Eine Woche nach dem 0:1 gegen Kirchberg ging die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen auch beim Oberliga-Absteiger FC Bitburg leer aus und unterlag nach einer völlig mißratenen ersten Halbzeit klar und verdient mit 0:3. Die Niederlage hatte sich dabei schon früh abgezeichnet, denn Bitburg erwischte den besseren Start ins Spiel und dominierte die Anfangsphase mit schnellem Kombinationsfußball. Trotz des Regens war der neue Kunstrasenbelag im Bitburger Stadion gut bespielbar, was die spielstarken Gastgeber zu nutzen wussten. Auch die Zweikampf- und Kopfballbilanz sprach von Anfang an eindeutig für den FC.
Til Cordes im letzten VfB-Heimspiel gegen den FC Bitburg.
Das frühe 1:0 nach nur 19 Minuten fiel deshalb fast folgerichtig. Die Hausherren spielten sich mit Doppelpässen über die linke Seite durch. Die scharfe Flanke in den Fünfmeterraum konnte Mirkan Kasikci noch ablenken, doch den mit viel Effet hochspringenden Ball beförderte Bitburgs Torjäger Joshua Bierbrauer mit dem Kopf in Richtung Tor, wo er trotz des Rettungsversuches von VfB-Keeper Lukas Litschel knapp hinter die Linie trudelte. Davor und auch im restlichen Verlauf der ersten Halbzeit hatte auch der VfB seine Spielanteile und kam zu aussichtsreichen Offensivaktionen, bei denen aber zumeist der letzte Pass scheiterte. Die Ungenauigkeiten im Paßspiel und frühzeitige Ballverluste kennzeichneten an diesem Samstag aus blau-weißer Sicht das gesamte Spiel.
Philipp Weber (Archivbild).
Kurz vor dem Pausenpfiff sorgte dann ein Bitburger Doppelschlag innerhalb von drei Minuten für die endgültige Entscheidung. Eine hohe Hereingabe von der linken Seite wurde hoch abgewehrt, doch als der Ball wieder vor dem Tor landete, zeigte sich die VfB-Abwehr viel zu passiv. Erneut profitierte davon Joshua Bierbrauer, der weitgehend unbedrängt und ohne Körperkontakt mit einem der Verteidiger zum 2:0 (40.) einköpfen konnte. Das dritte Gegentor war dann Folge eines Wissener Ballverlust im Spielaufbau, den Bitburg zu einem schnellen Konter nutzte, den Simon Floß per Flachschuß zum 3:0 (43.) abschloß.
Trainer Dirk Spornhauer.
Das Fazit von Dirk Spornhauer bis dahin: „Die erste Halbzeit haben wir total verschlafen. Wir haben eine schlechte Zweikampfführung und zu wenig Laufbereitschaft gezeigt. Vor allem das Paßspiel nach vorne hat nicht funktioniert, im Spielaufbau war fast jeder Ball schnell wieder weg. Die Bitburger haben offensiv sehr viel Qualität, deshalb sind wir viel gelaufen, hatten aber trotzdem meistens viel zu viel Abstand zum Gegner. Vor der Halbzeit haben wir dann durch die beiden Gegentore das Spiel förmlich weggeworfen. Mit einem 1:0-Halbzeitstand hätten wir trotz der schlechten Leistung noch zurückkommen können, aber der Doppelschlag hat uns endgültig alle Chancen genommen.“
Tom Pirsljin und Armando Grau fehlten beim 0:3 in Bitburg (Archivbild / -c- balu).
Nach dem Wechsel war immerhin eine deutliche Steigerung erkennbar, die zwar zu einem ausgeglichenen Spiel führte, aber am klaren Endergebnis nichts mehr änderte. Auch weiterhin hatte VfB-Keeper Lukas Litschel mehr zu tun als sein Gegenüber. Dirk Spornhauer: „ In der zweiten Halbzeit hat die Mannschaft zumindest eine Reaktion gezeigt, mutiger gespielt und endlich die Zweikämpfe angenommen. Wir haben dann ein ebenbürtiges Spiel geliefert, ohne das große Torchancen herausgekommen wären. Wenn wir so in der ersten Halbzeit aufgetreten wären, wäre hier heute was möglich gewesen.“
Auch Micha Fuchs war diesmal verletzungsbedingt nicht dabei.
Nun warten mit Rot-Weiß Wittlich, der SG Vordereifel und der SG Mülheim-Kärlich drei Gegner aus dem aktuellen Spitzenquartett der Rheinlandliga. Punktgewinne sind Pflicht, wenn der derzeitige 5-Punkte-Abstand zu den Abstiegsplätzen nicht weiter schrumpfen soll. Für die Vergleiche mit den Topteams erwartet Trainer Dirk Spornhauer eine klare Steigerung: „Das war heute zu wenig. Wir müssen endlich lernen, auch schwierige Phasen zu überstehen und auch mal nach einem Rückstand zurück zu kommen und was mitzunehmen.“
Schiedsrichter der Parie in Bitburg war Michael Bell-Simons.
Die VfB-Aufstellung in Bitburg: Lukas Litschel, Paul Christian, Mirkan Kasikci, Tom Zehler (66. Marius Wager), Max Krauß, Philipp Weber, Lukas Becher, Steven Winzenburg, Felix Arndt (82. Aimen Aslan), Til Cordes (66. Tim Adanic), Luca Kirschbaum (66. Justin Kirschbaum). Zuschauer: 154.
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