Die 2.Mannschaft des VfB Wissen und die SG Herschbach gingen punktgleich in den letzten Spieltag der Kreisliga A Westerwald / Sieg. Beim Gleichstand blieb es, denn am Sonntag setzte sich nicht nur der VfB II mit 4:1 gegen Friesenhagen, sondern auch Herschbach mit 3:0 gegen Schönstein durch. Konsequenz dieser Resultate ist ein Entscheidungsspiel der beiden Kontrahenten um die Meisterschaft am kommenden Mittwoch. Ob es dann für den VfB II auch um den Bezirksliga-Aufstieg geht, hängt davon ab, ob die 1.Mannschaft ihre Entscheidungsrunde um den Klassenerhalt erfolgreich abschließt.
Topchance für Sebastian Girresser in der Anfangsphase.
Gegen die als Absteiger feststehende DJK Friesenhagen tat sich der VfB II auf dem Rasen im Dr.Grosse-Siegstadion lange Zeit deutlich schwerer, als es der Endstand aussagt. Hätten die Gäste die ganze Saison so gespielt wie in den letzten Wochen, wären sie wohl kaum mit nur vier Punkten in die Kreisliga B abgestürzt. Allerdings fehlten auf Wissener Seite, was den eher schwachen Auftritt erklären mag, mit Mario Weitershagen, Emre Bayram, Dennis Ferfort, Tom Louis Siegel und Pascal Freudenberg auch einige wichtige Stammkräfte.
In der ersten Halbzeit stand die Gästeabwehr recht sicher.
Die Partie begann ausgeglichen, und so war die DJK-Führung nach einer knappen Viertelstunde nicht einmal überraschend. Ein Kopfball von Patrick Kroll nach einer Freistoßflanke von der rechten Seite schlug zum 0:1 (14.) im Kasten von VfB-Keeper Dennis Schumacher ein. Wichtig war der schnelle Ausgleich durch Max Ebach, der nach 18 Minuten mit einem Volleyschuß aus zehn Metern halbhoch ins rechte Eck zum 1:1 traf.
Zweimal Julian Happ auf dem Weg nach vorn.
Das Tor sorgte aber zunächst nicht für Sicherheit, und angesichts guter Chancen hätte bis zur Pause nicht nur der VfB II, sondern auch die Friesenhagener in Führung gehen können. Der Halbzeitstand war demnach leistungsgerecht. Ein komplett verändertes Spiel sahen die knapp 150 Zuschauer dann nach Wiederanpfiff, denn nun gab es Powerplay auf das Friesenhagener Tor. Allerdings wackelte die ansonsten sichere VfB-Abwehr noch einige Male gewaltig.
Lorenz Klein schaltete sich mehrfach in die Wissener Angriffe ein.
Einmal verhinderte Dennis Schumacher mit einem tollen Reflex ein Eigentor. In dieser Phase wurde auf der anderen Seite Friesenhagens Torwart Baris Tecirli zum auffälligsten Akteur auf dem Platz. Mehrfach sorgte er mit starken Paraden dafür, dass es zunächst beim Gleichstand blieb. Trotzdem lag nun gegen einen nachlassenden Gegner die Wissener Führung pausenlos in der Luft.
Der Elfmeter von Maik Schnell zum 2:1.
Nachdem Schiedsrichter Birol Koyun dem 2:1 durch Simon Ebach wegen einer vermeintlichen Abseitsstellung die Anerkennung versagte und kurz darauf nach einem Foul an Julian Happ auf den fälligen Elfmeterpfiff verzichtete, war es Maik Schnell, der mit einem Doppelschlag den Sieg einleitete. Zunächst traf er mit einem Strafstoß sicher zum 2:1 (65.). Nur drei Minuten später brachte eine Energieleistung des Kapitäns das 3:1 (68.), als er nach einem langen Ball nach vorne eine zu kurze Rückgabe erlief, noch den Torwart umspielte und dann ins leere Tor einschob.
Lukas Deger im Kopfballduell.
Damit war die Partie gelaufen, auch wenn die Gäste nicht aufgaben und sich um den Anschlußtreffer bemühten. Max Ebach setzte dann mit einem Alleingang den Schlußpunkt. Mit einem cleveren Lupfer über den herauslaufenden DJK-Keeper erzielte er den 4:1-Endstand. Damit war die Pflichtaufgabe gelöst und die Bilanz mit dem 18. Saisonsieg auf bärenstarke 57 Punkte ausgebaut. Der Schnitt von 2,2 Punkten pro Spiel wäre eines Aufstiegs würdig und verdient ganz unabhängig vom Ausgang der Entscheidungsspiele größten Respekt.
Doppel-Torschütze Maik Schnell in Aktion.
Trainer Emre Bayram zum Spiel: „Von unserer Seite war es heute sicher kein schönes Spiel, weil wir über eine Stunde warten mussten, um in Führung zu gehen. Wir hatten zu oft zu große Abstände zwischen Abwehrkette und Mittelfeld, einige Male hat auch die Absicherung nach hinten gefehlt. Das Zweikampfverhalten war nicht gut und war manchmal eher Begleitung des Gegners. Durch das passive Agieren haben wir uns das Leben schwer gemacht. Die zweite Halbzeit war besser, und die beiden Tore kurz nacheinander waren der Lebensretter und haben uns den Rest des Spiels dann einfach gemacht.“
28 Gegentore in 26 Spielen: Top-Bilanz für die VfB-Torhüter Mel Brucherseifer und Dennis Schumacher.
„Der Sieg war sicher verdient, aber wir hätten uns auch nicht beschweren dürfen, wenn es bis zum Schluss eng geblieben wäre. Entscheidend waren heute ohnehin nur die drei Punkte und jetzt gilt alle Konzentration dem Entscheidungsspiel gegen Herschbach am Mittwoch. Wir dürfen sehr stolz sein auf eine erfolgreiche Saison, aus der wir das Maximale herausgeholt haben.“
Die VfB-Aufstellung gegen Friesenhagen: Dennis Schumacher, Simon Ebach, Lorenz Klein, André Schneider (46. Jasper Müller), Marlon Schumacher, Melvin Seifer (46. Lukas Klein), Lukas Deger, Sebastian Girresser (65. Felix Beib), Julian Happ, Max Ebach, Maik Schnell (79. Silas Piontek). Schiedsrichter: Birol Koyun.






