Schlammschlacht mit späten Toren – VfB siegt auf Asche auch gegen Immendorf

Mit dem dritten Heimsieg in Folge glich die 1.Mannschaft des VfB Wissen am vorletzten Spieltag der Rheinlandliga ihre Bilanz mit nun sieben Siegen, zwei Unentschieden und sieben Niederlagen wieder aus. Das 2:1 auf dem Hartplatz im Dr.Grosse-Siegstadion gegen den zuletzt stark aufgekommenen Vorjahres-Aufsteiger TuS Immendorf brachte eine Verbesserung auf den neunten Tabellenplatz. Die Abstiegszone und der Tabellendritte sind nun mit acht Zählern gleich weit entfernt.

Schiedsrichter Jan Ulmer führt die beiden Teams aufs Feld. Unten die Platzwahl mit den Mannschaftskapitänen Marvin Weber und Lukas Litschel.Wie nach den vorangegangenen starken Regenfällen bis unmittelbar vor Spielbeginn nicht anders zu erwarten, zeigte sich der Hartplatz in einem schwierig zu bespielenden Zustand. Gemessen an den Platzverhältnissen sahen die gut 100 Zuschauer aber ein schnelles Spiel auf ansehnlichem Niveau, auch wenn die zahlreichen Pfützen manchen Flachpass zur Glückssache machten. Alle drei Treffer des Spiels fielen in der Schlußphase, nachdem der VfB zuvor bereits zweimal die Latte des Immendorfer Tores anvisiert hatte und am Ende verdient gewann.

Schwierige Verhältnisse auf dem Spielfeld und drumherum. Immerhin trocknete der Platz im Laufe des Spiels recht schnell ab und die großen Pfützen wurden kleiner.

In der Anfangsphase aber hatten die Gäste vom Rhein mehr Ballbesitz, ohne sich jedoch gegen eine sicher stehende VfB-Defensive klare Chancen erspielen zu können. Die erste echte Gelegenheit bot sich nach 15 Minuten Til Cordes, der über die linke Seite nach vorne stürmte und mit seinem Schrägschuss die Torlatte traf (Foto unten). Gästekeeper Behr wäre chancenlos gewesen. Beide Akteure standen auch nach 27 Minuten im Mittelpunkt: Luca Kirschbaum ging nach einem langen Pass alleine auf den aus seinem Strafraum herauseilenden TuS-Torwart zu und brachte den Ball auch an ihm vorbei.Dieser Schuss von Til Cordes landete an der Latte des Immendorfer Tores.

Das Leder kullerte, verfolgt von Til Cordes und einem Verteidiger, dem leeren Kasten entgegen und rollte langsam über die Linie. Da Til aber zuvor im Abseits gestanden hatte und mit seinem Einsatz auch ohne Ballberührung ins Spiel eingriff, verwehrte der gewohnt souverän agierende Schiedsrichter Jan Ulmer dem vermeintlichen 1:0 zurecht die Anerkennung. So ging es bei erneut einsetzendem Regen torlos und durchaus leistungsgerecht in die Pause.Mirkan Kasikci schaltete sich über die rechte Seite immer wieder ins Wissener Angriffsspiel ein.

Nach Wiederanpfiff hatte dann der VfB seine beste Phase und erspielte sich zwischen der 45. und 80.Minute nicht nur klare Feldvorteile, sondern durch schnelle Angriffe über beide Flügel auch einige Top-Chancen. Innerhalb von nur sechs Minuten hatte Marcel Behr im Gästetor gleich dreimal die Chance, sich bei Schüssen von Luca Kirschbaum und Felix Arndt mit starken Paraden auszuzeichnen. Beim Schuss von Felix Arndt half dem Keeper allerdings auch das Glück, denn der Ball stieg nach seiner Abwehr fast senkrecht in die Luft und kam unmittelbar vor der Torlinie auf den Boden, bevor die Immendorfer endgültig zur Ecke klären konnten.

Philipp Weber (rechts) und Felix Arndt im Duell mit Immendorfs Julian Gasper.

Noch einmal zeigte sich Fortuna dem TuS gewogen, als auch der Volleyschuß von Felix Arndt aus 18 Metern (60.) ans linke Lattenkreuz krachte. Beim Tor zur Wissener Führung hatte dann aber der VfB endlich das Glück auf seiner Seite. Ein Flachschuss von Philipp Weber aus 18 Metern fand den Weg durch den dichtbevölkerten Gästestrafraum, wäre aber eigentlich eine sichere Beute des Keepers gewesen. Der Ball rutsche ihm aber durch die Beine und blieb in der großen Pfütze auf der Torlinie liegen. Tom Pirsljin setzte nach und schob zum 1:0 (81.) ein.Max Krauß am Ball.

Nun mussten die lange relativ passiven Gäste die Abwehr lockern und boten so viel Platz zum Kontern. Der eingewechselte Justin Kirschbaum wurde am langen Pfosten von Lukas Becher mit einer Flanke bedient und überwand den Keeper mit einer sehenswerten Kopfball-Bogenlampe, die sich am gegenüberliegenden Pfosten zum 2:0 (88.) ins Tor senkte. Damit schien die Partie gelaufen, zumal Justin Kirschbaum schon kurz darauf alleine auf den Torwart zustürmte, sich den Ball aber zu weit vorlegte und noch gestoppt werden konnte.Lukas Becher (Mitte) in einer Szene aus der ersten Halbzeit.

So blieb den Immendorfern die Resthoffnung auf einen Punktgewinn, die nach dem 2:1-Anschlußtor (93.) sogar noch einmal größer wurde. Mit der letzten Aktion des Spiels in der sechsten Minute der Nachspielzeit wäre fast sogar noch der Ausgleich gefallen, doch der Kopfball nach einer Ecke von rechts streifte nur die Latte. VfB-Coach Dirk Spornhauer zur turbulenten Schlussphase: „Einmal haben wir nicht gut verteidigt und prompt das 2:1 kassiert. Und wenn es ganz blöd läuft, dann rutscht uns mit der allerletzten Aktion des Spiels noch der Sieg aus der Hand.“Immer, wenn die Immendorfer kommen, schüttet es. Statistiker erkennen einen Zusammenhang 🙂

Insgesamt war der Trainer aber hochzufrieden: „Aufgrund der zweiten Halbzeit haben wir das Spiel verdient gewonnen. Gegen diese Mannschaft mußt Du erstmal gewinnen. Ich fand Immendorf sehr robust und in jeder Situation sind sie nach vorne gefährlich. Meinen Jungs muss ich ein Riesenkompliment machen, dass wir wieder zu Hause gewonnen haben und auf der Asche weiter unbesiegt sind. Das war eine tolle Energieleistung, wenn man bedenkt, dass wir die Woche nur mit acht bis neun Leuten trainieren konnten. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“Fußball-Ballett mit Philipp Weber.

An den kommenden beiden Wochenenden hat der VfB nun auswärts anzutreten – wenn es das Wetter zulässt. Angesichts der für die Wochenmitte angekündigten Schneefälle könnte die Austragung des für Sonntag geplanten Spiels in Morbach (immerhin 440 Meter hoch im Hunsrück gelegen) in Gefahr geraten. Beim FV, der aktuell zwei Punkte mehr auf dem Konto hat als der VfB, hat unsere Mannschaft in den vergangenen Jahren eher selten gepunktet – wär‘ also mal Zeit. Eine Woche später beginnt dann schon die Rückrunde der Rheinlandliga und das Derby in Malberg steht auf dem Programm.

Felix Arndt am Ball, rechts Mirkan Kasikci.

Die VfB-Aufstellung gegen den TuS Immendorf: Lukas Litschel, Mirkan Kasikci, Paul Christian, Tom Pirsljin, Marius Wagner, Philipp Weber, Max Krauß, Felix Arndt (88. Tom Zehler), Lukas Becher, Til Cordes (84. Aimen Aslan) , Luca Kirschbaum (80. Justin Kirschbaum). Schiedsrichter: Jan Ulmer. Zuschauer: 105.