Bittere Niederlage in der Nachspielzeit: VfB verliert 0:1 gegen Ahrweiler

Geschichte wiederholt sich: In der vergangenen Saison lief im Heimspiel des VfB Wissen gegen den BC Ahrweiler alles auf eine Punkteteilung hinaus, eher ein heftig diskutierter Foulelfmeter kurz vor dem Abpfiff die Entscheidung brachte. ABC-Goalgetter Almir Porca verwandelte, und er sollte auch in diesmal zum Matchwinner für sein Team werden. Diesmal dauerte es sogar bis in die fünfte Minute der Nachspielzeit, ehe der Torschützenkönig der Rheinlandliga erneut zuschlug und mit einem Kopfball aus sechs Metern für eine maximal ärgerliche Wissener 0:1-Niederlage sorgte.

Das Schiedsrichtergespann mit Routinier Axel Bach, dem zu Saisonbeginn in die Rheinlandliga aufgestiegenen Referee Manuel Mück und Simon Hohmann brachte die faire Partie souverän über die Bühne.

Dabei hatte es in der ersten Halbzeit nicht nach einem so engen Match ausgesehen, denn Ahrweiler erspielte sich mit schnellem Kombinationsfußball eine klare optische Überlegenheit. Nennenswerte Chancen sprangen dabei aber kaum heraus, und so sahen die 205 Zuschauer auf dem Rasen im Dr.Grosse-Siegstadion eine sehr schnelle und engagiert geführte, aber auch eine an Torszenen relativ arme Begegnung. Der VfB kam bis zum Seitenwechsel nur selten zu guten  Offensivaktionen, doch bei einem Vorstoß von Mirkan Kasikci in der 43.Minute wäre der Spielverlauf fast auf den Kopf gestellt worden. Sein Querpass erreichte Felix Arndt, doch der wurde kurz vor der Torlinie noch abgeblockt.

Prominenter Besuch auf der Tribüne: Colin Bell (links), Billy Wilhelm, Willi Klein und Günter Oettgen.

Trainer Dirk Spornhauer haderte mit dem Auftritt seines Teams vor der Pause: „Mit der ersten Halbzeit war ich gar nicht zufrieden. Da hat uns der Zugriff gefehlt und wir waren nicht nah genug am Gegner. Bei aller spielerischen Qualität, die Ahrweiler natürlich hat, sind wir in vielen Situationen zu weit weg gewesen von den Gegenspielern und haben ihnen dadurch viel zu viele Möglichkeiten zum Abspiel gelassen. Da hätte ich mir schon ein anderes Zweikampfverhalten und auch eine andere Körpersprache gewünscht.“

Topchance von Mirkan Kasikci kurz vor der Pause.

Die Steigerung des blau-weißen Teams nach Wiederanpfiff änderte für eine Viertelstunde den Spielverlauf komplett, denn nun war der VfB am Drücker. Die erste Topchance stellte sich schnell ein. Nach einem Flügellauf über die linke Seite passte Til Cordes zur Mitte, wo Felix Arndt den Ball am Fünfmeterraum aber nicht richtig traf und weit am langen Pfosten vorbeisetzte (47., Foto unten). Kurz darauf fischte Ahrweilers Keeper Weidner einen Kopfball von Til Cordes mit einer Glanzparade aus dem kurzen Eck. Danach bewies Ahrweiler erneut die Qualitäten, die dem Team im Vorjahr 105 Saisontore beschert hatten.

In dieser Szene verpasste Felix Arndt freistehend das mögliche 1:0.

Insgesamt aber verlief das Spiel nun deutlich ausgeglichener mit Torszenen auf beiden Seiten, auch wenn die Gäste bei zwei Pfostentreffern (66./75.) der Führung am Nächsten waren. Je näher der Abpfiff kam, wurde klar: Wer das erste Tor schießt, gewinnt. Und genau diese Option schien sich in der 86.Minute für den VfB zu bieten, als Luca Kirschbaum einen Steilpass erlief, den letzten Verteidiger abschüttelte, dann frei vor dem Torwart stand, den Ball aber mit dem linken Fuß nicht zum vermutlich siegentscheidenden Treffer ins Netz, sondern links neben das Tor setzte.

Die Kraft des von einem Infekt geschwächten Philipp Weber (rechts) reichte nur für gut eine Halbzeit.

Dirk Spornhauer zu dieser Phase der Partie: „Wir sind gut aus der Kabine gekommen und hatten, auch wenn die Führung bis dahin vielleicht unverdient gewesen wäre, die größeren Chancen. Felix Arndt musste den Ball einfach nur noch über die Linie drücken, und dann hast Du hier ein ganz anderes Spiel. Und den Ball kurz vor Schluss macht Luca Kirschbaum normaler Weise rein. Bei den zwei Pfostentreffern hatten wir natürlich auch Glück. Es war in der zweiten Halbzeit von den Chancen her ein offenes Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können.“

Der erst 20-jährige Tom Zehler, früher Kapitän unserer A-Jugend, hat sich zu einer festen Größe in der VfB-Defensive entwickelt.

Dann ging es in die wegen der beiden Trinkpausen sechsminütige Nachspielzeit. Nach 95 Minuten stürmte der eingewechselte Justin Kirschbaum durchs Mittelfeld und wurde zehn Meter hinter der Mittellinie durch ein mit gelb bestraftes taktisches Foul gestoppt. Damit schien die letzte Chance des Spiels dem VfB zu gehören.

Kopfballchance durch den aufgerückten Paul Christian.

Umso bitterer, dass aus dem folgenden Freistoß dann das Gegentor entstand. Steven Winzenburg brachte den Ball hoch vors Tor, die Gäste konnten abwehren und der in dieser Szene zu weit aufgerückte VfB fing sich einen klassischen Konter über die linke Abwehrseite. Aus dem entstand der letzte Freistoß des Spiels, der Ahrweiler das Tor des Tages bescherte.

Lukas Becher (rechts) ging angeschlagen ins Spiel, hielt aber bis in die Schlußphase durch.

Das Fazit des Trainers: „Ahrweiler war uns spielerisch überlegen, aber kämpferisch haben wir nach der Pause sehr gut dagegen gehalten und alles rausgehauen. Umso ärgerlicher ist es, wenn Du dann in der Nachspielzeit so ein Tor kassierst, zumal wir Almin Porca vorher gut im Griff hatten. Er war halt wieder mal der Unterschiedsspieler, und wenn er so freistehend zum Kopfball kommt wie in dieser Szene, dann macht er ihn einfach rein und du wirst brutal bestraft.

Auch Angreifer Til Cordes beteiligte sich an der Abwehrbereit.

„Natürlich war der Sieg von Ahrweiler wegen der größeren Spielanteile verdient, da haben sie einfach ihre Qualität. Aber nach dem Chancenverhältnis wäre auch ein Unentschieden gerecht gewesen. Wir hätten hier gegen den Favoiten punkten können, aber dafür fehlte das Tor. So ist Fußball. Das war heute extrem bitter, aber es wird uns nicht umwerfen.“

Schwerstarbeit der VfB-Abwehr – erfolgreich bis zur 95.Minute …

Am kommenden Sonntag geht es mit Cosmos Koblenz zu einem weiteren, international besetzten Aufstiegsaspiranten. In der vorletzten Saison, als die Koblenzer sich über Relegationsspiele ein kurzes Gastspiel in der Oberliga erarbeiteten, konnte der VfB gegen die “Cosmonauten” vier der sechs möglichen Punkte holen (2:2, 1:0). Seither wurde die von einem Großsponsor geförderte Mannschaft bereits mehrfach komplett umgekrempelt und mit etlichen Profis aus vielen verschiedenen Ländern ergänzt. Das Spiel findet in Höhr-Grenzhausen statt.

Luca Kirschbaum hätte in der 86.Minute zum Helden werden können, verpasste nach tollem Solo aber das spielentscheidende Tor.

Die VfB-Aufstellung gegen Ahweiler: Lukas Litschel, Mirkan Kasikci, Paul Christian, Max Krauß, Tom Zehler (90.+6 Marius Wagner), Philipp Weber (53. Justin Kirschbaum), Steven Winzenburg, Felix Arndt (90.+1 Dominik Soldo), Lukas Becher (82. Hüseyin Samurkas), Til Cordes, Luca Kirschbaum (89. Micha Fuchs). Schiedsrichter: Manuel Mück aus Koblenz. Zuschauer: 205.

(c) Fotos: balu / PS. Bilder zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken.