Starke erste Halbzeit reicht für 5:3-Auswärtssieg in Niederroßbach

Wer in dieser Saison die Spiele des VfB Wissen in der Kreisliga A besucht, kann sich sicher sein, viele Tore zu sehen. So auch beim jüngsten Auswärtsspiel in Niederroßbach, daß die Weller-Elf dank einer überragenden ersten Halbzeit mit 5:3 (4:1) gewann. Der zweite Spielabschnitt hingegen verlief absolut enttäuschend und hätte den biederen Gastgebern –auch dank der seltsamen Leistung des Unparteiischen in der Schlußphase- beinahe noch einen Punktgewinn beschert.

Da auch Tabellenführer Wallmenroth seine Partie gegen Mozhain gewann, bleibt es beim 6-Punkte-Rückstand zur Spitze. Am kommenden Mittwoch kann die Distanz aber beim Nachholspiel in Molzhain verringert werden. Immerhin: Das aktuelle Torverhältnis nach sieben Spielen von 22:9 (!) kann sich sehen lassen.

Soweit die Staubwolken auf dem Hartplatz in Niederroßbach einen Blick aufs Geschehen zuließen, lässt sich zum Spielverlauf folgendes sagen: Zwar kamen die Gastgeber schon in der dritten Minute nach einem Wissener Fehlpaß am eigenen Strafraum zur Führung, doch Henry Acquah (6.) und Sherif Rexhaj (8.) rückten die Verhaltnisse schnell gerade. Und in gleicher Weise ging es weiter, denn angetrieben von Marco Weller taumelte die Abwehr des Aufsteigers von einer Verlegenheit in die nächste.

Christian Nöller sorgte für das schönste Tor des Tages, als er eine Eckball-Vorlage von Marco Weller aus 20 Metern zum 3:1 (22.) in den rechten Winkel jagte. Nöller hatte auch am vierten Treffer seinen Anteil, als er Sherif Rexhaj mustergültig zum 4:1 (31.) auflegte. Da Marco Weller noch den Pfosten traf und weitere Großchancen ungenutzt blieben, war Niederroßbach mit dem Pausenstand bestens bedient.

Umso unverständlicher war der krasse Leistungsabfall nach dem Wiederanpfiff. Vom Sturmwirbel der ersten 45 Minuten war nichts mehr zu sehen. Mittelfeld und Defensive zeigten nun –insbesondere nach der verletzungsbedingten Auswechslung von Kapitän Jan Conrads- ganz erstaunliche Lücken. Bei der ersten guten Chance der Hausherren konnte Fillipos Papadopoulos den Ball noch gegen den Pfosten lenken, auch bei der zweiten Topchance der Niederroßbacher reagierte der VfB-Keeper glänzend.

Beim Anschlußtreffer zum 2:4 (74.) war aber auch er machtlos, als die SG ein Elfmetergeschenk nutzte. Apropos Elfmetergeschenk: Schiedsrichter Egon Maurer, der bis dahin mit der fairen Partie keine Mühe gehabt und eine sichere Spielleitung gezeigt hatte, setzte nun unerwartete Akzente. Der Referee sah sich in der Schlußviertelstunde offenbar genötigt, jede, aber auch wirklich jede Entscheidung zugunsten Niederroßbachs zu treffen. Die Aberkennung des Tores von Deniz Inan zum vermeintlichen 5:2 (79.) wegen Abseitsstellung setzte wie etliche weitere Pfiffe schon enorme Kreativität bei der Auslegung der Regelwerkes voraus.

So kam Niederroßbach durch einen Sonntagsschuß sogar noch zum 3:4 (89.), bevor Deniz Inan mit seinem elften Saisontor zum 5:3 in der vierten Minute der Nachspielzeit den Sack endlich zumachte. Fazit: Nach zwei grundverschiedenen Halbzeiten bleibt ein zweispältiger Eindruck zurück. Stärkere Gegner als die (zugegebenermaßen nie aufsteckende) SG Niederroßbach hätten wohl noch mehr Nutzen aus dem VfB-Leistungsabfall gezogen.

Die Aufstellung gegen Niederroßbach: Filippos Papadopoulos, Jan Conrads (64. Cem Cakatay), Christian Schirmacher, Simon Ebach, André Schneider, Christian Nöller, Tomasz Gawenda, Marco Weller, Henry Acquah, Deniz Inan, Sherif Rexhaj.