Der VfB Wissen trauert um seinen treuen Freund Rolf Kuhn

Am vergangenen Freitag verstarb nach langer Krankheit im Alter von 70 Jahren unser langjähriger Aktiver Rolf Kuhn. Mit ihm verliert der Verein einen Fußballer, der dem VfB auf und neben dem Platz über Jahrzehnte verbunden war und der sich durch seine ruhige, freundliche Art bei allen, die ihn kannten, denkbar größten Respekt erworben hat.

Bild oben: Auf Mannschaftsfahrt 1966 nach Holland mit der gerade Kreismeister gewordenen A-Jugend des VfB. Rolf Kuhn als Zweiter von rechts.

Dabei zählte er auch gleichzeitig zu den besten Fußballern, die in der nun 115-jährigen Vereinsgeschichte das blau-weiße Trikot unserer Mannschaft trugen. Nicht weniger als 454 Punktspieleinsätze alleine in der ersten Mannschaft weist die Chronik für Rolf Kuhn aus, der damit nach Michael Ferfort und Wolfgang Kohl auf Platz 3 aller Spieler steht, die noch nach 1980 am Ball waren. Zu den größten Erfolgen in den 70ern zählte die Qualifikation für den DFB-Pokal und die Teilnahme an der Deutschen Amateurmeisterschaft als Rheinland-Vizemeister. Rolf war immer gesetzt, während der gesamten Karriere nur für seinen Heimatverein VfB Wissen aktiv und überzeugte auch auf dem Platz nicht durch große Worte, sondern durch Souveränität, spielerische Klasse und vor allem Fairness.

Als der 1949 Geborene im Sommer 1967 aus der VfB-Jugend in die 1.Mannschaft aufrückte, durchlebte das Team nach einem Jahrzehnt voller Erfolge gerade ein kleines Tief und war erstmals seit dem 2.Weltkrieg in die Bezirksliga Ost abgestiegen. Rolf Kuhn schaffte es dann , gleich in seinem ersten Seniorenjahr überlegen Meister zu werden und kehrte mit den Mannschaftskameraden in die Rheinlandliga zurück. Das Foto oben zeigt die Meisterelf im Mai 1968 mit dem 19-jährigen Rolf Kuhn in der zweiten Reihe (2.von rechts). Was für eine Legenden-Elf !

Auch in der Rheinlandliga war Rolf, zumeist in der Abwehr, dem defensiven Mittelfeld und später als Libero eingesetzt, aus der Stammelf nicht wegzudenken. Zwischen 1970 und 1975 schaffte er es, in fünf aufeinanderfolgenden Spielzeiten keine einzige Minute in 152 aufeinanderfolgenden Meisterschaftspielen zu verpassen. Den letzten seiner 454 Einsätze in der “Ersten” hatte er 1983 bei einem Spiel im Koblenzer Stadion Oberwerth. Auch danach blieb Rolf dem VfB treu, rückte zunächst als Beisitzer und ab 1984 als Geschäftsführer in den Vorstand (Foto unten) auf.

Der VfB-Vorstand im 70.Jubiläumsjahr 1984: Hinten von links Friedel Steinhauer (Beisitzer), Egon Schmidt (Abteilungsleiter Alte Herren), Norbert Geis (1.Kassierer und Abteilungsleiter Tischtennis), Rolf Kuhn (ab 1984 Geschäftsführer), Rolf Brückner (Abteilungsleiter Fußball), Wolfgang Knoop (Abteilungsleiter Handball), Holger Becker (Abteilungsleiter Jugendfußball), Jürgen Steinke (Abteilungsleiter Leichtathletik) und Willi Klein (Beisitzer). Vorne sitzend von links Herbert Au (Geschäftsführer), Dr.Aloys Bonnertz (Präsident bis 1984), Horst Schneider (Vizepräsident, ab 1984 Präsident) und Reiner Mewis (Beisitzer, ab 1984 Vizepräsident). Es fehlen Reinhold Schneider (Abteilungsleiter Versehrtensportgruppe), Manfred Weller (2.Kassierer) und Gerd Rolland (Leiter der VfB-Fördergemeinschaft).

Natürlich war neben dem Ehrenamt auch der Fußballplatz weiterhin ein Betätigungsfeld. Zunächst konnte sich die zweite Mannschaft bei Bedarf über die prominente Verstärkung freuen, noch mit 44 Jahren kam Rolf zu einem Reserve-Einsatz in der Bezirksliga. Dann waren die Alten Herren seine sportliche Heimat, ehe seine Erkrankung der langen Fußballer-Karriere im sechsten Lebensjahrzehnt nach der Jahrtausendwende ein Ende bereitete. Das Bild oben zeigt die Alten Herren im Jahr 1995, Rolf Kuhn steht in der zweiten Reihe als Vierter von links. Das Bild unten enstand beim 50.Jubiläum der Alten Herren 2004.

Nun ist Rolf von uns gegangen und wir sprechen seinen Angehörigen unser tiefempfundenes Mitgefühl aus. Er begleitet uns weiter auf vielen Fotos aus seiner aktiven Zeit und in den angenehmen Erinnerungen, die alle alten Weggefährten bewahren werden. Jeder Verein kann stolz darauf sein, wenn er treue Freunde wie Rolf Kuhn in seinen Reihen hat. Wir sind es und sagen: Danke, Rolf.