Nach dem späten Sieg des Konkurrenten VfB Linz beim Absteiger SG Malberg am Samstag war die Rheinlandliga-Mannschaft für knapp 24 Stunden erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Am Sonntag aber holte sie sich nicht nur den 14.Platz zurück, sondern verbesserte durch die Niederlagen von Kirchberg und Schweich eine Woche vor dem Saisonfinale auch die eigene Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt, der nun zwischen vier Teams entschieden wird.
Wie in der Vorwoche kam das Schiedsrichtergespann erneut aus dem Hessischen Fußballverband: Referee Malte Kirschner aus Mainz-Kastel hatten mit seinen Assistenten Wolfgang Geipel und Erik Willemsen die Partie sicher im Griff.
Dabei wurde es beim dringend benötigten 3:2-Sieg in Immendorf nach schneller 3:0-Führung in den letzten zehn Minuten noch einmal unerwartet eng, denn nach einem starken und defensiv souveränen Auftritt über mehr als eine Stunde sorgten zwei späte Gegentore innerhalb von 180 Sekunden für kräftiges Nervenflattern im blau-Weißen Lager auf und neben dem Platz. Die drei wichtigsten Szenen aus Wissener Sicht gleich zu Beginn:
Eine Hereingabe von Felix Arndt von der rechten Angriffsseite verwertete Til Cordes mit seinem 13.Saisontor zum 0:1 (11.).
Dieser Schuss von Felix Arndt glitt Immendorfs Keeper Marcel Behr zum 0:2 (29.) durch die Finger.
Einen langen Einwurf von Steven Winzenburg nach 34 Minuten verlängerte Tim Leidig mit dem Hinterkopf zum 0:3-Halbzeitstand ins lange Eck.
Auf dem Kunstrasenplatz in Immendorf war der VfB von Anfang an am Drücker und hätte schon mit seinen ersten beiden Angriffen das 0:1 erzielen können, doch die frühen Topchancen durch Til Cordes und Tim Leidig brachten noch nichts ein. Dann aber drückte sich das schnelle Wissener Offensivspiel über beide Flügel durch die oben gezeigten drei Treffer schnell im Ergebnis aus, während Immendorf sich gegen eine sichere VfB-Abwehr kaum einmal durchsetzen konnte.
Dreimal Wissener Torjubel in der ersten Halbzeit. Rechts Max Krauß.
Die klare, zumindest in der Höhe überraschende Führung zur Pause gab deshalb bis dahin die Kräfteverhältnisse durchaus zutreffend wieder. VfB-Trainer Dirk Spornhauer zu den ersten 45 Minuten: „Die Mannschaft hat eine tolle erste Halbzeit gespielt, alle haben super gefightet, gut nach vorne kombiniert und auch die nötigen Tore geschossen. Genauso hatten wir uns das vorgestellt.“
Noch mehr Treffer waren möglich: Riesenchance für Tim Leidig schon nach vier Minuten. Der Kopfball strich knapp am linken Pfosten vorbei.
Auch dieser Kopfball von Lukas Becher (verdeckt) verfehlte sein Ziel nur knapp.
Nach dem Wiederanpfiff setzte sich der Wissener Chancenreigen zunächst fort. Zwar hatten die mit ihren 42 Punkten bereits geretteten Hausherren nun mehr Spielanteile, die besseren Gelegenheiten gab es aber weiter für den VfB. Fast hätte Til Cordes mit dem vierten VfB-Treffer alles klar gemacht, doch sein Volleyschuss nach 56 Minuten (Foto unten) krachte an den rechten Innenpfosten und von dort zurück in die Arme des bereits geschlagenen Torwarts.
Pfostenschuss durch Til Cordes.
Dann bediente der eingewechselte Kerem Sari nach einem Flügellauf den in der Mitte mitgelaufenen Hüseyin Samurkas, der den Ball flach rechts zum vermeintlichen 0:4 einlochte. Allerdings hatte der Linienrichter eine knappe Abseitsstellung gesehen, sodass der Treffer nicht zählte. Dass Kerem kurz vor dem Abpfiff das Feld wieder verlassen musste, begründete Dirk Spornhauer so: „Er hatte sich Gelb eingehandelt und aus taktischen Gründen musste ich mit Paul Christian noch einen Innenverteidiger bringen.“
Mario Weitershagen (Nr.5) und Tom Pirsljin (Nr.4) rückten bei den Standards mit auf.
Erst in der Schlussviertelstunde begann die Partie dann zu kippen. Nun kamen die Immendorfer zu einigen guten Gelegenheiten und die Konter des VfB brachten kaum noch Entlastung. Die ersten beiden TuS-Chancen brachten noch nichts ein, doch als den Koblenzer Vorstädtern innerhalb von drei Minuten (84./87.) ein Doppelschlag zum 2:3 gelang, wackelte der Wissener Dreier gewaltig. Eine echte Ausgleichschance hatten die Gastgeber aber trotz Dauerdruck bis in die fünfminütige Nachspielzeit nicht mehr.
Max Krauß auf dem Weg nach vorn, verfolgt von Immendorfs Julian Gasper.
Trainer Dirk Spornhauer zum Spiel: „Was soll ich zum Spiel sagen ? Du führst 3:0 und hast zehn Minuten vor Schluss eigentlich alles im Griff. Tico konnte mit ein bisschen Glück das vierte Tor machen. Dann wirst Du ein bisschen unaufmerksam, fängst aus dem Nichts das 3:1 und dann wackelt alles plötzlich nochmal. Wir haben es nach dem klaren Spielverlauf unnötig spannend gemacht. Am Ende zählen aber nur die drei Punkte, alles andere ist jetzt komplett egal. Die Mannschaft hat dem Druck, nach dem Linzer Sieg am Samstag unbedingt gewinnen zu müssen, hervorragend standgehalten. Darauf kann man stolz sein.“
Dieser Rechtsschuß von Felix Arndt wurde abgeblockt.
Die VfB-Aufstellung in Immendorf: Lukas Litschel, Mario Weitershagen, Tom Pirsljin, Tom Zehler, Philipp Weber, Max Krauß, Steven Winzenburg, Felix Arndt (72. Kerem Sari, 88. Paul Christian), Til Cordes, Lukas Becher (80. Armando Grau), Tim Leidig (72. Hüseyin Samurkas).
Die Aufgaben der Konkurrenten im Abstiegskampf am bevorstehenden letzten Spieltag (Anpfiff jeweils zeitgleich am Sonntag, 25.Mai um 15:30 Uhr):
- VfB Linz (38 Punkte) zuhause gegen Trier-Tarforst
- VfB Wissen (39 Punkte) zuhause gegen Morbach
- TuS Schweich (39 Punkte) zuhause gegen Cosmos Koblenz
- TuS Kirchberg (40 Punkte) auswärts bei der SG Schneifel
(c) Fotos: PS. Bilder in nachstehender Galerie zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken.

















