Perfekter Auftakt vor 510 Zuschauern: VfB besiegt die SG Malberg souverän mit 4:0

In der vergangenen Saison musste die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen bis zum vierten Spieltag auf den ersten Dreier warten – diesmal klappte es gleich im ersten Anlauf. Mit 4:0 setzte sich das Team von Trainer Dirk Spornhauer auf dem Rasenplatz in Dr.Grosse-Siegstadion auch in der Höhe verdient gegen den Lokalrivalen SG Malberg durch, der allerdings einen rabenschwarzen Tag erwischt hatte und bei drei der vier Tore Unterstützung leistete.

Das Derby hatte trotz der Urlaubszeit seine Anziehungskraft nicht verfehlt, denn immerhin 510 Zuschauer waren gekommen. Soweit sie es mit dem VfB hielten, gingen sie hochzufrieden nach Hause, denn sie sahen einen konzentrierten und spielerisch überzeugenden Auftritt ihrer Elf. Alle vier Treffer fielen innerhalb einer knappen halben Stunde zwischen der 40. und 67. Spielminute, und drei davon gingen auf das Konto von Luca Kirschbaum.

Schiedsrichter Fabian Schneider (Mitte) hatte mit seinen Assistenten Lukas Krause und Jonas Braun die Partie souverän im Griff.

Schon in der verteilten Anfangsphase hatte der 22-Jährige nach schnellen Wissener Angriffen zweimal die frühe Führung auf dem Fuß, seine Schüsse aus kurzer Distanz wurden aber noch abgeblockt. Auf der Gegenseite kamen die Gäste zur ersten ihrer nur zwei Torszenen im gesamten Spiel, als Lee Weber einen Kopfball nach einer Ecke von rechts knapp über das von Lukas Litschel gehütete Wissener Tor setzte.

Die Malberger Abwehr zeigte am Freitag ungewohnte Nachlässigkeiten.

Mit zunehmender Spielzeit wurden die Wissener Offensivaktionen zwingender und das erste Tor lag mehrfach in der Luft, doch zum 1:0 leisteten dann die Malberger großzügige Unterstützung. Die SG-Abwehr hatte ihren jungen Torwart Hammel bereits zuvor zweimal mit riskanten Rückpässen in Verlegenheit gebracht. Beim dritten Mal ging die Sache dann endgültig schief: Luca Kirschbaum setzte nach, wurde von Hammel an der Strafraumgrenze angeschossen und das Leder rollte ins verwaiste Tor.

Luca Kirschbaum traf zum 1:0.

Kurz darauf war Pause, und Trainer Dirk Spornhauer hatte den ersten Spielabschnitt so gesehen:   „Die Vorbereitung war aus personellen Gründen schwierig, aber auf den ersten Spieltag kommt es an. Malberg ist als Gegner immer unangenehm und hatte ein paar gute Ergebnisse in der Vorbereitung. Unser Plan ist heute aufgegangen, wir hatten die Malberger Taktik genauso erwartet und uns gut auf sie eingestellt. Ich fand unseren Auftritt auch in der ersten Halbzeit schon gelungen, auch wenn wir da zunächst noch ein bisschen hektisch waren und den letzten Pass teilweise nicht gut gespielt haben.“

Philipp Weber im Koppfballduell, rechts Steven Winzenburg.

Unmittelbar nach Wiederanpfiff bot sich den Malbergern dann die einzige echte Chance, dem Spiel eine andere Wendung zu geben, doch Lee Webers Kopfball landete am Außenpfosten. Danach war von den Gästen nichts mehr zu sehen. Die Zweikampfstärke, mit denen die SG in der Vergangenheit regelmäßig ihre Heimspiele gegen den VfB gewann, hatte sie diesmal zu Hause gelassen. Ergebnis des blutleeren Auftritts in Wissen waren dann auch recht schnell weitere Gegentore, die das Spiel endgültig entschieden.

Paul Christian (am Boden) erledigte mit den Abwehrkollegen seinen Job souverän.

Nach einem schnellen Angriff kam der Ball über Steven Winzenburg und Til Cordes an der Strafraumgrenze zu Luca Kirschbaum, der nicht lange fackelte und flach abzog. Sein wohl nicht ganz unhaltbarer Schuss landete flach zum 2:0 (48.) im linken Eck. Der erst 18-jährige Gästekeeper Nick Hammel, der zu Saisonbeginn aus der Wirgeser A-Jugend nach Malberg gewechselt war, wurde auch danach von seiner wackligen Abwehr wiederholt im Stich gelassen. Folge waren schnell weitere Gegentore.

Die tiefstehende Sonne erwies sich im ersten Halbzeit als Problem für Gästetorwart Hammel.

Ein sehenswertes Solo von Rückkehrer Lukas Becher in seinem 138.Punkspiel für die erste VfB-Mannschaft brachte schon sechs Minuten später das 3:0. Im zweiten Versuch schob Lukas den Ball aus spitzem Winkel über die Linie. Dann war Luca Kirschbaum noch einmal an der Reihe, der trotz der klaren Führung nicht locker ließ und dem letzten Mann der Malberger den Ball abjagte. Den anschließenden Alleingang aufs Malberger Tor schloss er mit einem Schlenzer in den linken Winkel ab. Diesem 4:0 (67.) folgten keine weiteren Treffer mehr, umgekehrt hatte man aber auch nie das Gefühl, dass ein Gegentor drohen würde.

Felix Arndt macht schmerzhafte Bekanntschaft mit der Malberger Abwehr.

Fazit: Ein guter Start ist enorm wichtig und kann die Richtung einer Saison vorgeben. Bedenkt man, dass mit Armando Grau und Micha Fuchs noch zwei Spieler aus der Stammbesetzung des VfB-Angriffs fehlten, war die Torausbeute bemerkenswert. Auch die rundum überzeugende Defensive gab sich keine Blöße. Was der erste positive Eindruck von diesem sonnigen Freitagabend wert ist, werden die nächsten Wochen zeigen, in denen das Team vermutlich noch mehr gefordert sein wird als gegen die diesmal enttäuschenden Malberger Nachbarn.

Lukas Becher (am Ball): Comeback mit Tor.

Dirk Spornhauer zum Spiel: „Ich bin rundum zufrieden, dass wir vor so vielen Zuschauern ein wirklich gutes Spiel gemacht haben. Die Jungs haben diesmal auch kämpferisch über die ganzen 90 Minuten gut dagegen gehalten. Kurz nach der Halbzeit hatten wir einmal Glück, als es noch 1:0 stand und Malberg an den Außenpfosten köpfte. Im Gegenzug fiel dann das 2:0. Eigentlich sind dann keine Zweifel am Sieg mehr aufgekommen und wir haben hochverdient gewonnen, was auch für die Seele gut ist. Ein guter Start mit einem Derbysieg – was will man mehr?“

Felix Arndt.

Am kommenden Wochenende steht für den VfB die Reise zum FSV Trier-Tarforst an, bevor dann mit den Titelfavoriten Ahrweiler BC und Cosmos Koblenz zwei absolute Härtetests folgen werden, die dem eine Standortbestimmung liefern werden. Dirk Spornhauer sah im Ausblick auf die kommenden Spiele noch ein ganz unerwartetes Problem: „Luca müssen wir jetzt wieder runterholen. Der hat wenig trainieren können und macht  drei Tore. Dem kann ich ja kaum noch erklären, warum er zum Training kommen soll !“

Luca Kirschbaum (links) und Steven Winzenburg.

Die VfB-Aufstellung gegen Malberg: Lukas Litschel, Mirkan Kasikci, Paul Christian, Max Krauß, Tom Zehler (90. Marius Wagner), Philipp Weber, Steven Winzenburg, Felix Arndt (74. Aimen Aslan), Lukas Becher (87. Suan Demaili), Til Cordes (85. Furkan Cifci), Luca Kirschbaum (71. Hüseyin Samurkas). Schiedsrichter: Fabian Schneider (Grafschaft) – Zuschauer: 510.

© Fotos: balu / PS. Bilder in der Galerie für höhere Auflösung und zum Vergrößern bitte anklicken.