Sprint mäßig, Wurf gut: KM in Herdorf

Unerwarteter Andrang beim spätsommerlichen Sportfest in Herdorf: Nach rückläufigen Teilnehmerzahlen in den letzten Jahren herrschte auf der als offene Kreismeisterschaft ausgeschriebenen Veranstaltung reges Treiben. Es gab einige gute Leistungen zu bestaunen, aber man konnte den Athleten den Urlaub und die fehlenden Aktivitäten der letzten Wochen schon anmerken.

Tiefenentspannt vor der Premiere: Detlef Lemke beim 100 Meter-Start

150 Athleten aus 23 Vereinen hatten sich im Ludwig-Wolker-Stadion bei bestem Wetter eingefunden, dreißig mehr als 2013. Für den Veranstalter keine ganz einfache Angelegenheit, denn angesichts der schwachen Besucherzahlen der letzten Jahre war das Disziplinsortiment etwas aufgerüstet und somit die Wettbewerbstaktung enger gestaltet worden. Das rächte sich: Bereits nach recht kurzer Zeit lag man eine halbe Stunde zurück; es gelang aber im weiteren Verlauf, das Defizit in diesem Rahmen zu halten.

Begonnen wurde mit dem 100 Meter-Lauf der Junioren, Hauptklasse und Senioren, dem Kugelstoß der Jugendlichen und dem Weitsprung der Jüngsten (U14 und U12). Es folgten in kurzen Abständen für die Hauptklasse Weitsprung, Hochsprung, Speerwurf, Kugelstoß, 200m und 1000m (Männer) bzw. 800m (Frauen). Ein ähnliches Angebot gab es für die Jugendklassen, und bei den Kindern der Jahrgänge 2004 und 2003 standen neben dem Weitsprung der 50m-Sprint und der Hochsprung auf dem Plan.

Detlef Lemke, spätberufener Allrounder, hatte sich in den beiden letzten Jahren bereits erfolgreich im Weitsprung versucht (und dabei sogar Platz 1 der LVR-Bestenliste belegt). Heute trat er zum ersten Mal über 100 Meter und im Speerwurf an und konnte sich gegen die kleine Seniorenkonkurrenz behaupten. Auch im Weitsprung war er wieder dabei und landete jenseits der 5 Meter-Marke.

Bei den Jugendlichen glänzte Oliver Weber (U18) im Dreisprung mit 11,15m und mit der 5 kg-Kugel, die erstmals weiter als zehn Meter flog. In der männlichen U16 bildet sich eine kleine homogene Schülergruppe aus, die sich auch in ihren Leistungen stetig weiter entwickelt. Allen voran Julian Umbach, der in Sprint und Wurfdisziplinen deutlich zulegen konnte. Über 100 Meter kam er auf 13,28s, im Speerwurf auf 28,76m und im Kugelstoß auf 9,71m. Aber auch Laurenz Uhlemann verbesserte sich im Speerwurf (30,37m), Valentin Frank zeigte Disziplinvielfalt (100m, Speer, Weit) und Nico Kalz ersprintete über 100m (13,57) und 300m (45,16) ebenfalls neue Bestzeiten. Zu der Gruppe zählt noch Linus Zander, dessen Schwerpunkt die Mittelstrecke ist und der über 800 Meter in dieser Saison bereits gute Leistungen gezeigt hat. Über die 1000m-Strecke blieb er diesmal aber unter seinen Möglichkeiten. Bei den Mädchen war nach langer Wettkampfpause Hannah Dietershagen wieder dabei. Sie konnte sich ebenfalls im Kugelstoß und Speerwurf verbessern, hatte aber nach ausgiebiger Urlaubssonne in Sprint und Weitsprung noch ziemlich schwere Beine.

Ähnlich erging es unseren U14-Mädchen. Im Sprint kamen sie allesamt nicht annähernd an ihre Bestzeiten heran, und beim Weitsprung gelang es nur Katharina Weller, mit 4,49 Metern ein kleines Zeichen zu setzen. Wie ausgewechselt wirkten sie im Hochsprung: Katharina Weller und Lea Lemke egalisierten mit 1,36 bzw. 1,44m, letztere scheiterte sehr knapp an 1,48m; Nele Schneider (1,44), Celina Harzer (1,40) und Sarina Lautner (1,36) kamen auf neue Bestwerte. Auch in Wurf und Stoß fanden sie zu alter Stärke: Nele rückte beim Kugelstoß Sarina dicht auf die Pelle, es trennten sie bei 9,60m und 9,64m gerade mal vier Zentimeter, Lea verbesserte sich deutlich und kam mit der 3 kg-Kugel erstmals über acht Meter. Der Speerwurf wurde in der U14 nicht angeboten, sodass Franziska Arndt und Lea kurzerhand hochstarteten und den 500g-Speer benutzten. Beiden gelangen persönliche Verbesserungen: Franzi gewann mit 28,23m knapp vor Lea mit 28,07m.

Auch eine kleine Abordnung der allerjüngsten Sportler hatte der VfB nach Herdorf gesandt. Für die Athleten der Altersklasse U12 ist das Wettkampfangebot mittlerweile ziemlich dünn gesät. Niklas Umbach (M11) gewann wie in den letzten Jahren in seiner Altersklasse alle Wettbewerbe souverän und erzielte durchweg persönliche Bestwerte, besonders im Hochsprung wusste er mit 1,20m zu gefallen. Hannah Huhn sprang sogar über 1,28m, verbesserte sich dabei um mehr als 10 Zentimeter und setzte sich damit deutlich vor ihre Dauerkonkurrentin Julia Stinner von der DJK Herdorf, die jedoch in Weitsprung und 50 Meter die Nase knapp vorn hatte. Weitere Kreismeistertitel holten Julius Kölbach (Hoch und Weit) sowie Lilli Zander (Weit).

Die mit großen Vorschusslorbeeren bedachten Sprinter der LG Rhein-Wied und des CLV Siegerland liefen zwar gute Zeiten, kamen aber ebenfalls nicht an ihre persönlichen Bestmarken heran. Über 100 Meter gewannen Pascal Kirstges mit 11,00s und Jessica Roos mit 12,41s (beide LG Rhein-Wied). Im Weitsprung siegten Laura Großhaus vom CLV Siegerland (5,21m) und wiederum Pascal Kirstges (6,87m). Der Sprinter Niklas von Weschpfennig (Betzdorfer TV) gewann bei seiner Premiere den 1000 Meter-Lauf in ausgezeichneten 2:48,74 min.