Erst Chancenwucher, dann zwei ganz späte Tore: VfB II siegt 3:1 gegen Rennerod

Die beiden VfB-Teams sorgten am Wochenende für maximale Nervenanspannung: Am Samstag unterlag die erste Mannschaft durch einen Gegentreffer in der 95.Minute mit 0:1 gegen Ahrweiler. Dem wollte die Zweite am Sonntag nicht nachstehen und bot dem Anhang gegen die SG Rennerod ebenfalls eine Partie, die erst in der Nachspielzeit entschieden wurde. 3:1 hieß es nach zwei ganz späten Wissener Treffern, und durch diesen zweiten Heimsieg baute die Truppe von Spielertrainer Emre Bayram mit nun sieben Punkten die exzellente Ausgangsposition weiter aus.

Auf dem Rasenplatz im Dr.Grosse-Siegstadion entwickelte sich zu Beginn ein ausgeglichenes Spiel. Die Gäste aus Rennerod zeigten, dass ihr Saisonziel „Platz 1 bis 5“ durchaus angemessen ist und hatten in den ersten 15 Minuten mehr Ballbesitz. Der erste Treffer ging aber mit der ersten Chance auf das Wissener Konto. Pascal Freudenberg setzte sich über den linken Flügel durch, ging bis zur Grundlinie durch und flankte an den langen Pfosten. Dort stand Julian Happ goldrichtig und beförderte den Ball per Kopf zum 1:0 (11.) in den linken Winkel.

Julian Happ erzielte per Kopf das 1:0.

Danach sahen die knapp 100 Zuschauer Angriffe auf beiden Seiten mit leichten optischen Vorteilen für den VfB. Das nächste Tor lag in der Luft, als Maik Schnell, von Julian Happ bedient, frei vor Gästekeeper Joel Quast auftauchte, den Ball aber nicht an ihm vorbei brachte. Das Foto ganz oben zeigt diese Szene nach 24 Minuten. Die Wissener Abwehr, stärker gefordert als in fast allen Spielen der vergangenen Saison in der B-Liga, machte ihre Sache gegen eine spielerisch überzeugende Renneroder Offensive gut.

Lorenz Klein am Ball.

Bei einem klaren Foul an Julian Happ hatten die Gäste Glück, dass sich Schiedsrichter Birol Koyun wie auch in anderen Szenen für die großzügige Linie entschieden hatte und auf den fälligen Elfmeterpfiff verzichtete. Als Maik Schnell kurz vor der Pause nach einem Solo scharf in die Mitte passte, hatte Max Ebach das 2:0 auf dem Fuß, setzte seine Direktabnahme aus kürzester Distanz (43.) aber knapp am langen Pfosten vorbei.

Jasper Müller (links) und Lukas Deger.

Und auch die erste Szene nach dem Wiederanpfiff der fairen Partie gehörte dem VfB: Maik Schnell nahm einen Pass nach 47 Minuten perfekt mit und stand alleine vor dem Keeper, setzte seinen Volleyschuß aus acht Metern aber knapp neben das Tor. Und so trat das Phrasenschwein erstmals in Aktion: Wenn Du Deine Chancen nicht nutzt, trifft der Gegner – Teil 1. Nach 51 Minuten kamen die Gäste, zu diesem Zeitpunkt überraschend, nach einem schnellen Angriff über links per Flachschuß zum 1:1-Ausgleich.

Maik Schnell hatte mit seinem Treffer zum 3:1 das letzte Wort.

Mit diesem Treffer kippte die Begegnung völlig, und in den folgenden knapp 30 Minuten ließ die VfB-Elf alle zuvor gezeigten Qualitäten vermissen. Eine katastrophale Wissener Zweikampfbilanz bescherte den Rennerodern eine klare Dominanz. Insbesondere im blau-weißen Mittelfeld fehlte nun jede Ordnung. Emre Bayram, der dem Team in dieser schwierigen Phase vielleicht auch auf dem Platz geholfen hätte, traf es an der Seitenlinie auf den Punkt: „Das ist viel zu wenig, Blau !“. Aber die Besucher zeigten, dass auch sie Chancenwucher beherrschen und vergaben gleich mehrfach beste Gelegenheiten zum 1:2.

Mario Weitershagen hatte in der VfB-Abwehr einen arbeitsintensiven Nachmittag.

Vor allen Dingen Routinier David Quandel, vielen noch bekannt aus seiner Zeit in Niederroßbach, vergab seine beiden besten Möglichkeiten frei vor Mel Brucherseifer geradezu fahrlässig. In zwei anderen Szenen hielt Mel sein Team mit starken Paraden im Spiel. Damit durfte das Phrasenschwein wieder ran: Wenn Du Deine Chancen nicht nutzt, trifft der Gegner – Teil 2. Denn in den letzten 10 Minuten schwamm sich der VfB wieder frei und entwickelte seinereits Gefahr vor dem gegnerischen Tor. Die Gäste zollten nun auch ihrem laufintensiven Spiel während des zweiten Abschnitts Tribut und bauten kräftemäßig ab.

Max Ebach traf diesmal nicht, glänzte aber als Vorbereiter.

Die ersten guten VfB-Angriffe in der Schlußphase blieben noch ohne Ergebnis, doch in der ersten Minute der Nachspielzeit (auch am Sonntag gab es zwei Trinkpausen) fiel dann das viel umjubelte 2:1. Ein weiter Einwurf von der linken Seite wurde an den langen Pfosten verlängert, wo Pascal Freudenberg nicht lange fackelte und das Leder mit einem Volleyschuß aus sechs Metern ins Netz hämmerte. Nun mußte Rennerod alles nach vorne werfen, doch schon der nächste Wissener Angriff zog der SG endgültig den Stecker.

Pascal Freudenberg (Nr.9) war an allen drei Wissener Toren beteiligt.

Wieder war Calli Freudenberg beteiligt und schickte Max Ebach auf die Reise, der in den Strafraum eindrang und den Ball uneigennützig nach innen legte, wo der mitgelaufene Maik Schnell ohne Mühe zum 3:1-Endstand (93.) einschoß. So fand ein Spiel mit zwei kompletten Wendungen doch noch das zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehaltene positive Ende. Am kommenden Wochenende geht es für den VfB II nun zur SG Herdorf, die man nicht am mit 5:0 klar gewonnenen Vorbereitungsspiel messen sollte.

Tom Louis Siegel (rechts) musste schon nach einer guten halben Stunde verletzt den Platz verlassen. Gute Besserung !

Trainer Emre Bayram zum Spiel: „In der ersten Halbzeit waren wir stärker als der Gegner und haben das Spiel dominiert. Nach der Pause haben wir gut begonnen, hatten Chancen zum 2:0 und bringen uns dann völlig unnötig in eine Situation, in der wir den Gegner stark gemacht haben. Nach dem 1:1 kam dann eine Phase von 20 bis 25 Minuten, in der wir kaum noch aus unserer Hälfte herauskamen. Wir haben gut verteidigt, können aber auch von Glück sprechen, dass wir kein zweites Gegentor kassiert haben. Dann die Nerven zu behalten und am Ende noch mal eine Reaktion zu zeigen, hat uns den Sieg gebracht. Wenn der Gegner seine Chancen nicht nutzt, dann nutzen wir unsere. Deshalb war der Sieg auch verdient.“

Die VfB-Aufstellung gegen Rennerod: Mel Brucherseifer, Mario Weitershagen, Simon Ebach, Tom Louis Siegel (35. Felix Beib), Lorenz Klein, Lukas Deger, Jasper Müller (61. Melvin Seifer), Pascal Freudenberg, Julian Happ (61. Marlon Schumacher), Max Ebach, Maik Schnell. Schiedsrichter: Birol Koyun.

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