Peinlicher Auftritt beim Neuling SG Arzbach beschert dem VfB eine 1:7-Pleite

Sollten die Akteure des VfB Wissen schon beim Warmmachen angesichts des kleinen Platzes in Nievern (Modell Schönstein, nur als Kunstrasen) die Lust verloren haben, ließe sich die anschließende Leistung erklären. Ansonsten darf man wohl fragen, was zu dem peinlichen Auftritt am Samstagabend geführt hat. Bei der SG Arzbach / Nievern gab es eine auch in der Höhe verdiente 1:7-Niederlage, die der gesamten blau-weißen Mannschaft schmerzlich ihre Grenzen aufzeigte.

Die Hausherren, die schon im Vorjahr bei ihrem Aufstieg aus der A-Klasse 129 Saisontore geschossen hatten und nun erneut mit 39 Treffern den erfolgreichsten Angriff der Bezirksliga stellen, kamen ohne allzu viel Gegenwehr zu einem Kantersieg. Dabei hatte der VfB, was bei diesem Ergebnis kaum möglich scheint, über die gesamtem 90 Minuten ein klares Plus an Spielanteilen. Entscheidend für das Ergebnis waren aber die Nachteile in Sachen Tempo, Torgefahr, Laufbereitschaft und Zweikampfverhalten.

Zwar hatte Alex Rosin schon nach vier Minuten eine Topchance zur Führung, doch danach zeichnete sich das Debakel schon recht schnell ab. Die bissigen Hausherren, optimal eingestellt auf die speziellen Platzverhältnisse, gingen nach 12 Minuten in Führung und bauten diese in der 20.Minute auf 2:0 aus. Zwar verkürzte Torben Wäschenbach per Freistoß auf 2:1, doch noch vor der Pause brachte ein zweiter Total-Blackout in der Wissener Defensive das 3:1.

Nach dem Seitenwechsel kamen die starken 11 Minuten des VfB an diesem Tag. Die SG wurde durch druckvolles Spiel am eigenen Strafraum eingeschnürt. Mit dem ersten Konter, der nach 56 Minuten das 4:1 brachte, war die Hoffnung aber schon wieder vorbei. Und es wurde noch schlimmer: Schiedsrichter Ropert Depken, der auf der anderen Seite bei zwei elfmeterreifen Attacken gegen Kenny Scherreiks auf einen Pfiff verzichtet hatte, stand der Heimelf noch drei Foulelfmeter zu, die für den Endstand von 7:1 sorgten.

Fazit: Die Fahrten zu Auswärtsspielen, die auf Asche oder Kunstrasen stattfinden, kann sich die Elf von Trainer Walter Reitz in dieser Saison eigentlich sparen. Die makellose Heimbilanz reicht nicht aus, um die regelmäßigen Pleiten in der Fremde zu kompensieren. Zum Vergleich: Im Vorjahr hatte der VfB nach 12 Spielen 26 Punkte und 11 Gegentore. Vielleicht reicht ein Blick in die Tabelle, um das permanente Presse-Gelaber vom Meisterschaftsfavoriten, dessen Besetzung an Erlesenheit kaum zu überbieten ist und der in jedes Spiel als haushoher Favorit geht, ab sofort nicht mehr ernst zu nehmen und die Perspektiven realistischer einzuschätzen.

Zur Abrundung noch etwas Unerfreuliches zum Schluss: Die Bezirks-Spruchkammer hat in ihrer Verhandlung am vergangenen Dienstag entschieden, dass das abgebrochene Spiel in Montabaur neu anzusetzen ist. Die beiden Montabaurer Rot-Sünder kamen angesichts ihrer brutalen Tätlichkeiten mit ausgesprochen milden Sperren von 6 bzw. 8 Spielen davon, eine Strafe für das Verursachen des Spielabbruchs wurde nicht (!) ausgesprochen. Jeglicher Kommentar ist überflüssig, die Sache spricht für sich. Der VfB-Vorstand prüft derzeit, ob Rechtsmittel gegen den Entscheid eingelegt werden.