Pokalschlacht ohne Happy End – VfB 1:3 nach 120 Minuten gegen Linz

Auch im Rheinlandpokal ging der VfB Wissen gegen den VfB Linz nach 120 umkämpften und teilweise sehr hitzigen Minuten als Verlierer vom Platz, enttäuschte aber nicht. Trotz acht fehlender Stammkräfte konnte die erstmals von Emre Bayram trainierte Elf überzeugen, obwohl sie noch nie zuvor in dieser Aufstellung zusammengespielt hatte. Am Ende fehlte vor allem das in dieser Saison wirklich nicht reichlich bescherte Glück, um sich für das Achtelfinale zu qualifizieren. Erneut war die VfB-Elf von einigen umstrittenen und heftig diskutierten Schiedsrichter-Entscheidungen betroffen, die für den Ausgang des Spiels nicht unerheblich waren. Trotz der Häufung dieser Szenen in den vergangenen Wochen sollte man sich aber hüten, darin eine Tendenz zu sehen oder sich gar zu Verschwörungstheorien zu versteigen. Die Referees entscheiden auf Basis ihrer Wahrnehmung. Falls sich diese Dinge den Gesetzen der Statistik folgend  im Saisonverlauf ausgleichen, hat man nun immerhin ausreichend Karma-Guthaben aufgebaut.  Beide Tore im Spiel gegen Linz fielen ganz am Ende der regulären Spielzeit. Zu Beginn der Verlängerung hatte dann Jonas Fuhrmann wie schon beim Stand von 0:0 in der 89.Minute die große Chance zur Führung, traf mit seinem Fernschuss aber nur die Latte. Erst in Unterzahl geriet der VfB Wissen durch einen Sonntagsschuß aus über 20 Metern in Rückstand, das dritte Gegentor war schließlich das Ergebnis der zwangsläufig weit aufgerückten Abwehr. Trotz des enttäuschenden Ausgangs hatte sich die blutjunge Mannschaft allen Respekt für ihren beherzten Auftritt verdient. Beim Abpfiff war Til Cordes mit seinen 23 Jahren der älteste Wissener Spieler auf dem Platz, die U20-Fraktion war gleich fünf Mal vertreten.  Trainer Emre Bayram (im Foto oben mit Wolfgang Leidig und Dr.Peter Janka) zum Spiel: „Ich habe heute eine ganz klare Leistungssteigerung gegenüber den letzten Wochen gesehen, darauf können wir aufbauen. Man muss die Mannschaft ausdrücklich loben. Wir haben heute mit Jonas Fuhrmann im Sturm etwas Neues probiert, und das hat funktioniert. Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie flexibel agieren kann. Wir haben heute Mentalität gezeigt, hohen Aufwand betrieben und sind nach dem späten 0:1 noch einmal zurückgekommen.“Steven Winzenburgs Knieverletzung hat sich leider als so schwerwiegend herausgestellt, dass er erst 2026 wieder auf den Platz zurückkehren kann.

„Es war heute sehr hitzig, aber das gehört auch dazu. Die Gelb-Rote Karte war aus meiner Sicht eine totale Fehlentscheidung, weil der Schiri zwei Spieler verwechselt hat. Danach waren wir in der Verlängerung, in der nach dem hohen läuferischen Einsatz die Kräfte sowieso nachlassen, nur noch mit zehn Mann. Deshalb war diese Situation der entscheidende Punkt für den Spielausgang. Auch über einige andere Entscheidungen des Schiedsrichters kann man diskutieren.“Marius Wagner (Archivbild -c- Manfred Böhmer).

„Wir schauen aber jetzt nach vorn und bereiten uns auf das Spiel am Wochenende vor, um in Andernach erfolgreich zu sein. Leider haben wir jetzt mit Micha Fuchs vermutlich den nächsten Ausfall. Wir müssen versuchen, auch in stressigen Phasen einmal längere Ballbesitz-Phasen zu bekommen und den Gegner laufen zu lassen. Aber insgesamt war das heute eine gute Leistung der Jungs und deshalb ermutigend.“Mustafa Tuysuz (rechts).

Die Aufstellung:  Tylor Knopp, Tom Zehler (84. Marius Wagner), Paul Christian, Philipp Weber, Luis Schneider (63. Branco Petrovic), Micha Fuchs (111. Jannik Eitelberger), Til Cordes, Tim Leidig (67. Julian Happ), Jonas Fuhrmann (94. Leon Kussatz). Schiedsrichter: Jan Schmidt (Koblenz). Tore: 0:1 Oliver Kubatta (90.), 1:1 Micha Salomo Fuchs (90.+5), 1:2 Florian Mamuti (109.), 1:3 Marlon Owczarzak (115.) Besonderes Vorkommnis: Gelb-Rot Karte gegen Philipp Bernd Weber (104.).

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