Erleichterung pur: 4 Tore in 8 Minuten beim 7:1 des VfB gegen Vordereifel

Ganze sechs Tore hatte die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen während der zehn sieglosen Spiele seit der Winterpause erzielt. Im Heimspiel gegen die SG Vordereifel am Samstag gelang die gleiche Ausbeute in nicht einmal einer halben Stunde. Vier davon fielen innerhalb von nur acht Minuten unmittelbar vor und nach der Halbzeitpause, mit denen der VfB den frühen 0:1-Rückstand vorentscheidend in einen 4:1-Vorsprung verwandelte.

Am Ende stand mit dem 7:1 gegen den Aufsteiger der höchste Saisonsieg, und die Erleichterung, die dieser erste Dreier seit Dezember bei allen im blau-Weißen Lager auslöste, war deutlich spürbar. Schon in den vergangenen Wochen hatte die VfB-Elf bei ihren Auftritten große Moral gezeigt, die Ergebnisse aber gaben das Engagement nicht wieder. Nun belohnte sich das Team von Trainer Dirk Spornhauer endlich einmal und vergrößerte zumindest vorerst den Abstand zu den Abstiegsplätzen.

Schiedsrichter Athanasios Fasoulas und seine Assistenten Chris Becker (links) und Yannik Schuster (rechts).

Dabei hatte es vor knapp 200 Zuschauern im Dr.Grosse-Siegstadion denkbar schlecht begonnen, denn gleich mit ihrem ersten Angriff kamen die offensivstarken Gäste (bisher 74 Saisontore) zum 0:1 (8.). Nachdem Felix Arndt und Max Krauß gute Ausgleichschancen verpasst hatten, war nach 16 Minuten nach einem schnellen Konter sogar das 0:2 möglich, doch der Schlenzer von Daniel Kossmann streifte nur die Latte.Zwei Duelle zwischen Lukas Becher und Vordereifels Lorenzo Nebeler.Trainer Dirk Spornhauer zur ersten Halbzeit: „Wir sind gut reingekommen und haben am Anfang viel Betrieb gemacht. Die Bälle sicher machen, den Gegner anlaufen, das hat gut geklappt. Und obwohl wir besser im Spiel waren, lagen wir dann wieder mit 0:1 hinten. Und wenn du Pech hast, dann kassierst du bei einem Konter kurz darauf sogar das 0:2. Trotzdem haben wir auch nach dem Rückstand weiter auf das Gaspedal gedrückt und sind belohnt worden.“Steven Winzenburg (am Ball) gegen Michael Freiwald (Nr.14).

In dieser Phase zwischen der 15. und 45. Minute zeichnete sich bereits ab, dass die Defensive der SG mit der Qualität des Sturms nicht annähernd mithalten konnte. So fiel der Ausgleich durch Felix Arndt nach 42 Minuten nicht ganz überraschend. Von Steven Winzenburg mit einem langen Ball perfekt in Szene gesetzt, ging der 24-jährige VfB-Angreifer alleine aufs Gästetor zu und schloss mit einem Schlenzer ins linke Eck sehenswert zum 1:1 ab.

Freude bzw. Haareraufen nach dem 1:1-Ausgleich.

Den Schwung des Ausgleichs konnte der VfB sofort nutzen, denn noch vor der Pause gelang Til Cordes auf Vorarbeit von Lukas Becher die Wissener Führung. Sein Schuss aus kurzer Distanz und aus extrem spitzen Winkel schlug hoch im kurzen Eck zum 2:1 (44.) ein. Mit diesem Ergebnis und reichlich Applaus von den Fans ging es unter der souveränen Leitung von Schiedsrichter Athanasios Fasoulas in die Pause.

Dreifach-Torschütze Til Cordes in Aktion.Gleich der erste Angriff nach Wiederanpfiff brachte dann schon den nächsten Treffer. Nicht einmal 30 Sekunden waren gespielt, als Lukas Becher einen Querpass  zum 3:1 (46.) ins leere Tor einschob. Und bereits vier Minuten später gelang dem aufgerückten Tom Pirsljin per Kopf mit dem 4:1 (50.) die Vorentscheidung. Er profitierte dabei von einem Patzer des Gästetorwarts Jonas Landen, der nach einer Freistoßflanke von Til Cordes allerdings von einem eigenem Mitspieler behindert worden war. Ursache und Wirkung: Der Kopfball zum 4:1 durch Tom Pirsljin (oben) und der anschließende Torjubel.

In der restlichen Spielzeit hatten beide Teams eine Vielzahl an Chancen, sodass am Ende auch ein 12:5 möglich gewesen wäre. Lukas Litschel kratzte nach 58 Minuten einen Kopfball aus kurzer Distanz noch von der Linie, ehe Til Cordes nach gut einer Stunde auf 5:1 (62.) erhöhen konnte. Dann landete ein Schussversuch der Gäste erneut an der Latte, und fast im Gegenzug traf auch Felix Arndt zum zweiten Mal an diesem Tag zum 6:1 (71.).Kopfballduell zwischen Max Krauß (rechts) und Daniel Kossmann (Nr.11), der in der Anfangsphase das 0:2 knapp verpasste.

Der dritte Alu-Treffer der Vordereifeler landete nach 77 Minuten am Pfosten, allerdings waren bei klaren Gelegenheiten gegen die nun zwangsläufig hoch stehende Abwehr des Neulings auch auf der anderen Seite drei oder vier weitere VfB-Treffer drin. Vergebene Chancen waren aber anders als in den letzten Wochen an diesem Nachmittag ein Luxusproblem, zumal Til Cordes kurz vor dem Abpfiff noch ein drittes Mal traf und den 7:1-Endstand (87.) herstellte.

Wissener Torjubel war an diesem Nachmittag bis zum Schluß eine Standardsituation.

Kurz zuvor hatte es die einzige Entgleisung in einem ansonsten fairen Spiel gegeben. Ein Gästestürmer, vielleicht benebelt vom Ärger über die klare Pleite, sprang mit offener Sohle und gestrecktem Bein in Steven Winzenburg hinein, der den Ball längst gespielt hatte. Steven hatte Glück, diese Szene ohne schwere Verletzung zu überstehen. Noch mehr Glück hatte nur der SG-Akteur, für sein böses Foul mit der dunkeldunkelgelben Karte davonzukommen.

Der lange verletzt ausgefallene Tim Leidig (rechts) ist auf dem besten Weg, zu alter Stärke zurückzufinden.Dirk Spornhauer zog ein erleichtertes Fazit: „Ich bin einfach nur froh, dass wir endlich mal ein Spiel gewonnen haben und die Leistung, die wir schon in den letzten Wochen gezeigt haben, endlich in ein gutes Ergebnis umsetzen konnten. Allen fällt ein Stein vom Herzen. Wer hätte gedacht, dass wir so viele Tore schießen können ? Dabei war es kein leichtes Spiel. Lukas Litschel hat stark gehalten und ein paar mal haben wir Dusel gehabt.“

Der Ausblick des Trainers: „Nach so einer Negativserie dann das Spiel komplett zu drehen, spricht für die Moral der Truppe. Die beiden vorne, die ja beide keine gelernten Stürmer sind, haben das sehr gut gemacht. Tico und Felix waren auf den Außenbahnen ja schon die ganze Saison so etwas wie unsere Lebensversicherung und haben heute dann ja auch beide getroffen. Das war zwar nur der erste Schritt zum Klassenerhalt, aber ein enorm wichtiger Schritt. Genau so müssen wir jetzt weitermachen. Die Mannschaft lebt !“

Lukas Becher und Til Cordes bei einem Duell im Mittelfeld.

Die kommenden Aufgaben für die VfB-Mannschaft werden nicht leichter: Am Freitagabend geht es zum Spitzenreiter nach Mülheim-Kärlich, der nach etlichen Punktverlusten inzwischen seinen einst großen Vorsprung eingebüßt hat und um den bereits sicher geglaubten Aufstieg in die Oberliga bangen muß. Das Hinspiel wie auch die beiden Duelle der letzten Saison konnte der VfB für sich entscheiden. Eine Woche später gastiert dann die SG Hochwald im Wissener Dr.Grosse-Siegstadion.

Lob für eine starke Leistung von Lukas Litschel von Torwarttrainer Sascha Kill.

Die Aufstellung gegen die SG Vordereifel: Lukas Litschel, Paul Christian, Mario Weitershagen (73. Philipp Weber), Tom Zehler (78. Simon Ebach), Tom Pirsljin, Max Krauß, Steven Winzenburg, Felix Arndt (81. Aimen Aslan), Til Cordes, Lukas Becher (62. Armando Grau), Tim Leidig (60. Hüseyin Samurkas).

Endlich ein Sieg !!!

(c) Fotos: PS. Bilder in nachstehender Galerie zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken.