Der VfB verschenkt zwei Punkte beim 1:1-Remis gegen Neuling SG Westerburg

Als zum letzten Mal eine Partie der 1.Mannschaft im Dr.Grosse-Siegstadion so einseitig verlief wie das Rheinlandliga-Heimspiel gegen die SG Westerburg, hatte der VfB im Frühjahr 2014 am Ende mit 10:1 gegen den TuS Honigsessen gewonnen. Das gleiche Ergebnis hätte auch diesmal den Spielanteilen und Chancen entsprochen, doch schließlich mussten sich am Mittwochabend alle im VfB-Lager ungläubig fragen, wie nach diesen 90 Minuten ein 1:1-Remis möglich war.

Die beiden Teams vor dem Spiel.

Schon nach drei Minuten traf Luca Kirschbaum auf Flanke von Felix Arndt per Kopf das Lattenkreuz, und auch danach dauerte es selten länger als einige Minuten, ehe wieder ein Wissener frei vor dem Gästekeeper stand, den Ball aber nicht im Tor unterbrachte. Die SG-Defensive taumelte von einer Verlegenheit in die nächste, fiel aber nicht. Noch vor der Pause hatte Luca zwei weitere Male den Pfosten getroffen, wobei einer seiner Schüsse von einem Verteidiger mit der Hand an den Innenpfosten gelenkt wurde und dann entlang der Torlinie in die Arme des Keepers rollte.

Drei Mal Pfosten oder Latte in einer Halbzeit: Luca Kirschbaum.

Genauer sah Schiedsrichter Depken in der 30.Minute auf der anderen Seite hin, als Max Krauß den aufspringenden Ball an der Strafraumgrenze mit der Hand berührte. Den fälligen Elfmeter parierte VfB-Torwart Lukas Litschel, doch der Linienrichter hatte ein zu frühes Verlassen der Torlinie gesehen und ließ den Strafstoß wiederholen. Die Videoaufzeichnung dieser Szene zeigte, wie falsch er mit dieser Entscheidung lag. Den defensiv bis destruktiv agierenden Westerburgen war es egal, sie verwandelten das Geschenk und gingen damit ohne eine einzige Torchance in Führung. Luca Kirschbaum konnte immerhin noch vor der Pause auf Vorlage von Til Cordes zum 1:1 (43.) ausgleichen.

Diese Flanke von Felix Arndt setzte der einrückende Luca Kirschbaum (im Hintergrund) ans Lattenkreuz.

Dass die robusten Gäste dann vor dem Seitenwechsel wegen wiederholten Foulspiels noch eine gelb-rote Karte kassierten, ließ für die zweite Halbzeit kaum Änderungen des Spielverlaufs erwarten. So kam es dann vor gut 200 Zuschauern auch: Zum Teil grob fahrlässig vergebene Wissener Top-Gelegenheiten im Minutentakt, viel Kampf, viele Befreiungsschläge und ausgedehntes Zeitspiel der Gäste. Der VfB zog ein sehenswertes Powerplay auf, brachte sich aber mit einer desaströsen Chancenverwertung um den verdienten Lohn. Und dann war in der Nachspielzeit wieder viel Pech im Spiel, als Max Krauß mit seinem Schuß aus 25 Metern den linken Innenpfosten traf.

Max Krauß (Nr.2) und Paul Christian.

Fazit: Hat Westerburg in jedem der kommenden Spiele ähnliches Glück, ist der Aufsteiger ein heißer Kandidat auf die Meisterschaft. Schade, dass der wie immer ruhig und souverän leitende  Schiedsrichter Robert Depken in einer entscheidenden Szene von seinem Assistenten im Stich gelassen wurde. Der VfB verschenkte aber unabhängig von dieser umstrittenen Szene leichtfertig zwei Punkte und muss nun versuchen, am Sonntag in Linz die verlorenen Zähler zurückzuholen.

Felix Arndt.

Das Resümee von Trainer Dirk Spornhauer: „Das Spiel war kurios und verrückt, und das Ergebnis tut natürlich sehr weh. Wir hatten viermal Pfosten oder Latte, und die Westerburger schießen ein Tor aus dem Nichts. Dann machen wir den Ausgleich und haben 45 Minuten Zeit, in Überzahl den Sieg einzufahren. Natürlich war es bei dem Boden nicht leicht. Wir haben aber genug richtig gute Chancen gehabt, und davon musst Du dann auch mal einen machen. Ich habe keine Erklärung, warum wir das nicht konnten.“

Das Schiedsrichtergespann mit Referee Robert Depken und seinen Assistenten Noah Netten und Louis Abel.

Die VfB-Aufstellung gegen Westerburg: Lukas Litschel, Max Krauß, Paul Christian, Tom Pirsljin, Tom Zehler (78. Mirkan Kasikci), Philipp Weber, Steven Winzenburg, Felix Arndt, Lukas Becher (78. Tim Leidig), Til Cordes, Luca Kirschbaum. Zuschauer: 210. Schiedsrichter: Robert Depken (Rübenach).