Aktuell ist der Fußballverband Rheinland mit nur einer Mannschaft in der Regionalliga vertreten. Der SV Eintracht Trier schaffte in der vergangenen Saison als überlegener Meister der Oberliga die Rückkehr in die vierthöchste deutsche Spielklasse an der Nahtstelle zwischen Amateur- und Profifußball. Am Ende der 38 Spieltage hatten die Trierer nicht weniger als 99 Punkte geholt und sich damit 21 Zähler Vorsprung auf den Zweiten gesichert. In der laufenden Runde der Regionalliga war es dann mit der Dominanz vorbei, doch trotz der jüngsten 0:6-Heimniederlage gegen die Stuttgarter Kickers reicht es aktuell für einen Platz im unteren Mittelfeld.
Der VfB-Rheinlandligakader in der Saison 2024-2025.
So wird für die Eintracht neben dem Kampf um den Klassenerhalt in der von hessischen und süddeutschen Clubs dominierten Regionalliga der Rheinlandpokal allenfalls ein Zubrot sein. Auf Nachlässigkeit des übermächtigen Gegners in diesem Wettbewerb darf der VfB Wissen dennoch kaum hoffen, bietet sich doch dem Pokalsieger die dank der Fernsehgelder höchst lukrative Option, in die 1.Hauptrunde des DFB-Pokals einzuziehen. Der VfB hat den Pokal selbst schon zweimal gewonnen und sich insgesamt fünf Mal für das Finale qualifiziert. Gegner des letzten dieser Endspiele war 1983 Eintracht Trier, das sich damals nach einem 2:2 n.V. erst im Elfmeterschießen durchsetzte.
Lang ist’s her: Eine Szene aus dem Oberliga-Duell zwischen VfB Wissen und Eintracht Trier, dass im März 1989 2:2 endete. Am Boden Albert Hilger, rechts Stefan Löffler.
Die Chronik weist auch in der Meisterschaft eine über drei Jahrzehnte reichende Geschichte von Duellen beider Mannschaften aus. Die Serie begann 1962 in der damaligen 2.Liga Südwest und endete 1995 mit einem 2:2-Unentschieden in der Regionalliga. Danach trennten sich die sportlichen Wege. Die Trierer schafften es zeitweise in die 2.Bundesliga und auch ins Halbfinale des DFB-Pokals. So sind auch am Mittwochabend um 19:30 Uhr auf dem Rasen im Dr.Grosse-Siegstadion die Rollen klar verteilt: Alles andere als ein Sieg der zwei Klassen höher spielenden Eintracht wäre eine echte Überraschung.
Die letzte Halbfinalteilnahme des VfB im Rheinlandpokal datiert aus dem April 2018. Gegen den damaligen Regionalligisten TuS Koblenz gab es vor 850 Zuschauern ein 0:3. Beim Einlauf sieht man hier (von rechts) Mario Weitershagen, Philipp Klappert, Lukas Becher, Max Ebach und Simon Ebach.
Die VfB-Elf wird den Gästen von der Mosel das Feld aber nicht kampflos überlassen. Die Ergebnisse der Mannschaft von Trainer Dirk Spornhauer glichen in den vergangenen Wochen einer Achterbahnfahrt, teilweise auch bedingt durch die verletzungs-, berufs- und urlaubsbedingt ständig wechselnden Besetzungen. Vor allen Dingen in der Offensive waren die Ausfälle nicht immer zu kompensieren. Gleichzeitig konnte das Team vor allem in den Partien gegen die Topteams der Rheinlandliga glänzen. So darf man hoffen, dass auch am Mittwoch die kleine Chance auf einen Favoritensturz besteht. Schiedsrichter der Achtelfinal-Partie ist Alexander Mroß im Gespann mit seinen Assistenten Manuel Mück und Axel Bach.
Axel Bach und Manuel Mück (hier beim letzten VfB-Heimspiel gegen Wittlich rechts neben Lukas Litschel) werden beim Pokalspiel gegen Trier als Linienrichter agieren.