“Kein Leckerbissen” – Wenig spielerischer Glanz beim 0:0 des VfB gegen Malberg

Eine torloses, wenn auch nicht trostloses Remis sahen die 285 Zuschauer, die am Sonntagnachmittag zum Rheinlandliga-Derby zwischen dem VfB Wissen und der SG Malberg an den Hartplatz im Dr.Grosse-Siegstadion gekommen waren. Die 93 Spielminuten verliefen bei allem Einsatz ausgesprochen ereignisarm, mit gutem Willen konnte man zwei bis drei echte Torszenen auf beiden Seiten zählen. Durch das Remis bewahrten die Gäste den Vierpunkte-Vorsprung auf den VfB, der sich mit nun 24 Zählern um einen Rang auf den 11.Tabellenplatz verbesserte.

Das junge Schiedsrichtergespann mit Referee Yannis Bernhard und seinen beiden Assistenten Coshido Thelen und Leo Gladbach.

Bei überwiegend sonnigem Wetter und einem gut bespielbaren Platz boten die ersten Minuten zwei der wenigen Highlights: Nach kaum 120 Sekunden wurde eine Malberger Freistoßflanke von der rechten Seite immer länger, sodass Mel Brucherseifer Mühe hatte, den Ball noch gegen den Pfosten zu lenken. Auf der anderen Seite setzte Tim Leidig einen Freistoß aus aussichtsreicher Position an der Strafraumgrenze (5.) zu hoch an. Näher kamen beide Teams der Führung bis zur Halbzeit nicht mehr.

Die Mannschaften neutralisierten sich weitgehend, sodass es zwar viele Zweikämpfe im Mittelfeld, aber kaum bemerkenswerte Szenen vor den beiden Toren gab. Der Ball war oft hoch in der Luft und noch öfter im Aus, längere Ballstafetten gab es nur selten. So war das 0:0 zur Pause ein passender Zwischenstand, der auch nach Wiederanpfiff bei allem Einsatz lange nicht in Gefahr geriet. Der ausgezeichnete, erst 20 Jahre alte Schiedsrichter Yannis Bernhard hatte wenig Mühe, das weitgehend faire Spiel im Griff zu halten und kam mit vier gelben Karten aus.

Viele Jäger sind des Hasen Tod: Tim Leidig gegen fünf Malberger.

Am Spielverlauf änderte sich auch im zweiten Abschnitt wenig. Dann aber war es doch noch dreimal Goalgetter Armando Grau, der den Siegtreffer in der Schlussphase auf dem Fuß hatte. Zunächst dribbelte er sich nach einem Angriff über Tom Pirsljin und Til Cordes am Strafraum durch und zog ab, doch sein Schuss aus 14 Metern (71.) wurde noch von einem Abwehrbein abgefälscht und ging knapp rechts am Tor vorbei. Kurz danach musste der weit aus seinem Tor geeilte SG-Torwart Platte nach einem Steilpass vor dem Strafraum in höchster Not per Kopf klären.

Micha Fuchs (links) gelang diesmal kein Tor.

Sechs Minuten vor Schluß bot sich dem VfB dann die beste Chance des ganzen Spiels. Nach einem weiten Abschlag vom Mel Brucherseifer schlug der letzte Mann der Malberger kurz hinter der Mittellinie ein Luftloch, sodass Armando Grau, eigentlich Spezialist für solche 1:1-Situationen, frei auf den Keeper zulief. Kurz vor dem Strafraum versprang ihm der Ball jedoch und Niklas Platte konnte das Leder aufnehmen. Vorangegangen war der Szene ein Malberger Freistoß von der linken Seite, den der ansonsten wenig geprüfte Mel Brucherseifer aus dem kurzen Eck faustete.

Max Krauß auf dem Weg nach vorn.

Kurz darauf war Schluss, und man kann nicht behaupten, dass die Zahl der „Expected Goals“ weit über Null gelegen hätte. Fazit: Kein Fehlstart ins Jahr 2024, aber auch keine Offenbarung. Die Tabellenlage bleibt prekär, und am kommenden Wochenende wartet mit dem Gastspiel bei der SG Hochwald eine sehr anspruchsvolle Aufgabe. Als positiver Aspekt bleibt anzumerken, dass Mel Bruchseifer, der nach den Verletzungen der beiden Stammkeeper Philipp Klappert und Lukas Litschel zwischen die VfB-Pfosten rückte, seine Sache tadellos machte.

Tim Leidig am Ball. Hinten Tom Pirsljin, rechts Luca Kirschbaum (Nr.8).

Trainer Dirk Spornhauer hatte das Derby so gesehen: „Ein bisschen hatte ich schon damit gerechnet, dass heute keinen Leckerbissen gibt. Wir haben aus dem Spiel heraus nichts zugelassen. Es gab im gesamten Spiel nur eine einzige Großchance, als Armando alleine vor dem Torwart stand. Dann wäre die Sache unter Dach und Fach gewesen und wir hätten einen dreckigen Sieg eingefahren. Den Punkt nehmen wir mit, obwohl er beiden Mannschaften nicht wirklich nützt. Damit müssen wir leben.“

Lukas Litschel (links) und Philipp Klappert sind aktuell zum Zuschauen verdammt.

Die VfB-Aufstellung gegen Malberg: Mel Brucherseifer, Mario Weitershagen, Paul Christian, Max Krauß, Tom Pirsljin, Philipp Weber, Tim Leidig, Luca Kirschbaum, Micha Fuchs (79. Pascal Freudenberg), Til Cordes (87. Emre Bayram), Armando Grau. Zuschauer: 285. Schiedsrichter: Yannis Bernhard (SG Ettringen).

© Fotos: PS / Annika Deger-Schwan. Fotos zum Vergrößern und für höhere Auflösung bitte anklicken.