Elfmetergeschenk bringt die Wende – VfB II unterliegt 2:4 in Niederhövels

Durch zwei Gegentore in den Schlußminuten unterlag die 2.Mannschaft des VfB Wissen im Spitzenspiel der Kreisliga B1 bei der SG Mittelhof und büßte so wertvolle Punkte im Kampf um den Aufstieg ein. Beim gewohnt hitzigen, aber nicht unfairen Derby auf dem tiefen Rasenplatz in Niederhövels spielte Schiedsrichter Carsten Jakob beim Stand von 1:2 für Wissen eine Hauptrolle. Die Niederlage hatte sich das VfB-Team allerdings durch die schlechte Chancenverwertung vor der Pause und einen Einbruch in der letzten halben Stunde selbst zuzuschreiben.

Die Elf von Spielertrainer Felix Ba Bly kam besser in die Partie und erspielte sich von Beginn an eine klare Feldüberlegenheit. Schon bei der ersten Ecke lag das 0:1 in der Luft (Foto ganz oben). Die Hausherren setzten auf lange Bälle nach vorne, wo Spielertrainer Michael Trautmann einsam lauerte, zunächst aber kein Land sah. Der erste weite Einwurf aber brachte gleich die kalte Dusche für den VfB. Trautmann setzte sich im Fünfer robust im Luftkampf mit Keeper Mel Brucherseifer durch, Thomas Schäfer drückte den abprallenden Ball aus kurzer Distanz zum 1:0 über die Linie.

Dieser Schuss von Philipp Freudenberg brachte das 1:1.

Der VfB zeigte sich jedoch unbeeindruckt und kam mit druckvollen Angriffen über beide Flügel auch zu etlichen Chancen. Leider gelang es zunächst auch aus bester Position nicht, den Ball ins Tor zu befördern. Mehrfach konnte sich SG-Torwart Calvin Jakob mit starken Paraden auszeichnen. Nach 27 Minuten aber trug die Überlegenheit endlich Früchte. Philipp Freudenberg zog von der Strafraumgrenze ab, der Rettungsversuch eines Abwehrspielers auf der Linie konnte den 1:1-Ausgleich nicht verhindern.

Topchance für Max Ebach.

Bevor die Gastgeber in der 44.Minute, erneut nach einem langen Einwurf, zu ihrer zweiten Chance kamen, hätte der VfB längst führen müssen, doch auch die besten Chancen blieben gegen eine unsichere Mittelhofer Defensive ungenutzt. Einige weitere Wissener Angriffe unterband Schiri Jakob (der natürlich auf die Hilfe von Linienrichtern verzichten musste) zudem nach dem Prinzip „Im Zweifel abseits“. Der souveräne Tabellenführer, der bis dahin nur wenig gezeigt hatte, war mit dem Pausenstand bestens bedient.

Jubel nach dem Führungstor durch Julian Happ (Nr.7).

Nach dem Wiederanpfiff änderte sich am Spielverlauf zunächst wenig, und so war das 1:2 durch Julian Happ nach 55 Minuten folgerichtig. Schon drei Minuten später war sogar das 1:3 möglich, doch nach einem Angriff über die rechte Seite und einer Hereingabe von Julian Happ spielte der Ball zwar Pingpong im SG-Fünfer, doch die Abwehr konnte die Schussversuche von Philipp Freudenberg, Max Ebach und Maik Schnell noch abblocken und schließlich zur Ecke klären.

Maik Schnell im Mittelhofer Strafraum.

Zu diesem Zeitpunkt war eine Wende im Spiel kaum absehbar, und dass sie doch noch kam, hatte auch mit einem Elfmeterpfiff nach 62 Minuten zu tun. Schiri Jakob hatte bei der Abwehr von Mel Brucherseifer, der mit der Hand zur Ecke klärte, ein Foul gesehen und zeigte mit leichter Verzögerung auf den Punkt. Diese Bewertung hatte er ziemlich exklusiv, doch Maurice Michel nahm das Geschenk dankend an und glich mit einem sicher verwandelten Strafstoß zum 2:2 aus.

Dieser Nackenschlag zog der bis dahin rundum überzeugenden VfB-Mannschaft offenbar den Stecker, denn fortan dominierte Mittelhof. Der inzwischen umgepflügte Boden machte das Paßspiel immer schwerer, die Pausen durch das lange ungeahndete Zeitspiel des SG-Torwarts wurden länger. Auch der Wechsel von Philipp Freudenberg aus dem offensiven Mittelfeld auf die 6er Position nach dem 2:2 erwies sich als nachteilig, da nun dem blau-weißen Angriff wichtige Impulse ihres Ballverteilers fehlten. Dafür taumelte die Abwehr nun von einer Verlegenheit in die nächste, und Mittelhof zeigte spät, wie man in der laufenden Saison zu über 100 Toren gekommen war.

Freistoß durch Philipp Freudenberg.

Jeder der zahllosen langen Einwürfe und jede der aus allen Positionen geschlagenen hohen Flanken sorgte für Gefahr vor dem VfB-Tor. Dennoch blieb es bis zur 84. Minute beim Gleichstand. Dann landete eine Ecke am langen Pfosten bei Philipp Bedranowsky, der den Ball zur Mitte köpfte. Der Klärungsversuch eines Wissener Abwehrspielers landete zunächst am Innenpfosten und dann zum 3:2 im Netz. Echte Ausgleichschancen hatte der VfB danach nicht mehr. Im Gegenteil: Bei einem Konter gegen die entblößte Abwehr machte Michael Trautmann mit dem 4:2 in der Nachspielzeit alles klar.

An VfB-Eckbällen war am Sonntag kein Mangel.

Fazit: Das Spiel wurde bereits in der ersten Halbzeit verloren, als man es verpasste, den bis dahin völlig indisponierten Gegner vorentscheidend in Rückstand zu bringen. Der Elfmeter trug dann seinen Teil zur Niederlage bei. Um noch den 2. Rang zu erreichen und damit die Aufstiegschancen zu wahren, ist der VfB II nun auf fremde Hilfe angewiesen. Ob der aktuelle Zweite Atzelgift, der am Wochenende mit 4:0 in Bad Marienberg gewann, noch Punkte lässt, ist allerdings  abzuwarten.

Julian Happ im Zweikampf mit Thomas Schäfer.

Die VfB-Aufstellung in Niederhövels: Mel Brucherseifer, Simon Ebach, Lorenz Klein, Tom Louis Siegel (52. Felix Beib), Jasper Müller (68. Till Kilanowski), Lucas Brenner, Marlon Schumacher, Philipp Freudenberg, Julian Happ, Maik Schnell und Max Ebach (81. Felix Ba Bly). Zuschauer: 130. Schiedsrichter: Carsten Jakob.