In den letzten Jahren war die personelle Entwicklung der 2.Mannschaft des VfB Wissen von maximaler Kontinuität geprägt. Das trug neben der Tatsache, das fast der gesamte Kader schon in der Jugend für den VfB am Ball war, wesentlich zu den tollen Erfolgen bei. Nach der großartigen Saison 2024-25 mit dem Kreispokalsieg und dem nur knapp verpassten Bezirksliga-Aufstieg gilt es nun, vier ebenso langjährige wie verdiente Akteure zu verabschieden. Vor dem letzten Saisonspiel gegen Windhagen am vergangenen Mittwoch fand durch den VfB-Vorsitzenden Thomas Nauroth (rechts) und den Sportlichen Leiter Philipp Klappert (links) die Ehrung von Lorenz Klein, André Schneider, Sebastian Girresser und Dennis Ferfort statt.

Lorenz Klein begann schon in der F-Jugend beim VfB mit dem Fußballspielen. Der im April 24 Jahre alt gewordene Defensivspieler durchlief alle Altersklassen und schaffte mit seinen Teams auch den Sprung in die überregionalen Ligen. Nun verlässt er seine Heimatstadt Wissen, macht zumindest vorerst eine fußballerische Pause und widmet sich seinen läuferischen Ambitionen auf den langen Strecken. Bruder Lukas hält derweil beim VfB die Stellung. Zum Abschied von Lorenz standen die Klein-Brüder gegen Windhagen gemeinsam auf dem Platz – und hatten beide ihre Seite im Griff.

André Schneider kann auf fast genau 30 Jahre als Fußballer des VfB Wissen zurückblicken. 1989 geboren, war er von 2008 bis 2017 Teil des Kaders der ersten Mannschaft und absolvierte in dieser Zeit 104 Pflichtspiele. Viele weitere Einsätze kamen seither in der 2.Mannschaft hinzu, die von seiner Routine und Zweikampfstärke auf der rechten Abwehrseite gerade in ein paar ganz engen Spielen enorm profitierte. Die lange blau-weiße Karriere bei seinem letzten Auftritt gegen Windhagen mit einem Aufstieg zu krönen, blieb ihm leider versagt.
Der Dritte im Bunde ist in Fußballkreisen wohl eher als “Notti” als unter seinem Namen im Spielerpass bekannt. Der Ur-Wissener Sebastian Girresser war nach seinen Jahren in der VfB-Jugend und der Rückkehr ins Dr.Grosse-Siegstadion im Jahr 2011 zunächst fünf Spielzeiten lang Stammspieler der ersten Mannschaft. Danach durfte sich das Mittelfeld der Reserve über die Qualitäten des Edeltechnikers freuen. Mit 38 Jahren hängt er nun nach einer ganz starken letzten Runde die Schuhe an den Nagel.

Der Name Ferfort hat beim VfB seit über 60 Jahren Kultstatus. Opa Werner wurde bei seinen gut 500 Spielen blau-weißen Trikot Rheinlandmeister, Rheinlandpokalsieger und schaffte 1962 den Aufstieg in die damalige 2.Liga. Vater Michael, der nach wie vor bei keinem Spiel im Stadion fehlt, ist mit unglaublichen 691 (!) Pflichtspieleinsätzen zwischen 1980 und 2004 (!!) ewiger VfB-Rekordspieler. Da war es klar, dass auch Dennis Ferfort die Familientradition fortsetzt. Nach der Zeit in der Wissener Fußballjugend absolvierte er zwischen 2007 und 2018 insgesamt 181 Einsätze in der Ersten, bevor es ihn zur 2.Mannschaft zog. Leider verpasste der 36-Jährige nach einer durch ein böses Foul in Weitefeld erlittene Knieverletzung die entscheidenden Wochen der Saison. Nun geht “Ferfi III.” er ein Jahr auf Weltreise, und beim VfB hoffen sicher alle, dass er danach wieder auf den Platz zurückkehrt. Papa Michael hat auch erst mit 42 in der Ersten aufgehört und absolvierte sein letzten Spiel für den VfB II mit 57 Jahren. Tradition verpflichtet, Dennis !
Uwe Schmidt, Thomas Nauroth und Philipp Klappert (im Vordergrund) nahmen die Ehrungen vor