Dem 5:2-Starterfolg in Horressen ließ die Bezirksliga-Mannschaft des VfB Wissen im ersten Saisonheimspiel einen weiteren klaren Sieg folgen. Sechs verschiedene Schützen trugen jeweils einen Treffer zum 6:0 über die SG Müschenbach / Hachenburg bei. Selten in den letzten Jahren sahen die Zuschauer eine so einseitige Partie wie am Samstag. Die personell gebeutelten Gäste hatten über 90 Minuten keinen einzigen Torabschluss.
Die Müschenbacher waren durch einige Ausfälle gebeutelt und hatten die gelichteten Reihen mit einigen Akteuren aus der eigenen 2.Mannschaft aufgefüllt. Insofern war das Ziel der Gäste von Anfang an auf Schadensbegrenzung beschränkt. Am Ende war das vorbildlich kämpfende Team, dass durchgängig mit zehn oder elf Spielern im und am eigenen Strafraum versammelt war, mit dem Endstand noch bestens bedient.
Philipp Weber (rechts) erzielte den ersten Wissener Treffer.
Zu Beginn der Partie wiederholte die druckvoll aufspielende VfB-Elf den Chancenwucher vom ersten Spieltag. So musste ein an Philipp Weber verwirkter Strafstoß zum 1:0 herhalten, den der Gefoulte nach 27 Minuten sicher verwandelte. Noch vor der Pause legten Leandro Fünfsinn (35.) nach Vorarbeit von Felix Arndt sowie Jannik Krämer (39.) nach, sodass bereits nach 45 Minuten kein Zweifel mehr am Heimsieg bestand.
Felix Arndt.
Damit war die Pflicht erledigt, und die Kür folgte in der zweiten Halbzeit, die mit dem Tempo und der Zielstrebigkeit des ersten Abschnitts nicht ganz mithalten konnte. Immerhin gelangen erneut drei Treffer, wobei beim 4:0 durch Jacov Jancek nach genau einer Stunde SG-Keeper David Aust mit einem verunglückten Abstoß die Vorarbeit geleistet hatte. Ansonsten aber konnte Müschenbachs Torwart mit etlichen starken Paraden eine noch höhere Pleite verhindern.
Tom Zehler.
Tim Leidig (5:0 / 80.) und der eingewechselte Tom Pirsljin per Kopf nach einer Ecke von Jacov Jancek (6:0 / 89.) stellten mit ihren Treffern in der Schlussphase den Endstand her. Die SG, die konditionell ans absolute Limit ging und in den letzten Minuten noch ihren Ersatztorwart im Feld einwechselte, dürfte den Schlusspfiff durch den souveränen Schiedsrichter Oliver Sons förmlich herbeigesehnt haben.
Lukas Becher.
VfB-Trainer Dirk Hannappel: „Heute ist es schwer, das Spiel zu analysieren. Der Gegner hat aus verständlichen Gründen ausschließlich versucht, sein Tor so gut wie möglich zu verteidigen und keinerlei Interesse gehabt, nach vorne zu spielen. Ich finde, wir haben es bis zur Pause ruhig und gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hat dann die Zielstrebigkeit gefehlt, aber das ist angesichts des Ergebnisses von 6:0 überhaupt nicht schlimm.“
Julian Wienold.
„Mir hat da aber so ein bißchen die Geilheit gefehlt, noch mehr Tore zu machen und den Zuschauern noch mehr Spektakel zu bieten. Bei dieser Überlegenheit hatten wir eigentlich zu wenig klare Abschlüsse. Aber wenn Du von der ersten Minute an gegen eine 10er-Wand 20 Meter vor dem Tor anlaufen musst, ist das natürlich schwierig. Wir haben heute nicht einen einzigen Torschuss zugelassen.“
Jacov Jancek.
„Wir sind aktuell personell nicht so breit aufgestellt und deshalb habe ich früh gewechselt, damit alle im aktuell verfügbaren Kader zu Spielpraxis kommen – und das nicht nur für fünf Minuten. Die drei, die heute reingekommen sind, haben das auch gut gemacht. Jetzt kommt die englische Woche mit Burgschwalbach, Weitefeld und Ransbach-Baumbach und heute in vierzehn Tagen wissen wir, wie gut wir sind.“
Tim Leidig im Kopfballduell nach einer der zahlreichen Wissener Ecken.
Die VfB-Aufstellung gegen Müschenbach: Lukas Litschel, Tim Leidig, Tom Zehler (57. Jerome Neuhoff), Mustafa Tuysuz (57. Tom Pirsljin), Julian Wienold, Philipp Weber, Jannik Krämer, Lukas Becher, Felix Arndt, Jacov Jancek, Leandro Fünfsinn (57. Hüseyin Samurkas). Schiedsrichter: Oliver Sons. Zuschauer: 190.
Sechsmal durfte sich das VfB-Team so wie hier nach dem 2:0 durch Leandro Fünfsinn (ganz rechts) über ein Tor freuen.