Emre Bayram: “Das wird eine richtig spannende Saison !”

Emre Bayram kam 2018 als 21-Jähriger zum VfB und war seither bis in die vergangene Saison hinein Leistungsträger im Rheinlandliga-Team. Seit vergangenem Sommer ist er als Spielertrainer für die 2.Mannschaft verantwortlich. Und Erfolgreicher als Emre kann man kaum in seine Trainerkarriere starten. Gemeinsam mit Mario Weitershagen hat er seinen Kader begeistert und für den VfB Wissen eine bemerkenswerte Saison ins Ziel gebracht. Schon zur Winterpause konnte er konstatieren: „Wir haben alle Erwartungen übertroffen“. Und auch im Rest der Spielzeit blieb das Fazit gleich. Hier unternimmt er einen Rückblick und einen Ausblick auf die neue Runde, die am Sonntag mit einem 1:1-Unentschieden gegen Alpenrod begann (siehe Spielbericht).

Lass uns auf die vergangene Saison zurückblicken? 

Das war eine wirklich hervorragende Rückrunde, die wir gespielt haben. Wir waren punktgleich mit dem Tabellenzweiten und durften sogar ein Entscheidungsspiel absolvieren. Zusätzlich konnten wir den Kreispokal gewinnen – ein absolutes Highlight! Besonders stolz bin ich auf den Teamzusammenhalt und unsere Mentalität. Das war in vielen 50:50-Situationen der entscheidende Unterschied. Man hat gespürt, dass jeder für den anderen alles gibt. Genau diese Gemeinschaft hat uns in engen Spielen den entscheidenden Vorteil verschafft.

Was hat sich aus deiner Sicht im Team entwickelt?

Wir sind definitiv als Mannschaft gewachsen – spielerisch, aber auch menschlich. Die Harmonie innerhalb des Teams ist nochmal enger geworden. Unser Defensivverhalten war bereits sehr stabil, darauf konnten wir aufbauen. Offensiv sind wir noch nicht da, wo wir hinwollen, aber auch da entwickeln wir uns weiter. Der Spielaufbau war immer ein Schwerpunkt im Training und da sieht man jetzt, dass unsere Ideen über außen oder durchs Zentrum immer klarer werden. Wichtig ist, dass die Jungs zuhören und die Forderungen umsetzen.

Der Aufstieg hat knapp nicht geklappt. Wie geht ihr damit um?

Klar ist das schade, aber für uns war die Relegation ein Bonus. Der Aufstieg war nicht das erklärte Ziel zu Saisonbeginn. Natürlich hätten wir ihn mitgenommen, wenn es geklappt hätte. Aber am Ende hat man gegen Windhagen gesehen, dass einfach Kleinigkeiten noch fehlen. Für den Aufstieg brauchen wir noch mehr. Allerdings schmälert das unsere Leistung nicht. Wir haben gezeigt, dass wir uns in der A-Klasse etablieren konnten.

Wie sieht es aktuell personell bei euch aus? Wie lief die Vorbereitung ?

Leider haben wir einige Abgänge zu verkraften. Das wiegt schwer, weil es Spieler waren, die menschlich und auch sportlich sehr wichtig für uns waren. Es waren Jungs, die im Training und in den Spielen immer voll da waren. Die fehlen jetzt, ganz klar. Auf der anderen Seite konnten wir drei Neuzugänge begrüßen, die gut ins Team passen. Sie konnten sich schnell integrieren und ich bin zuversichtlich, dass wir auch dieses Jahr wieder eine funktionierende Einheit auf den Platz bringen.

Wie hat sich die extrem kurze Sommerpause ausgewirkt ?

Die war mit 25 Tagen wirklich relativ kurz, weil wir durch die Relegation unsere Saison erst im Juni endete. Daher ist es völlig verständlich, dass einige während der Vorbereitung noch im Urlaub oder familiär verhindert waren. Das akzeptieren wir und planen entsprechend, zumal in den zwei Wochen vor Saisonstart die Trainingsbeteiligung top war. Zusätzlich hatten wir zwei, drei Verletzte. Das sind Ausfälle, die wir aktuell auch spüren. Dennoch gibt jeder, der anwesend ist immer Vollgas. Wir haben uns im Conze-Cup ordentlich verkauft, vor allem gegen Westerburg und Betzdorf. Natürlich hat man da die Qualitätsunterschiede gesehen, aber genau das ist auch wichtig für unsere Entwicklung. In solchen Spielen lernen wir viel über unsere Defizite und auch Stärken. Defensiv sehe ich uns gut aufgestellt, offensiv müssen wir klar effizienter werden. Wir erspielen uns Chancen, aber müssen daraus einfach mehr Tore machen. Das ist eines der Hauptziele für die neue Saison.

Wie schätzt du die Liga in der kommenden Spielzeit ein und wann nimmst du dir für den Saisonstart vor?

Die Liga ist enorm attraktiv. Viele Derbys, viele enge Spiele. Das wird eine richtig spannende Saison. Ich will den Jungs gar keinen übermäßigen Druck machen, wir müssen nicht unbedingt wieder ganz oben stehen oder in die Relegation. Aber wir wollen Woche für Woche eine gute Leistung zeigen und uns gut positionieren. Wir haben die Messlatte mit der letzten Saison natürlich hoch gelegt, aber wir wissen auch, wie schwer das zu wiederholen ist. Dennoch bin ich optimistisch, dass wir wieder eine vernünftige Rolle in der Liga spielen werden. Für den Saisonstart will ich vorbereitet sein und vor allem zum ersten Spiel gegen Alpenrod voll da sein. Das Ziel ist, direkt in einen Rhythmus zu kommen, möglichst viele Jungs an Bord zu haben und gleich Punkte mitzunehmen. Und das Ganze mit demselben Teamgeist wie letzte Saison. Das ist für mich der wichtigste Faktor. Wenn wir das wieder auf den Platz bringen, wird es schwer, uns zu schlagen.