerecht.“

Micha Fuchs am Ball.

Nach Wiederanpfiff kam der VfB schneller ins Spiel, während die Gäste sich kaum noch gefährlich dem Wissener Tor näherten. Mehrfach gab es nun schnelle Angriffe über die Flügel und daraus auch gute Chancen zur VfB-Führung. Dirk Spornhauer: „In der zweiten Halbzeit wußten wir, dass Eisbachtal mehr tun und gewinnen muß, wenn sie oben dranbleiben wollen. Es war aber auch klar, dass mit jeder Minute, die wir stabil stehen, sich unsere Chancen erhöhen. Wir waren auch die bessere Mannschaft, bis die die Eisbachtaler ihre zwei einzigen Chancen nach der Pause hatten und nicht ausnutzen konnten. Das rächt sich im Fußball fast immer. Und das 2:1 war ein richtig geiles Tor.“

Steven Winzenburg feierte nach gut einer Stunde das Comeback nach seiner Verletzungspause.

Und so entstand der entscheidende Treffer nach 68 Minuten: Armando Grau luchste an der Torauslinie einem Verteidiger den Ball ab, dribbelte in den Strafraum und passte zurück in die Mitte, wo Til Cordes mit einer geschickten Körpertäuschung den Ball für den an der Strafraumgrenze völlig freistehenden Luca Kirschbaum durchließ. Luca nahm den Ball direkt und schob ihn clever zum 2:1 ins rechte Eck. Unmittelbar zuvor aber hätten auch die Gäste in Führung gehen können, verpassten aber freistehend gleich zwei Topchancen innerhalb von drei Minuten. Einmal ging der Ball über das Tor, einmal daneben.

Freude nach dem spielentscheidenden Treffer zum 2:1.

Weitere Gelegenheiten zum Ausgleich hatten die Eisbachtaler, die es nun fast ausschließlich mit hohen Schlägen in die Spitze versuchten, aber bis zum Abpfiff nicht mehr. Das vermeintliche 3:1 durch den eingewechselten Alex Mildenberger fand wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung. In der 81.Minute handelte sich ein Gästeakteur wegen eines brutalen Frustfouls an der Außenlinie  gegen Micha Fuchs die knallrote Karte von Schiedsrichter Jan Ulmer ein, der die in der Endphase teilweise hektische Partie sicher über die Runden brachte.

Siegtorschütze Luca Kirschbaum, links Armando Grau.

Wegen einiger Unterbrechungen gab es insgesamt achteinhalb Minuten Nachspielzeit, doch in echte Gefahr geriet der Wissener Sieg nicht mehr. Der Jubel bei Abpfiff war beträchtlich, auch wegen der Vorkommnisse beim 2:3 verlorenen Hinspiel in Eisbachtal. Die kommende Aufgabe wird nicht einfacher, denn am nächsten Wochenende geht es an die belgische Grenze zum Spitzenreiter SG Schneifel. Dankbarkeit für die Schützenhilfe im Titelkampf ist dort nicht zu erwarten. Wenn es aber gelingt, erneut so engagiert und ohne einen einzigen Schwachpunkt aufzutreten wie am Samstag, ist auch in dieser Begegnung einiges möglich.

Emre Bayram glänzte trotz Erkältung im zentralen Mittelfeld.

Das Fazit von Trainer Dirk Spornhauer: „Alle haben gut gearbeitet und eine sehr gute kämpferische Leistung geboten. Bei den vielen langen Bällen haben wir clever verteidigt. Der Blick auf die Tabelle zeigt, wie wichtig der Sieg für uns war – auch für die Moral. Die Eisbachtaler haben ihre beiden klaren Chancen nicht reingemacht, da hätte das Spiel auch in die andere Richtung kippen können. Sie müssen sich deshalb an die eigene Nase fassen und nicht die Schuld beim Schiri suchen. Am Ende haben wir den Sieg aber durch Kampf und eine geschlossene Mannschaftsleistung verdient über die Ziellinie gebracht.“

Til Cordes im Kopfballduell.

Die VfB-Aufstellung gegen Eisbachtal: Mel Brucherseifer, Mario Weitershagen, Tom Pirsljin, Paul Christian, Max Krauß, Philipp Weber, Emre Bayram (61. Steven Winzenburg),  Luca Kirschbaum, Micha Fuchs (90. Marvin Heuser), Til Cordes (75. Alexander Mildenberger), Armando Grau (90.+5. Marius Wagner). – Zuschauer: 210. – Schiedsrichter: Jan Ulmer.

Das Schiedsrichtergespann mit Lars Streit, Jan Ulmer und Athanasios Fasulas.

Nach dem Spiel bei Tabellenführer Schneifel stehen gleich vier Vergleiche mit aktuell hinter dem VfB platzierten Teams an. Bis Anfang April stehen dabei gleich zwei englische Wochen an. Die nächsten Aufgaben im Überblick:

Samstag, 16.März – 18:00 Uhr : SG Schneifel – VfB Wissen
Mittwoch, 20.März – 19:30 Uhr : VfB Wissen – FC Niederroßbach
Sonntag, 24.März – 15:30 Uhr : SG 99 Andernach – VfB Wissen
Samstag, 30.März – 17:30 Uhr : VfB Wissen – TuS Kirchberg
Mittwoch, 3.April – 19:45 Uhr : VfB Wissen – FC Metternich

(c) Fotos: balu / PS – Bilder zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken. Weitere Bilder folgen.