Auch im Heimspiel gegen die SG Eintracht Mendig endete die schwarze Serie des VfB nicht. Gegen den Neuling gab es auf dem gut bespielbaren Hartplatz im Dr.Grosse-Siegstadion mit einem frustrierenden 0:2 die inzwischen siebte Niederlage in Folge. Während es zuletzt mehrfach hieß „Gut gespielt und verloren“ ließ sich diesmal wenig Positives über den Wissener Auftritt sagen. Durch die erneute Schlappe wuchs der Abstand zum rettenden Ufer der Rheinlandliga auf nun schon acht Punkte.
Das Schiedsrichtergespann mit Referee Jan Ulmer (Mitte), Benjamin Klapper und Franziska Hilger.
Zu allem Überfluss setzte sich auch das in diesem Ausmaß kaum je zuvor erlebte Verletzungspech beim VfB fort. Schon nach 20 Minuten schied der gerade erst nach sieben Monaten zurückgekehrte Hüseyin Samurkas bei seinem erst zweiten Saisoneinsatz nach einem Zweikampf in der gegnerischen Hälfte aus und nahm umgehend den Weg ins Krankenhaus, wo ein Knöchelbruch festgestellt wurde. Gute Besserung, Hüs ! Und auch für Tom Pirsljin war zur Halbzeit verletzungsbedingt Schluss.
Luis Schneider (Nr.29) übernahm bis zur Pause den Platz im Sturmzentrum.
In der ersten Halbzeit sahen die 180 Zuschauer ein verteiltes Spiel auf bescheidenem Niveau, in dem sich die Mendiger mit einem klaren Plus gewonnener Zweikämpfe leichte optische Vorteile erspielten. Die maximal motivierten Gäste bejubelten auf und neben dem Platz jede erfolgreiche Grätsche und jeden Befreiungsschlag wie die Meisterschaft, kamen aber zunächst mit ihren durch lange und hohe Bälle auf die schnellen Spitzen eingeleiteten Angriffen kaum zu Chancen.
Marius Wagner (jeweils rechts im Bild).
Die beste Chance zur Wissener Führung vergab Philipp Weber, der nach einem schönen Angriff über rechts am Elfmeterpunkt freigespielt wurde, mit seinem Schuss aber an Gästekeeper Rohr scheiterte. Kurz darauf landete eine Schneider-Bogenlampe aus 20 Metern auf der Latte des Mendiger Tores. Mit einem Doppelschlag nach 34 und 37 Minuten stellten die Gäste dann die Weichen auf Sieg. Zunächst setzte Niklas Heinemann einen direkten Freistoß aus rund 20 Metern zum 0:1 in den rechten Winkel des Wissener Tores (siehe Foto unten).
So schlug der Ball zum 0:1 ein. Lukas Litschel streckt sich vergeblich.
Kurios fiel das 0:2 nur drei Minuten später. Ein eher verunglückter Volleyschuss aus 25 Metern und mit Flugbahn in den Herbsthimmel landete zur Überraschung von Torwart Lukas Litschel am Lattenkreuz und sprang nach vorne ab. SG-Stürmer Tim Montermann reagierte am schnellsten (und auch als Einziger) und staubte den Abpraller aus fünf Metern und abseitsverdächtiger Position mühelos ins rechte Eck ab. Damit war zur Pause fast schon die Vorentscheidung gefallen.
Til Cordes auf dem Weg nach vorn.
Nach dem Wechsel zogen sich die Mendiger zurück und lauerten auf Konter, während der VfB nun zumindest in Sachen Ballbesitz klar die Nase vorn hatte. Echte Torgelegenheiten sprangen aus der optischen Überlegenheit aber bis in die Schlussphase nicht heraus, weil die robuste SG-Abwehr weiterhin die Mehrheit der Zweikämpfe und praktisch alle Kopfballduelle gewann und ansonsten ausgesprochen clever Zeit von der Uhr nahm.
Nachdem Hüseyin Samurkas schon früh ausschied, musste auch Tom Pirljin (am Ball) zur Pause wegen einer Verletzung passen.
Erst in den letzten zehn Minuten der Partie gab es dann noch echte Wissener Chancen, bei denen der Anschlußtreffer mehrfach in der Luft lag. Lukas Becher verfehlte aus aussichtsreicher Position deutlich (81.), den Schuss von Til Cordes fischte Mendigs Keeper mit den Fingerspitzen aus dem Winkel (85.). Und passend zum Spiel verschoss kurz vor dem Ende der regulären Spielzeit dann noch Philipp Weber einen Foulelfmeter. Somit war die letzte Hoffnung auf eine turbulente Nachspielzeit vergeben.
Die Mendiger versuchten es immer wieder mit langen Bällen auf die schnellen Angreifer Brice Marc Braquin Mitel (Nr.11) und Dama Kanoute (Nr.14).
Das Fazit von Trainer Marco Weller: „Wir waren heute in allen Bereichen schlichtweg nicht gut genug. Wir mussten schon früh zweimal verletzungsbedingt wechseln, aber daran lag es nicht. Mit einer solchen Leistung kann man nicht zufrieden sein, es hat an so vielen Stellen gefehlt. Wir haben die Basisdinge nicht auf den Platz bekommen, da könnte man zwanzig Punkte aufzählen. Am Gegner lag das mit Sicherheit nicht. Ich habe kaum einen vernünftigen Zweikampf gesehen, das war alles halbgar, und genau da war uns Mendig einfach voraus. Wir waren fast immer einen Schritt zu spät.“
Bei den zahlreichen Wissener Ecken und Freistoßflanken kamen die VfB-Akteure nur selten zum Zug, auch wenn in dieser Szene Tom Pirsljin am höchsten steigt.
„Wir hatten vor allem in der zweiten Halbzeit viel Ballbesitz und es waren dann auch ein paar vernünftige Stafetten dabei, haben uns aber oft totgespielt. Das war zu viel klein-klein, wir sind nicht in die Räume gekommen und haben die Breite und Tiefe auf dem großen Hartplatz viel zu selten genutzt. Der Ball ist zu oft genau da gelandet, wo der Gegner ohnehin schon dicht stand. Wir haben viel zu tun, es liegt eine Menge Arbeit vor uns. 60 Punkte sind immerhin noch zu vergeben.“
Luis Schneider und Felix Arndt im Duell mit Mendigs Michael Koch.
Die VfB-Aufstellung gegen die SG Mendig: Lukas Litschel, Marius Wagner, Tom Zehler (46.Paul Christian), Jonas Fuhrmann, Tom Pirsljin (46. Max Krauß), Philipp Weber, Hüseyin Samurkas (21. Lukas Becher), Felix Arndt, Maxim Gorohov, Til Cordes, Louis Schneider (46. Mustafa Tuysuz). Schiedsrichter: Jan Ulmer (Schuld). Zuschauer: 180. Tore: 0:1 Niklas Heinemann (33.), 0:2 Tim Montermann (37.).
Das Programm der kommenden Wochen bis zur Winterpause: