Wolfgang Pudlich ist tot

Wir mussten die mehr als traurige Nachricht vernehmen, dass unser ehemaliges Vorstandsmitglied Wolfgang Pudlich nach langer Krankheit am 29.Dezember 2023 verstorben ist. Der inzwischen 71-Jährige war ab 1989 bis 1994 Hauptsponsor und Leiter der VfB-Fußballabteilung. Er stand in beiden Rollen für vorbildlichen Einsatz und bemerkenswerte sportliche Erfolge, aber letztlich auch einen existenzbedrohenden wirtschaftlichen Kollaps des Vereins.

Erinnerung an gute Zeiten: Wolfgang Pudlich mit Armin Bohn nach dem Oberliga-Aufstieg der 1.Mannschaft im Mai 1991.

Schon über Jahrzehnte hatte Wolfgang den VfB ins Herz geschlossen und war regelmäßiger Besucher im Stadion wie auch bei den Auswärtsspielen. Als Inhaber eines Klimatechnik-Unternehmens sah er dann die Chance, auch als Sponsor für einen Aufschwung zu sorgen – und der trat schnell ein. Die 1.Mannschaft kehrte als Rheinlandmeister in die Oberliga zurück und wurde dort ein Spitzenteam, die 2.Mannschaft errang Meisterehren in der Bezirksliga.

Unter den Fans (wie hier bei einem Spiel in Koblenz 1988) fühlte sich Wolfgang am wohlsten.

Dass er schließlich das Mass verlor, sich mit seinen Ambitionen komplett verhob, sich wohl auch ausnutzen ließ und am Ende Einnahmen und Ausgaben kein vertretbares Verhältnis mehr hatten, schmälert nicht den Respekt für das ehrliche persönliche Engagement, das über die finanzielle Seite weit hinausging. In den Vordergrund spielte sich Wolfgang nie. Pressetermine (Foto unten) waren ihm ein Gräuel, und wenn ein Kassenhäuschen zu besetzen, Plakate zu kleben oder Bier zu holen war, tat er viel lieber das.

Ein seltenes Bild: Wolfgang Pudlich am Mikrofon

Zuletzt aber blieb alleine der hinterlassene Scherbenhaufen in Erinnerung und die Häme war groß. Das galt auch für die, die finanzielle Vorteile genossen, sich im Glanz der von ihm bezahlten Siege gesonnt und die kaufmännische Seite nie hinterfragt hatten. Das ist umso bedauerlicher, weil Wolfgang ein ausgesprochen lieber und vor allem gutmütiger Mensch war. In späteren Jahren, bereits an den Rollstuhl gefesselt, kam er weiterhin zu den Spielen ins Stadion, bis auch das nicht mehr möglich war. „Gut gemacht“ wird ihm angesichts des bösen Ausgangs niemand im VfB bescheinigen können, das Urteil „Gut gemeint“ aber auch kaum jemand bestreiten.

Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Margit und seiner Familie. Mach‘s gut, Wolfgang !

Genau so sollten wir ihn in Erinnerung behalten: Freibier für die Fans bei der Mannschaftsvorstellung im Juli 1992.

Die Trauerfeier im Bestattungshaus Heer und die Urnenbeisetzung auf dem Katholischen Friedhof Wissen finden am Samstag, dem 27.Januar 2024 ab 10:30 Uhr statt.