Stadionbrücke wurde abgerissen

1955 feierte man in Wissen die Eröffnung des Dr.Grosse-Siegstadions. Kurze Zeit später wurde neben der Sportanlage die Fußgängerbrücke gebaut, die die Innenstadt mit dem Alserberg verband. Schon seit dem vergangenen Jahr war das Bauwerk wegen baulicher Mängel gesperrt und bescherte den Besuchern des Stadions und der anderen Sportanlagen einen Umweg. Nun erfolgte der Abriss. Helga Wienand berichtete in der „Rhein-Zeitung“ hierzu:

Brücke krachte in die Sieg

Es ging blitzschnell: ein heftiges Krachen, Wasserfontänen spritzten hoch, und die fast 50 Jahre alte Brücke lag im Bett der Sieg. In Wissen wurde die Fußgängerbrücke zum Alserberg abgerissen. Dabei wurde einer der Brückenpfeiler mit einem rund vier Tonnen schweren Spezialwerkzeug angeknackt: „Es gab einen großen Knall, und der größte Teil der Brücke lag im Fluss. Es ging blitzschnell”, berichtete Uwe Henning vom Bauamt Wissen.

„Salamanderbrücke” hieß das Bauwerk im Volksmund. Sie wurde 1957 gebaut und war fast 50 Jahre deutlich mehr als nur eine Fußgängerbrücke. Im Inneren lag die Hauptabwasserleitung vom Alserberg, die Gas-Versorgungsleitung zu den Stadtwerken und ein 10-KV-Stromkabel der RWE. Als im vergangenen Jahr im Zuge einer Überprüfung der Brücken der Übergang gesperrt wurde, begannen auch sogleich die Vorarbeiten zum Abriss.

Schnell war klar: Eine neue Brücke muss gebaut werden, und sie muss alle Versorgungsleitungen aufnehmen können. Jede andere Lösung – etwa die Leitungen unters Flussbett zu führen- wären weitaus teurer als Abriss und Neubau geworden (die RZ berichtete). Gestern früh waren auch die Experten der Ruhrgas vor Ort. Sie hatten die alte Leitung bereits Tage zuvor entfernt und zur Entsorgung in eine Spezialfirma gebracht. Für die Gasversorgung wurde dann ein Provisorium errichtet.

Die neue Hauptgasleitung wird wieder in das neue Brückenbauwerk integriert werden, ebenso alle weiteren Versorgungsleitungen. Bis zum 1. Oktober muss die neue Brücke soweit fertig sein, dass die Gasleitung steht und betriebsbereit ist. Mit Hochdruck wurde gestern gearbeitet. Die Sieg musste bis zum Abend frei von Schutt- und Betonteilen sein.

Die Firma Schmidt Freusburg lieferte das Spezialwerkzeug für das Kettenfahrzeug. „Man nennt es Brösler mit Zange, es kann Stahl zerschneiden und Beton zerkleinern”, beschrieb Bauleiter Thomas Ottersbach die vier Tonnen schwere Maschine. Im Führerhaus des Raupenfahrzeugs sitzt Viktor Krusa, er hat auch schon im Wissener Frankenthal die ehemaligen Hoesch-Hallen zerlegt. Er beherrscht das riesige Werkzeugperfekt. Die neue Brücke wird ebenfalls auf zwei Pfeilern ruhen. Sie wird an gleicher Stelle auf- 2 gebaut und ist als kombinierte Fahrrad- und Fußgängerbrücke geplant.