Mit dem dritten Sieg im vierten Saisonspiel verbesserte sich die 2.Mannschaft des VfB Wissen auf den zweiten Tabellenplatz der Kreisliga A1. Das Team von Spielertrainer Emre Bayram setzte sich am Sonntag mit 2:0 bei der SG Herdorf durch und liegt mit 10 Zählern nun zwei Punkte hinter Spitzeneiter SG Herschbach, bei dem in zwei Wochen das absolute Topspiel der A-Klasse ansteht. Die Konkurrenz im oberen Tabellendrittel aus Niederfischbach, Weitefeld, Mittelhof und Hamm ließ am Wochenende ohne Ausnahme Federn. Nächster Gegner ist am kommenden Sonntag (8.September) die SG Guckheim.
Hier scheitert Pascal Freudenberg noch an Herdorfs Torwart Jung. Später gelangen ihm die beiden spielentscheidenden Tore.
Der Erfolg bei der bisher sieg- und punktlosen SG Herdorf war souverän, wenn auch das Ergebnis knapper ausfiel als beim 5:0 im Vorbereitungsspiel vor gut sechs Wochen. Das lag aber nicht an der neuen Stärke des Gegners, sondern an einem ausgesprochen fahrlässigen Umgang mit der Vielzahl sich bietender Gelegenheiten. Dieser Umstand sorgte dafür, dass der Dreier trotz klarer Überlegenheit und einem Chancenverhältnis von ca. 10:0 beim Zwischenstand von (nur) 1:0 bis in die Schlussminuten noch nicht in trockenen Tüchern war.
Maik Schnell absolvierte trotz Hitze das gewohnt hohe Laufpensum.
Ansonsten aber gab es am Wissener Auftritt, auch angesichts der schwierigen äußeren Bedingungen mit Temperaturen von fast 30 Grad, nur wenig auszusetzen. Abwehr und Mittelfeld standen sicher und ließen über die gesamten 90 Minuten keine einzige echte Torchance der Herdorfer zu, die es meist mit hohen Bällen in den Strafraum oder Weitschüssen versuchten, dabei aber zumeist harmlos blieben. Auf der anderen Seite sah der mitgereiste VfB-Anhang einige schöne Angriffe, bei denen in der ersten Halbzeit allerdings noch nichts Zählbares heraussprang.
Sebastian Girresser hat abgezogen. Hinten Lorenz Klein und Julian Happ.
Schon nach acht Minuten kam Max Ebach in aussichtsreicher Position zum Abschluß (Foto ganz oben), scheiterte aber am jungen SG-Keeper Niklas Jung. Der konnte kurz darauf dem Schuss von Maik Schnell aus halbrechter Position nur hinterher sehen (14.), doch der Ball klatschte an die Latte. Maik Schnell stand auch anschließend im Mittelpunkt, als nicht nur er bei einem Foul im Herdorfer Strafraum vergeblich auf den Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Julian Hoß wartete. Ansonsten hatte die erste Halbzeit witterungsbedingt nicht nur eine Trinkpause, sondern auch Leerlaufphasen, in denen auch die Herdorfer zu ihren Spielanteilen kamen.
Max Ebach beim Zweikampf im gegnerischen Strafraum.
Wer aus blau-weißer Sicht zur Pause mit den vergebenen Chancen haderte, wurde nach Wiederanpfiff schnell erlöst. Julian Happ spielte am Strafraum Maik Schnell an, der Pascal Freudenberg in Szene setzte. „Calli“, bereits in der Vorwoche zweifacher Torschütze, brach auch diesmal den Bann und traf mit seinem Flachschuss aus halbrechter Position zum 0:1 (49.) ins lange Eck. Schon mit dem nächsten Angriff bot sich die Chance zum 0:2. Der im Strafraum völlig alleingelassene Max Ebach wurde von Maik Schnell mit einem Querpass mustergültig bedient, schoss aber aus 11 Metern den gut reagierenden Keeper an.
So entstand das 0:1: Querpass von Maik Schnell …
… Abschluss durch Pascal Freudenberg.
Weitere Gelegenheiten, für die Vorentscheidung zu sorgen, boten sich gegen eine löchrige Herdorfer Abwehr nun in regelmäßigen Abständen, doch weder Maik Schnell, noch Max Ebach oder Pascal Freudenberg nutzten ihre zum Teil sehenswert herausgespielten Chancen. Maik Schnell hatte den Torwart bereits umspielt, brachte dann aber nicht genug Druck hinter den Ball, der schließlich noch von einem Verteidiger von der Linie gekratzt wurde. Auch Pascal Freudenberg blieb im nächsten 1:1-Duell mit dem Keeper zweiter Sieger.
Julian Happ im Duell mit Herdorfs Luis Zimmermann.
Die Herdorfer blieben deshalb im Spiel, gaben nicht auf und brachten einige Angriffe nach vorn. In Gefahr kam das Wissener Tor bei ihren Bemühungen um den Ausgleich aber nicht. Ihre Versuche ließen bei allem Einsatz erahnen, warum der SG in den ersten vier Saisonspielen nur drei Treffer gelangen. So dauerte es bis zur 89.Minute, ehe Pascal Freudenberg endlich den Sack zumachte. Der eingewechselte Mario Weitershagen zeigte seine Klasse auch in der Offensive und legte quer, Pascal setzte den Ball aus sechs Metern zum 0:2-Endstand unter die Latte.
Adrian Ueckerseifer hatte Zeit für Vorstöße.
Noch in der Nachspielzeit gab es zwei weitere Optionen, das Ergebnis dem Chancenverhältnis anzunähern, doch auch in diesen Szenen wurde die VfB-Gesamtnote im Fach „Effizienz“ nicht mehr besser. Das durfte man angesichts des dritten Saisonsieges aber als Luxusproblem sehen, ebenso die wenig überzeugenden Standards mit zahlreichen ungenutzten Freistößen und Ecken.
Mel Brucherseifer war diesmal nur bei hohen Hereingaben und zwei Fernschüssen gefordert.
Der gebrauchte Tag für die Herdorfer wurde dann noch durch eine gelb-rote Karte wegen Meckerns unmittelbar vor dem Abpfiff komplettiert. Die Hausherren, die im Vorjahr trotz eines starken Saison-Endspurtes sportlich abgestiegen waren und den Verbleib in der A-Klasse nur dem Rückzug eines anderen Vereins verdankten, müssen damit weiter auf eine Trendwende hoffen. Bleibt es bei der am Sonntag gezeigten Moral, ist der Klassenerhalt nicht unmöglich.
Maik Schnell nimmt eine Hürde im Mittelfeld.
Beim VfB II jedoch ist eine Trendwende sicher das Letzte, was man sich wünscht. Dem Aufstieg und der starken Vorbereitung ist ein überzeugender Saisonstart gefolgt. Nun gilt es, gegen spielstarke Gegner wie Guckheim und Herschbach auch weiterhin zu beweisen, dass der erreichte 2.Platz keine Momentaufnahme ist. Die Resultate des Wochenendes zeigen, wie wertvoll vor allem die Heimsiege gegen Rennerod und Niederdreisbach waren.
Bei den VfB-Standards war noch reichlich Luft nach oben. Hier ein Kopfball von Sebastian Girresser nach einer der zahlreichen Eckbälle.
Der Kommentar von Spielertrainer Emre Bayram, der wie Mario Weitershagen erst in der Schlussphase aufs Feld kam: „Herdorf war ein schwieriger Gegner, der total tief stand. Wir haben versucht, unser Spiel hier auf den Platz zu bringen, was bei diesen Temperaturen wirklich nicht so einfach war. Ich glaube aber, dass wir in jedem Fall mit unserer Leistung zufrieden sein können. Wenn wir unsere Chancen konsequent genutzt hätten, hätten wir das Spiel schon frühzeitig entscheiden können. Das hätte uns in den letzten zehn Minuten erspart, noch einmal ans Limit gehen zu müssen. Deshalb: Gute Mannschaftsleistung, aber an der Chancenverwertung müssen wir arbeiten.“
Gratulation von Melvin Seifert und Mario Weitershagen für Vorbereiter Julian Happ nach dem 0:2.
Die VfB-Aufstellung in Herdorf: Mel Brucherseifer, Simon Ebach, Marlon Schumacher, Lorenz Klein, Adrian Ueckerseifer (78. Emre Bayram), Lukas Deger (65. Jasper Müller), Sebastian Girresser (79. Felix Beib), Pascal Freudenberg, Julian Happ, Max Ebach (74. Melvin Seifer), Maik Schnell (87. Mario Weitershagen). Schiedsrichter: Julian Hoß.
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