Erstmals seit fast einem Jahr ging die 2.Mannschaft des VfB Wissen bei einem Heimspiel wieder als Verlierer vom Platz, zum ersten Mal seit Jahren blieb sie auf eigenem Platz ohne Tor. Die Serie von 11 Heimsiegen in Folge brach durch das 0:2 (0:0) gegen die SG Guckheim. Mit einem Dreier hätte man eine Woche vor dem Auftritt beim Spitzenreiter SG Herschbach die Tabellenführung der Kreisliga A übernehmen können, doch auch so bleibt die Ausgangslage für Emre Bayram und sein Team vielversprechend.
Schiedsrichter Stefan Jung führt die Mannschaften aufs Feld.
Allerdings sind in den kommenden Wochen Top-Leistungen in allen Mannschaftsteilen nötig, wenn man weiter im Vorderfeld der Liga mitmischen will. Am Sonntag zeigten sich auf dem Rasen des Dr.Grosse-Siegstadion erneut die Abschlußschwächen, die schon in der Woche zuvor beim 2:0 in Herdorf zu sehen waren – und am Ende ging das Spiel gegen Guckheim trotz viel Wissener Ballbesitz nicht zuletzt wegen der Vorteile der Gäste im Abschluss verloren.
Robuste Guckheimer Abwehrarbeit gegen Max Enach und Maik Schnell.
Die VfB-Fans, die schon am Samstag das 1:3 der Rheinlandliga-Mannschaft gegen die SG Schneifel verfolgt hatten, sahen am Sonntag in mancherlei Hinsicht eine Kopie dieses Spiels. Auch hier agierte der Gegner aus einer stabilen Abwehr und verlegte sich aufs Kontern, auch hier machte der VfB aus seiner klaren Feldüberlegenheit zu wenig, wurde klassisch ausgekontert und kassierte dann bei weit geöffneter Abwehr in der Schlußphase den entscheidenden Nackenschlag.
Julian Happ am Ball, links Pascal Freudenberg.
Zu Beginn entwickelte sich zunächst ein verteiltes Spiel mit leichten Guckheimer Vorteilen, ehe der VfB nach rund 15 Minuten mehr Druck nach vorn entwickelte und auch einige gute Chancen hatte. Nach 24 Minuten schien das 1:0 fällig, als Pascal Freudenberg aus zehn Metern abzog und Keeper Fabian Rueth den Schrägschuss nach vorne abwehrte, wo Max Ebach den Ball nur noch einzuschieben brauchte, das Leder aber nicht richtig traf und seinen Abschluss neben den linken Pfosten des verwaisten Tores setzte.
Verbissene Zweikämpfe im Mittelfeld. In der Bildmitte Simon Ebach.
Danach zischten nach gelungenen VfB-Angriffen über die Flügel einige Hereingaben durch den Strafraum, ohne Abnehmer zu finden. Kurz vor der Halbzeit verpasste Pascal Freudenberg bei einem Freistoß von der Strafraumgrenze die inzwischen den Spiel- und Chancenanteilen entsprechende Führung. Seinen zu zentral platzierten Schuss konnte der SG-Keeper mit den Fingerspitzen noch über die Latte lenken. So ging es torlos in die Pause.
Häufig viel Getümmel im Guckheimer Strafraum, doch der entscheidende Abschluß gelang nicht.
Am Spiel änderte sich auch nach Wiederanpfiff wenig, wobei die Guckheimer Gäste nach 55 Minuten mit einem schnellen Konter fast die mangelnde VfB-Absicherung bei einer eigenen Freistoßflanke genutzt hätten. Die Szene kam einem aus der vergangenen Saison irgendwie bekannt vor … Ein schlampiger Pass im Spielaufbau führte dann nach genau einer Stunde Spielzeit zum entscheidenden Tor. Die Gäste nahmen die Einladung dankend an und Matthias Nilges setzte einen Volleyschuß aus zwölf Metern zum 0:1 flach ins linke Eck.
Gemessen am Spielverlauf bekam Guckheims Keeper Rueth viel zu wenig zu tun.
Was danach kam, war engagiertes Anrennen des VfB. Das bescherte eine phasenweise drückende Überlegenheit, endete aber zu oft mit hohen Hereingaben. Da die nun extrem tief stehenden Gäste im eigenen Strafraum und davor nicht nur die Lufthoheit hatten, sondern auch die entscheidenden Zweikämpfe in Tornähe gewannen, blieben die Versuche um den Ausgleich ohne Ertrag. Wesentlich gefährlicher waren bis zum Abpfiff die Guckheimer Konter gegen eine nun zwangsläufig weit aufgerückte Wissener Abwehr.
Die Hereingabe von Julian Happ (ganz rechts) findet keinen Adressaten.
Einer dieser Konter, in gleich mehrfacher Überzahl clever ausgespielt, führte schließlich durch einen sehenswerten Schuss von Fabien Rusteberg in den rechten Torwinkel zum endgültig entscheidenden 0:2. Fazit: Im Fußball entscheiden die Tore, wie man am Wochenende gleich zweimal lernen konnte. Die Ausfälle von Philipp Freudenberg, Tom Louis Siegel, Alex Mildenberger und dem durch einen Infekt geschwächten Emre Bayram waren diesmal nicht zu kompensieren. Insbesondere nach der Pause fiel der VfB-Elf viel zu wenig ein, um den dichten Guckheimer Abwehrriegel zu knacken.
Marlon Schumacher.
Beim kommenden Spitzenspiel in Herschbach wird spielerisch und auch in Sachen Abschlußeffizienz deutlich mehr verlangt sein, um wieder zu punkten. Die führenden Herschbacher verloren am Sonntag nach ihren vier Auftaktsiegen erstmals, bleiben aber natürlich weiterhin einer der Favoriten auf die Meisterschaft. Vorher steht für den VfB II am Dienstagabend noch das Kreispokal-Spiel beim B-Ligisten SG Rennerod II an. Der Anpfiff auf dem Kunstrasen in Rennerod erfolgt um 19:30 Uhr.
Pascal Freudenberg gegen den Guckheimer Kapitän Patrick Gräf.
Die VfB-Aufstellung gegen Guckheim: Mel Brucherseifer, Marlon Schumacher, Simon Ebach, Felix Beib, Mario Weitershagen, Jasper Müller (75. Sebastian Girresser), Lukas Deger, Pascal Freudenberg (84. Emre Bayram), Julian Happ (64. Melvin Seifer), Max Ebach, Maik Schnell. Schiedsrichter: Stefan Jung. Zuschauer: 95.
Bei den Kopfballduellen setzten sich meist die Gäste durch.
Noch eine Analogie zum Samstagsspiel: Kurz vor der Pause der überwiegend fairen Partie knickte der Guckheimer Angreifer Maximilian Wengenroth bei einem Schussversuch ohne gegnerische Einwirkung unglücklich um und schied mit Verdacht auf eine Knöchelverletzung sofort aus. Auf Wissener Seite erwischte es in der Schlussphase Jasper Müller, der sich bei einem Sturz an den Eckfahne am Arm verletzte. Wir wünschen beiden Spielern gute Besserung und eine baldige Rückkehr auf den Platz.
Maik Schnell.