Wieder eine VfB-Niederlage in der Nachspielzeit -„Das tut unglaublich weh“

Das Glück läuft der Rheinlandliga-Mannschaft des VfB Wissen im Moment wirklich nicht nach. Wie schon in der Vorwoche in Kirchberg ging auch das Heimspiel gegen den FC Bitburg durch ein Gegentor in der vierten Minute der Nachspielzeit verloren. Dabei hatte die Mannschaft von Trainer Dirk Spornhauer trotz 60-minütiger Unterzahl einen großen Kampf geliefert und bis gut eine Viertelstunde vor Schluss sogar mit 1:0 geführt. Am Ende aber stand das VfB-Team trotz allen Engagements wieder mit leeren Händen da. Erneut hatte beim VfB das Verletzungspech zugeschlagen: Steven Winzenburg und Marius Wagner fehlten nach den in Kirchberg erlittenen Blessuren ebenso wie der grippegeschwächte Lukas Becher. Trotzdem begann der VfB engagiert. Dirk Spornhauer war zufrieden mit der Anfangsphase:  „Wir waren gut im Spiel drin.“ Torszenen waren allerdings selten. Bis zur Pause hatten Emre Bayram und Til Cordes die besten Gelegenheiten zur Führung, doch ihre Schüsse wurden von FC-Keeper Kieren mit den Fingerspitzen noch über die Latte gelenkt.

Das Gespann mit Schiedsrichter Ralf Volk und seinen Assistenten Frederic Lotzer und Markus Robert Pfitzmeier.

Die Gäste kamen dem 0:1 gegen die gut stehende VfB-Abwehr nur einmal nahe, als Lukas Litschel einen Schuss aus zehn Metern per Fußabwehr klärte. Dann kam die 38.Minute, in der Emre Bayram für ein Foul im Mittelfeld die gelbe Karte sah. Auf Intervention des Linienrichters nahm Schiedsrichter Ralf Volk während der Verletzungsunterbrechung die Entscheidung zurück und zeigte „Rot“. Es sollte nicht die einzige umstrittene und heftig diskutierte Entscheidung des erfahrenen Referees an diesem Nachmittag bleiben.Aimen Aslan

Trainer Dirk Spornhauer zur ominösen Szene: „Der Platzverweis war sehr unglücklich. Der Schiri hat mir gesagt, dass er eine schlechte Sicht auf die Szene hatte. Ich hatte aber schon den Eindruck, dass er in dieser Situation durch die Bitburger Proteste gekippt ist. Am Ende war die rote Karte sicher mit spielentscheidend und in den kommenden Spielen fällt nach den ganzen anderen Ausfällen wieder ein Spieler weg, der für uns enorm wichtig ist. Es kommt im Moment einfach knüppeldick.“

Tom Zehler

Trotzdem legte der VfB einen Traumstart in die zweite Halbzeit hin. Nach einem Ballgewinn von Philipp Weber an der Mittellinie ging Til Cordes nach einem Steilpass alleine auf das Gästetor zu und verwandelte souverän zum 1:0 (51.). In der Folgezeit waren die Bitburger optisch zwar klar überlegen, Ausgleichschancen waren aber Mangelware. Im Gegenteil: Bei zwei allerdings schlecht ausgespielten Kontern hätte der VfB durchaus erhöhen können.

Freude über das Führungstor.

Der eingewechselte Mbongo Dieucy Mayindombe hatte dann nach 70 Minuten das 1:1 auf dem Fuß, traf mit seinem Schrägschuß aber nur die Lattenoberkante. Zum Matchwinner wurde er dennoch, denn seine Treffer nach 73 und 95 Minuten drehten die Partie zugunsten der Eifelaner. Vor dem Ausgleich warteten die VfB-Akteure vergeblich auf einen Foulpfiff des Referees, der kurz vor dem Abpfiff auch eine Attacke auf den eingewechselten Armando Grau an der Strafraumgrenze ungeahndet ließ.

Felix Arndt

Das Fazit von Trainer Dirk Spornhauer: „Es ist extrem bitter, schon wieder in der Nachspielzeit zu verlieren, zumal die Mannschaft toll gekämpft und sich trotz der Unterzahl mindestens den einen Punkt verdient hatte. Die ganze Truppe hat vorbildlich gearbeitet und kämpferisch war das überragend, aber dann sind wir wieder bestraft worden. Das tut unglaublich weh, und da finde ich auch keine Worte mehr. Für die Moral wäre der Punkt unglaublich wichtig gewesen.“ Til Cordes in Aktion.Der Abstand zu den vier Abstiegsplätzen reduzierte sich dadurch auf nur noch einen Punkt. Es zeichnet sich ein Vierkampf zwischen Kirchberg (32 Punkte), Linz (31), Wissen (31) und Trier-Tarforst (30) um drei freie Plätze in der Rheinlandliga ab. Auch wenn es keine Punkte gab, machen die beiden jüngsten Leistungen in Kirchberg und gegen Bitburg durchaus Mut, dass der VfB in den verbleibenden sechs Spielen aus eigener Kraft das rettende Ufer erreichen kann.

Bitburger Abwehrarbeit.

Am Osterwochende geht es zu Rot-Weiß Wittlich, das sich noch Hoffnungen auf Relegationsrang Zwei macht, eine Woche später kommt dann Neuling SG Vordereifel ins Dr.Grosse-Siegstadion. Hauptaufgabe des Trainerteams dürfte in den kommenden Tagen die Frustbewältigung sein, um die diversen Nackenschläge der letzten Wochen zu verkraften. Mit der am Samstag gezeigten Moral ist ein positiver Ausgang der Saison weiterhin in Reichweite !Die VfB-Aufstellung gegen Bitburg: Lukas Litschel, Tom Zehler (79. Mirkan Kasikci), Paul Christian, Mario Weitershagen, Tom Pirsljin, Philipp Weber, Max Krauß, Emre Bayram, Aimen Aslan (60. Daniel Reichert, 90.+2 Hüseyin Samurkas), Til Cordes (76. Kerem Sari), Felix Arndt (88. Armando Grau). Schiedsrichter: Ralf Volk (Koblenz). Zuschauer: 160.