Die Serie der mit einem Tor Unterschied knapp verlorenen Spiele wird immer länger und setzte sich auch am Sonntag gegen die SG Mülheim-Kärlich fort. Am letzten Spieltag der Rheinlandliga 2025 gab es auf eigenem Platz eine komplett vermeidbare 1:2-Niederlage. Damit geht der VfB mit der mageren Ausbeute von neun Punkten und acht Zählern Rückstand in die Winterpause. Für den Klassenerhalt ist nun im Frühjahr eine Siegesserie nötig.
Das Schiedsrichtergespann mit Referee Lukas Heep (Mitte), Valentin Voigt und Isabel de Marco Rau. 
Das Auftreten und die Leistungen des VfB-Teams haben sich seit dem Trainerwechsel durchaus erfreulich entwickelt, die Ergebnisse leider nicht. Auch gegen den Tabellenvierten Mülheim war mehr drin, obwohl mit Lukas Becher und Armando Grau die aktuelle Stammbesetzung im Angriff berufsbedingt ausfiel und neben den zahlreichen Langzeitverletzten auch Tim Leidig gesperrt zuschauen musste. So war Trainer Marco Weller wieder einmal gezwungen, zu improvisieren.
Luis Schneider (Nr.29) war vor der Pause ein echter Aktivposten im VfB-Mittelfeld.
Trotzdem ging die erste Halbzeit an den VfB, der ein klares Plus an Ballbesitz und Torchancen hatte. Der 1:2-Pausenstand war das Ergebnis zweier Blackouts gleich zu Beginn und am Ende der ersten Halbzeit. Dazwischen hatte Tom Pirsljin mit einem Kopfball nach einer Freistoßflanke von Jonas Fuhrmann den zwischenzeitlichen Ausgleich erzielt (Foto unten). Gute Gelegenheiten zu weiteren Treffern boten sich Max Krauß, Felix Arndt und zweimal Til Cordes, dessen Schuss der SG-Keeper mit den Fingerspitzen noch an die Latte lenken konnte.
So fiel das 1:1 nach 38 Minuten. Tom Pirsljin steigt am hächsten und überwindet den zu weit vor seinem Kasten stehenden SG-Torwart.
Das Geschehen der zweiten Halbzeit litt dann unter den im strömenden Regen immer schlechter werdenden Platzverhältnissen, die beiden Teams die Ballkontrolle schwer machte. Zwar hatte der VfB weiterhin mehr Ballbesitz, doch lediglich Til Cordes bot sich eine echte Ausgleichschance, als er nach einem Solo über links den Ball knapp am rechten Pfosten vorbeischlenzte. Ansonsten fehlte es im dezimierten Angriff an Durchschlagskraft. Die Gäste standen tief und setzten ausschließlich auf Konter, ließen aber die drei sich so bietenden Gelegenheiten zur Vorentscheidung aus.
Jonas Fuhrmann (jeweils links im Bild).
Am Ende stand wieder einmal der Frust über eine erneute, höchst unglückliche Pleite. Hinsichtlich ihres Engagements konnte man der Elf auch diesmal keinen Vorwurf machen, allerdings kann es auch nicht nur Pech oder Zufall sein, dass es aus den letzten sieben Spielen bei 11:14 Toren nur einen Sieg gab. Immerhin zeigt die Vorsaison, dass auch große Punktabstände in der Rückrunde ebenso aufholzuholen wie zu verlieren sind.
Mustafa Tuysuz rückte wegen der Ausfälle ins Sturmzentrum.
Das Fazit von Marco Weller: „Wir haben uns heute selbst geschlagen. In der ersten Halbzeit waren wir auf dem richtigen Weg. Wir hatten die besseren Chancen und waren klar die bessere Mannschaft. Der Gegner hat nur Langholz gespielt und ist trotzdem mit einer Führung in die Kabine gegangen, weil wir die Gegentore viel zu einfach fangen. Das hat ja nichts damit zu tun, dass wir in diesen Situationen vor dem eigenen Tor nicht die Überzahl hätten. Seitdem ich hier bin, haben wir 80% der Gegentore durch solche Fehler wie heute kassiert. Das ist definitiv unbefriedigend.“
Til Cordes (Nr.7) hatte drei gute Chancen, bevor er sich in der 89.Minute einen Platzverweis einhandelte.
„Wir lassen in solchen entscheidenden Situationen die Konsequenz vermissen und gehen nicht so in die Zweikämpfe, wie es notwendig ist. In manchen Szenen fehlt einfach auch noch die Cleverness. Mit dem Regen wurde der Platz nicht besser, und dann wurde es in der zweiten Halbzeit immer schwieriger, Fußball zu spielen. Man darf aber auch unsere Ausfälle heute nicht vergessen. Wir haben in der Winterpause noch einiges abzuarbeiten und an ein paar Stellschrauben zu drehen.“
Maxim Gorohov (links) wird in dieser Szene nicht ganz regelkonform gestoppt.
Die VfB-Aufstellung gegen Mülheim: Lukas Litschel, Max Krauß, Philipp Weber, Tom Pirsljin, Tom Zehler, Maxim Gorohov, Jonas Fuhrmann (79. Branco Petrovic), Felix Arndt (85. Jannik Eitelberger), Luis Schneider, Til Cordes, Mustafa Tuysuz - Rote Karte: (89.) Til Cordes wegen Beleidigung eines Gegenspielers - Tore: 0:1 Martin Jacobs (4.), 1:1 Tom Pirsljin (38.), 1:2 Yannic Niclas Semmler (44.) - Schiedsrichter: Lukas Heep (Neuwied). Zuschauer: 195.
