In den letzten Wochen hieß das Motto für die Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen durchgehend „Zu Hause gewinnen, auswärts verlieren“. Ausgerechnet im Derby bei der SG Malberg gelang es dem Team von Trainer Dirk Spornhauer, die schwarze Serie auf fremden Plätzen zu beenden – und zum ersten Mal in dieser Saison auswärts ohne Gegentor zu bleiben. Der 2:0-Erfolg war hochverdient und glich die Saisonbilanz mit nun je acht Siegen und Niederlagen bei zwei Remis wieder aus. Beide Treffer zum Sieg erzielte Til Cordes (Foto oben).
Auf und ab ….
Der VfB legte auf dem Malberger Kunstrasenplatz los wie die Feuerwehr und hätte das Spiel bereits in den ersten 20 Minuten zu seinen Gunsten entscheiden können, doch drei absolute Top-Chancen blieben ungenutzt. Die Malberger Abwehr, die in der Hinrunde fast drei Gegentore im Schnitt kassiert hatte, erwies sich in der Anfangsphase als extrem löchrig und hatte der Wissener Offensive kaum etwas entgegen zu setzen. Schon nach zwei Minuten wurde Lukas Becher im SG-Strafraum freigespielt und traf mit seinem Schuss aus zwölf Metern die Latte.
Lukas Becher (hier in einer Szene aus dem 4:0 gewonnenen Hinspiel) traf schon nach 2 Minuten die Torlatte.
Kurz darauf war Luca Kirschbaum der nächste Wissener, der alleine auf Malbergs Keeper Hammel zulief, den Ball aber am Tor vorbeisetzte. Ihm tat es nach einer guten Viertelstunde Til Cordes gleich, der nach einem Angriff durch die Mitte frei vor dem Keeper stand, aber ebenfalls neben den Kasten zielte. Besser machte es der 22-Jährige nach 22 Minuten. Von Felix Arndt mit einem Pass in die Gasse perfekt bedient, schob er zur hochverdienten Wissener 1:0-Führung ein. Die beste Chance für den Tabellenletzten gab es durch Justin Nagel, doch Lukas Litschel parierte den Schuß aus knapp 20 Metern souverän.
Grüße aus Kroatien !
Trainer Dirk Spornhauer zum Geschehen bis zum Pausenpfiff: „Wir haben, abgesehen von der schlechten Chancenverwertung, eine gute erste Halbzeit gespielt. Wir hatten Malberg gut im Griff gehabt, der Gegner war eigentlich nur nach Ecken gefährlich.“ Direkt nach Wiederanpfiff bot sich bei der ersten Ecke des zweiten Spielabschnitts eine weitere Gelegenheit für den VfB, als Tom Pirsljin den Pfosten traf und auch die beiden Nachschüsse abgewehrt werden konnten. Wie so oft, wenn eine Mannschaft ihre Chancen nicht nutzt, kommt der zuvor klar unterlegene Gegner noch einmal zurück.
Schiedsrichter Jan Bernstädt aus Plaidt, vor wenigen Wochen 22 Jahre alt geworden, war dem Derby ein souveräner Leiter.
So war es auch am Samstag in Malberg, denn die SG hatte nun Oberwasser. Dem 1:1-Ausgleich am nächsten kam Justin Nagel, der einen weiten Ball in den Wissener Strafraum gut verarbeitete und aus der Drehung abzog. Zum dritten Mal an diesem Tag hörten die 250 Zuschauer den Klang von Aluminium, als der Ball die Latte traf. Der VfB überstand diese und auch eine weitere brenzlige Situation dank des Eingreifens von Paul Christian unbeschadet. Trainer Dirk Spornhauer: „Es war nach den vielen vergebenen Chancen aus der ersten Halbzeit eigentlich völlig unnötig, dass wir in dieser Phase noch einmal in Gefahr geraten sind.“
Simon Ebach wurde kurz vor Schluss eingewechselt und kam so zu seinem 299. Pflichtspiel-Einsatz in der 1.Mannschaft.
Til Cordes beendete dann nach knapp 70 Minuten durch seinen zweiten Treffer an diesem Tag alle Hoffnungen der Malberger auf den angesichts der Tabellenlage dringend benötigten Punktgewinn. Nach einem Solo schob „Tico“ clever ein. Damit war das Derby entschieden, zumal sich die Gastgeber nur wenige Minuten nach dem 0:2 durch eine mit der roten Karte bestrafte Tätlichkeit dezimierten und die verbleibende Viertelstunde in Unterzahl agieren mussten. Trainer Spornhauer: „Mit dem zweiten Tor war die Sache gegessen. Das war der erste Sieg in Malberg nach langer Zeit und vor allem drei ganz wichtige Punkte für uns.“
Die Null steht: VfB-Torwart Lukas Litschel.
Ein Spiel steht vor Weihnachten in der Rheinlandliga noch an. Am kommenden Samstag ist das Ziel, gegen den FSV Trier-Tarforst mit dem vierten Heimsieg in Folge den Erfolg aus der Hinrunde zu wiederholen. Zudem gilt es wie schon in Malberg, mit drei Punkten den Abstand zur Abstiegszone weiter zu vergrößern. Aktuell beträgt diese Differenz, unabhängig von den Ergebnissen des Sonntags, mindestens acht Zähler. Für die SG Malberg hat sich die Lage nach dem Zwischenhoch durch die Ergebnisse der direkten Konkurrenz wieder deutlich verschlechtert. Der erste Nichtabstiegsplatz ist immerhin schon acht Punkte entfernt.
Derbysieger !
Die VfB-Aufstellung in Malberg: Lukas Litschel, Mario Weitershagen, Paul Christian, Tom Pirsljin, Mirkan Kasikci, Max Krauß, Philipp Weber, Felix Arndt, Lukas Becher (89. Simon Ebach), Til Cordes (84. Aimen Aslan), Luca Kirschbaum (90. Marius Wagner). Schiedsrichter: Jan Bernstädt (FC Alemannia Plaidt).
