Angesichts vieler Ausfälle reiste die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen mit nur 15 Spielern zum Auswärtsspiel beim TuS Immendorf nach Koblenz-Horchheim. Auf den dortigen Kunstrasenplatz war die Partie wegen der Bauarbeiten in der Immendorfer Sportanlage verlegt worden. Neben der Sturmreihe mit Felix Arndt, Jakov Jancek und Armando Grau fehlten u.a. auch Hüseyin Samurkas, Tom Pirsljin, Marius Wagner, Leon Kussatz und Kerem Sari. Kurzfristig musste sich dann auch noch der erkrankte Paul Christian abmelden.
Die Mannschaften beim Einlauf.
Seinen letzten Punktspielsieg hatte der VfB (abgesehen vom Relegationserfolg gegen Schweich) im Mai beim TuS Immendorf eingefahren. Nun gab es bei den Koblenzer Vorstädtern den ersten Dreier der Saison. Danach hatte es allerdings eine gute Viertelstunde lang gar nicht ausgesehen, denn die Gastgeber waren vom Anpfiff an am Drücker und hatten drei dicke Gelegenheiten zur frühen Führung, bei denen zweimal das Glück und einmal Mannschaftskapitän Lukas Litschel half..
Viel zu tun für die Wissener Abwehr in den ersten fünfzehn Minuten.
Der VfB-Keeper wehrte nach 17 Minuten einen umstrittenen Foulelfmeter ab. Vorausgegangen waren dieser Szene bereits ein Volleyschuß von der Strafraumgrenze, der an den linken Innenpfosten des Wissener Tores klatschte (9.) sowie eine ganze Serie von Ecken. Bei einer dieser Hereingaben scheiterte ein TuS-Stürmer aus kurzer Distanz und setzte den Ball weit über das Tor. Erwähnenswerte Offensivaktionen des VfB bis dahin: Fehlanzeige.
So entstand der Foulelfmeter nach 17 Minuten …
… so wehrte Lukas Litschel ihn ab.
… und auch bei diesem gefährlichen Freistoß war der VfB-Kapitän auf dem Posten.
VfB-Trainer Dirk Spornhauer zur Anfangsphase: „Die ersten 15 Minuten waren wir gar nicht im Spiel. Immendorf war zu Beginn in den Zweikämpfen präsenter und hat uns den Schneid abgekauft. Wir waren gedanklich nicht wach genug und haben zweimal Glück gehabt, nicht in Rückstand zu geraten. Auch die Szene, die dann zum Elfmeter führte, hätten wir früher und besser verteidigen können. Der von Lukas gehaltene Elfmeter war psychologisch dann sehr wichtig und hat das Spiel gedreht.“
Lukas Becher im Nahkampf.
Ausdruck fand das in einer ganzen Serie guter und bester Gelegenheiten für den VfB. Die wenig sattelfeste TuS-Abwehr taumelte nun bei den schnellen Wissener Angriffen von einer Verlegenheit in die nächste. Je zweimal standen Til Cordes und Micha Fuchs frei vor Immendorfs jungem Torwart Kilian Metzgeroth, der mit vier starken Paraden ein Gegentor zunächst noch verhindern konnte. Beim inzwischen überfälligen 0:1 (45.) durch Til Cordes nach einem tollen Solo von Maxim Gorohov über rechts war er aber machtlos.
Maxim Gorohov auf dem Weg zum 0:1: Balleroberung im Mittelfeld …
… Solo über den rechten Flügel – Im Hintergrund links wartet schon freistehend Torschütze Til Cordes auf die Hereingabe.
… und der Dank der Teamkameraden für die starke Einzelleistung.
Dirk Spornhauer: „Wir hatten bis zur Halbzeit wie schon beim letzten Auswärtsspiel in Kirchberg drei, vier glasklare Chancen, die musst Du eigentlich machen. Genau zum richtigen Zeitpunkt sind wir dann mit dem Halbzeitpfiff in Führung gegangen. Das war überragend gemacht von Maxim. Für Immendorf war das natürlich nach den sieben Gegentoren vor einer Woche der Nackenschlag.“
Max Krauß: Voller Einsatz am Boden und in der Luft.
Diesen Nackenschlag merkte man dem TuS dann auch an. Nicht einmal fünf Minuten nach Wiederbeginn stand es 0:2 (49.). Lukas Becher ging nach einem langen Einwurf von Steven Winzenburg auf die Reise und flankte in die Mitte, wo der mitgelaufene Micha Fuchs zur Stelle war und den Ball volley ins Netz jagte. Das 0:3 (65.) durch Lukas Becher machte dann den Deckel drauf. Einen weiten Abschlag von Lukas Litschel (Scorer-Punkt !!!) nahm sein Namensvetter auf und hob den Ball aus gut 20 Metern clever über den herauseilenden Keeper ins Tor.
Micha Fuchs (im Bild oben rechts): Glücklos in der ersten Halbzeit – Schütze des vorentscheidenden 0:2 direkt nach der Pause.
Die Immendorfer gaben nicht auf, fanden aber gegen die nun engagiert und konzentriert arbeitende VfB-Abwehr keine Mittel mehr. So entstand die beste Chance vor dem späten Treffer zum 1:3 (87.) auch nicht aus dem Spiel heraus, sondern durch einen Freistoß, den Lukas Litschel aus dem Winkel fischte. Das Anschlußtor fiel ebenso wenig ins Gewicht wie die gelb-rote Karte, die sich ein Immendorfer Akteur in der Nachspielzeit noch einfing.
Til Cordes im Zweikampf mit Immendorfs Maximilian Fischer.
Tom Zehler hat die Lufthoheit.
Dirk Spornhauer: „Der Plan für die zweite Halbzeit war, stabil zu stehen und noch ein Tor nachzulegen, was ja auch direkt geklappt hat. Immendorf hat es uns jetzt leicht gemacht, das 2:0 und 3:0 waren relativ einfache Tore. Wir sind mit nur vier Ersatzspielern und ohne gelernten Stürmer hierhin gefahren, deshalb muss ich wie schon letzte Woche der Mannschaft ein Riesenkompliment machen. Das war ein toller Fight, und gegen so eine robuste Mannschaft musst Du auch erst einmal bestehen.“
Die Wissener Standards blieben diesmal harmlos.
Fazit und Ausblick des Trainers: „Das war heute ein ganz wichtiger Schritt, wir haben durch den Dreier die Abstiegsplätze verlassen. Jetzt kommen gegen Linz und in Hochwald noch zwei Spiele, in denen wir nachlegen wollen. Wenn das klappt, sind wir nach dem knüppelharten Auftaktprogramm auf einem guten Weg. Wenn zu den ganzen aktuellen Ausfällen nicht noch mehr Verletzte hinzukommen und sich der Kader nach und nach wieder füllt, haben wir gute Chancen, in dieser Saison besser abzuschneiden als letztes Jahr.“
Lukas Becher, Torschütze zum 0:3.
Die VfB-Aufstellung gegen Immendorf: Lukas Litschel, Tom Zehler, Max Krauß, Jonas Fuhrmann, Mustafa Tuysuz, Philipp Weber, Steven Winzenburg, Maxim Gorohov, Micha Fuchs (88. Tim Leidig), Til Cordes , Lukas Becher. Schiedsrichter: Lennart Steppe (Leihgestern / Hessischer Fußballverband). Zuschauer: 170.
Die nächsten Aufgaben:
- Mittwoch, 17. September, 19:30 Uhr – VfB Wissen – VfB Linz
- Samstag, 20. September, 16:30 Uhr – SG Hochwald – VfB Wissen
- Samstag, 27. September, 17:00 Uhr – VfB Wissen – Eintracht Trier II
- Freitag, 03. Oktober, 15:00 Uhr – VfB Wissen – SG Schneifel
VfB-Neuzugang Maxim Gorohov (Nr.26) feierte am 9.September seinen 20.Geburtstag.