Der VfB knackt mit dem souveränen 4:0-Sieg gegen Salmrohr die 40-Punkte-Marke

In der vergangenen Saison fuhr der VfB Wissen die beste Heimbilanz aller 18 Rheinlandligisten ein. Aktuell ist das Team auf dem Weg, wieder an diese Stärke anzuknüpfen. Nach dem 6:0 gegen Niederroßbach, dem 4:0 gegen Metternich und dem 3:0 gegen Wittlich vor einer Woche fuhr die Elf von Trainer Dirk Spornhauer auch am Samstag gegen den FSV Salmrohr einen klaren Heimsieg ein. Mit dem völlig ungefährdeten 4:0-Erfolg, der den 4:0-Hinspielsieg wiederholte, glich unsere Mannschaft ihre Saisonbilanz bei nun 11 Siegen, 7 Unentschieden und 11 Niederlagen aus.

Das Schiedsrichter-Gespann mit Referee Alexander Mürtz und seinen Assistenten Niklas Hickmann und Jan Krümpelmann.

Genauso wichtig wie der eigene Dreier waren die Niederlagen der Konkurrenz im Abstiegskampf, denn mit dem 4:0 konnte nicht nur der Samstagsgegner um acht Punkte distanziert werden. Durch die Niederlagen von Wirges (1:5 in Ahrweiler) und Immendorf (2:5 bei der SG Schneifel) sind die sicheren vier Abstiegsplätze nun schon 11 Punkte entfernt. Der Klassenerhalt ist in dieser von vielen schweren Verletzungen geprägten Saison damit in greifbare Nähe gerückt, selbst wenn es bei einem Nicht-Rückzug der FSG Ehrang zu fünf Absteigern kommen sollte.

Luca Kirschbaum und Micha Fuchs im Salmrohrer Strafraum.

Auf dem Rasenplatz im Dr.Grosse-Siegstadion war der VfB vom Anpfiff weg am Drücker und setzte die defensiv eingestellten Gäste aus der Eifel unter Druck. Unter Druck entstehen Fehler, und ein solcher unterlief nach neun Minuten dem letzten Mann der Salmrohrer, der bei einem Pass auf Luca Kirschbaum auf dem glatten Boden ausrutschte und sich knapp hinter der Strafraumgrenze im Liegen nur noch mit einem Handspiel zu helfen wußte. Konsequenz: Elfmeter für den VfB und Platzverweis für die Gäste, die damit 80 Minuten lang in Unterzahl agieren mussten.

Das Strafstoßtor von Steven Winzenburg zum 1:0.

Der nicht nur an diesem Tag bärenstarke Steven Winzenburg verwandelte in Abwesenheit der üblichen Elfmeterschützen Philipp Weber und Armando Grau sicher zum 1:0 (10.). Die beiden in der vergangenen Woche operierten Stammkräfte waren übrigens als Zuschauer im Stadion dabei und konnten sich der guten Genesungswünsche der Fans sicher sein. Da auch die Polizisten Tom Pirsljin und (bis zur Halbzeit) Justin Kirschbaum berufsbedingt ausfielen, rückte Marius Wagner in den Defensivverbund und machte seine Sache ausgezeichnet.

Marius Wagner am Ball.

Schon fünf Minuten nach der Führung hätte Micha Fuchs nachlegen können, doch sein Schuß aus fünf Metern nach einem weiteren Solo von Luca Kirschbaum strich am langen Pfosten vorbei. Ansonsten verlief die restliche erste Halbzeit bei mindestens 80% Wissener Ballbesitz komplett einseitig, was einerseits am starken und konzentrierten VfB-Spiel, andererseits aber auch am blutleeren Auftritt des FSV lag. Mit dem knappen 1:0 ging es unter der gewohnt souveränen Leitung von Schiedsrichter Alexander Mürtz aus Mendig in die Pause.

Ab durch die Mitte: Max Krauß.

Trainer Dirk Spornhauer zur ersten Halbzeit: „Wir haben sehr gut angefangen und früh attackiert. Salmrohr war drauf bedacht, im 4-4-2 defensiv gut zu stehen und wir wussten, dass es Geduld brauchen kann, um die beiden Viererketten zu knacken. Der Elfmeter und der Platzverweis haben uns dann natürlich geholfen. Wir haben es aber nach dem 1:0 verpasst nachzulegen. Micha und Luca hätten schon bis zur Halbzeit das Ergebnis höher schrauben können. Ich habe den Jungs dann gesagt, das mit dem 2:0 das Spiel entschieden ist.“

OPs gut überstanden: Armando Grau und Philipp Weber.

Allzu lange brauchte der Coach nach Wiederanpfiff nicht zu warten, bis die gewünschten Tore fielen, denn mit drei VfB-Treffern in nur 15 Minuten war die Partie schon gelaufen. Den Auftakt machte eine Ecke von Micha Fuchs, die von Luca Kirschbaum noch leicht berührt zum 2:0 (48.) im kurzen Eck des Salmrohrer Tores landete. Beim 3:0 (52.) war Micha Fuchs‘ Urheberschaft dann unstrittig, denn nach einem perfekten Pass von Tim Leidig ging er alleine aufs Gästetor zu und verwandelte aus 10 Metern flach in die Tormitte.

Das zweite Tor entstand in Co-Produktion von Micha Fuchs und Luca Kirschbaum.

Ein Pass von Paul Christian leitete nach 63 Minuten das 4:0 ein. Tim Leidig lupfte den Ball über den Salmrohrer Keeper Tim Kieren, in der Mitte war Til Cordes mitgelaufen und drückte den Ball aus kurzer Distanz zum Endstand ins leere Tor. In der restlichen halben Stunde war eine Verdopplung des Resultates möglich, die schwachen Gäste waren mit dem 4:0 am Ende bestens bedient. Mehrfach boten sich Topgelegenheiten für weitere Tore, und wenn es an diesem Nachmittag überhaupt etwas zu kritisieren gab, dann war es die mangelnde Chancenverwertung.

Emre Bayram im Zweikampf.

Das vergaß auch Dirk Spornhauer in seinem Resümé zum Spiel nicht: „Salmrohr kam ja nicht in einer Ausgangslage zu uns, wo man ein super Selbstbewußtsein mitbringt. Mich hat gewundert, dass da aber auch wenig Emotionen drin waren. Wenn man gegen den Abstieg spielt, erwartet man schon mehr Feuer. Ich hatte gerade nach dem Trainerwechsel mit mehr Gegenwehr gerechnet. Mit dem 2:0 und in Überzahl war das Ding eigentlich schon abgehakt. Wir hätten aber drei oder vier Tore mehr schießen müssen.“

Tim Leidig bereitete das 4:0 vor.

Der Trainer wagte auch einen Ausblick auf die kommenden Wochen: „Der Sieg war natürlich ganz wichtig. Wir haben unser Ziel mit sechs Punkten aus den beiden Heimspielen erreicht, und jetzt haben wir die 40 voll. Nächste Woche ist unser Ziel, in Wirges nicht zu verlieren. Und dann haben wir ja auch noch die beiden Heimspiele gegen Tarforst und Ehrang, wo wir wieder punkten können. 43 Punkte müssten reichen, um am Ende auf der sicheren Seite zu sein.“  Bei noch fünf ausstehenden Spielen ist weiter unbedingte Vorsicht geboten (wie auch das Beispiel des TuS Mayen im vergangenen Jahr zeigt), aber die Wolken am blau-weißen Himmel sind weniger geworden.

VfB-Kapitän Mario Weitershagen (rechts) war defensiv kaum gefordert.

Fazit: Dass Torwart Lukas Litschel nach der Partie, in der er keine einzige Chance der Gäste zu parieren hatte, ein vollkommen unbeflecktes Trikot trug, sagt alles über den Verlauf dieses Spiels. Wie die Wissener Mannschaft mit den Nackenschlägen der vergangenen Wochen umging, ist aller Ehren wert. Sie hat dem durch die enge Tabellensituation entstandenen Druck trotz der erneuten personellen Umstellungen ein weiteres Mal glänzend Stand gehalten. Der VfB kann stolz auf diese Truppe sein.

Die VfB-Aufstellung gegen Salmrohr: Lukas Litschel, Mario Weitershagen, Marius Wagner, Steven Winzenburg, Paul Christian, Max Krauß, Emre Bayram (67. Alexander Mildenberger), Tim Leidig (78. Pascal Freudenberg), Til Cordes (74. Kerem Sari), Micha Fuchs (57. Justin Kirschbaum), Luca Kirschbaum (78. Felix Arndt). Schiedsrichter: Alexander Mürtz. Zuschauer: 135.

(c) Fotos: PS / balu. Bilder in der Galerie zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken. Weitere Bilder vom Spiel folgen.