Mit einem angesichts des Spielverlaufs maximal ärgerlichen 2:2-Unentschieden kehrte der VfB II von seinem Auswärtsspiel beim bisherigen Spitzenreiter SG Herschbach zurück. Erst ein strittiges Gegentor in der zweiten Minute der Nachspielzeit kostete den schon sicher geglaubten Sieg. Somit verpasste es die Mannschaft von Spielertrainer Emre Bayram, sich für die bisher beste Saisonleistung zu belohnen, blieb aber mit nun elf Zählern aus sechs Spielen in Schlagdistanz zur Spitze, die nur zwei Punkte voraus ist.
Mario Weitershagen im Zweikampf.
Schiedsrichter Jens Steinebach aus Westerburg stand mit etlichen Entscheidungen zu Ungunsten des VfB mehrfach im Mittelpunkt heftiger Diskussionen während des Spiels und auch noch danach. Manche im blau-weißen Lager fühlten sich dabei an die 0:1-Niederlage in Neitersen vor gut zwei Jahren erinnert. Unabhängig von der Bewertung der umstrittenen Szenen, die völlig zurecht ausschließlich dem Referee zusteht: Eine romantische Liebesbeziehung wird das Verhältnis von Herrn Steinebach zum VfB Wissen wohl eher nicht mehr.
Topchance für Max Ebach in den Anfangsminuten.
Zwar hatte der VfB auf dem Rasenplatz in Salz die erste Topchance, als Max Ebach nach einem Pass von Lukas Deger alleine auf den SG-Torwart zulief (Foto oben), dann aber zu weit nach außen abgedrängt wurde, sodaß sein Schuß noch vor der Torlinie gestoppt werden konnte. Der Führungstreffer gelang aber den Hausherren nach einem direkt verwandelten Freistoß aus rund 20 Metern, der in der 15.Minute im linken Eck einschlug.
Dieser Angriff über Simon Ebach und Sebastian Girresser ging dem 1:1 voraus.
Die Herschbacher, die auf schnelle Konterangriffe setzten, begannen stark und hatten bei zwei Lattentreffern Pech, nicht frühzeitig höher zu führen. Auch auf der Gegenseite gab es einige zum Teil gut herausgespielte Torszenen. Julian Happ konnte noch vor der Pause nach einer Flanke des aufgerückten Simon Ebach zum 1:1 (43.) ausgleichen. Da die Herschbacher zwar weniger Spielanteile, aber die klareren Chancen hatten, konnte der VfB mit dem Zwischenstand gut leben.
Torschütze Julian Happ, Lukas Deger, Max Ebach und Emre Bayram nach dem 1:1.
Insgesamt sahen die Zuschauer bis dahin eine schnelle und abwechslungsreiche Begegnung auf ansprechendem spielerischen Niveau. Angesichts der vielen fehlenden Spieler zeigte sich am Sonntag auf Wissener Seite der Wert des großen Kaders, mit dem die Ausfälle gut kompensiert werden konnten. Man sah auch den immensen Wert von Emre Bayram für das Wissener Offensivspiel, obwohl der Spielertrainer durch eine Erkrankung während der Woche geschwächt war.
Kerem Sari im Zweikampf mit Herschbachs Jannis Mohr.

Nach dem Wechsel war dann die blau-weiße Elf eindeutig am Drücker und von Herschbach war bis in die Schlußphase hinein nur noch wenig zu sehen. Max Ebach war nach 48 Minuten schon am Keeper vorbei, wurde aber kurz vor der Torlinie von einem Pfiff wegen angeblichen Foulspiels am Torwart gestoppt. Auch der eingewechselte Hüseyin Samurkas konnte sich sofort mehrfach in Szene setzen.
Dieser Kopfball von Max Ebach nach 55 Minuten strich knapp über die Latte.
Das VfB-Team hätte also schon vor dem 1:2 (74.) durch Lukas Deger, der nach einem weiten Einwurf den Ball aus fünf Metern über die Linie drückte, in Führung gehen können, vielleicht sogar müssen. Wie schon zuletzt fehlte aber auch diesmal selbst in bester Position der erfolgreiche Abschluss. Bei der knappen Führung blieb es bis in die Nachspielzeit, weil die Chancen, den Sack zuzumachen, geradezu fahrlässig vergeben wurden. Das vermeintliche 1:3 durch Emre Bayram (84.) wurde wegen Handspiels aberkannt.
Sebastian Girresser gegen SG-Akteur David Blum. Hinten Marlon Schumacher.
Herschbach hatte in der gesamten zweiten Hälfte keine eigene Chance aus dem Spiel heraus und baute auf lange Bälle und seine guten Standards. Und aus einem dieser Standards fiel dann nach 92 Minuten auch das 2:2, als eine scharf auf den kurzen Pfosten geschlagene Ecke über Umwege hinter der Linie landete. Nach dem Abpfiff gab der Herschbacher Torschütze dann zu, dass dabei auch die Hand im Spiel gewesen war.

Aus dieser Szene nach einem weiten Einwurf von Mario Weitershagen enstand das 1:2. Maik Schnells Versuch konnte die Herschbacher Defensive noch abwehren, der Nachschuß von Lukas Deger (rechts) ging über den Innenpfosten ins Tor.

Damit fiel der Ertrag für einen starken Auftritt deutlich kleiner aus als eigentlich möglich. Der Frust auf blau-weißer Seite fiel entsprechend aus, während die SG-Akteure zufrieden vom Platz gingen. Was nun folgt, ist ein Lokalderby, denn als nächste Aufgabe steht am kommenden Sonntag auf eigenem Platz der Vergleich mit der ebenfalls als Neuling gut gestarteten SG Hammer Land Bruchertseifen an.
Julian Happ wusste nicht nur wegen seines Treffers zu überzeugen.
Die VfB-Aufstellung: Mel Brucherseifer, Mario Weitershagen, Simon Ebach, Marlon Schumacher, Adrian Ueckerseifer (71. Felix Beib), Lukas Deger, Emre Bayram, Sebastian Girresser (46. Hüseyin Samurkas), Julian Happ, Kerem Sari (83. Philipp Freudenberg), Max Ebach (71. Maik Schnell).
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