VfB Wissen gegen TuS Koblenz: Ein Duell mit ganz langer Tradition

Am Mittwochabend kommt es im Dr.Grosse-Siegstadion (wieder einmal) zu einem Pokalspiel zwischen dem VfB Wissen und der TuS Koblenz. Mit kaum einem anderen Gegner kreuzte unsere Mannschaft so oft in den Finalrunden des Rheinlandpokals die Klingen. Und auch in der Meisterschaft weist die Chronik immerhin 26 Begegnungen beider Vereine aus. Grund genug also, sich auf eine kleine Zeitreise zu begeben und auf einige der Duelle und viele Namen zurückzublicken:Den Auftakt machten einige Freundschaftsspiele in den 50er Jahren, eines davon am 2.Weihnachtstag (!) 1957. Das Foto oben links zeigt einen Zweikampf aus diesem Spiel zwischen Norbert Groß und dem Koblenzer Franz Joseph Klein (am Ball). Es folgten zwei von der TuS jeweils nach Verlängerung gewonnene Pokalspiele, ehe sich die Wege für über 10 Jahre trennten. Dann verpassten die Koblenzer die Qualifikation für die neugeschaffene 2.Bundesliga und gingen ab 1974/75 in der Rheinlandliga an den Start, die damals die dritthöchste Spielklasse war. In dieser Saison gab es ein Unentschieden im Dr.Grosse-Siegstadion: John Agu und Günter Funke, die Torschützen im November 1974, waren zwei von erstaunlich vielen Spielern, die im Laufe ihrer Karriere für beide Clubs aufliefen. Das galt auch für Emil Sojka, den das Bild oben zeigt. Später gingen u.a. Andreas Nick, Albert Hilger, Oliver Ackermann oder Scott Burnside den Weg vom Rhein an die Sieg oder umgekehrt. Den gemeinsamen Rheinlandliga-Jahren zwischen 1974 und 1978 folgten nach einem kurzen Intermezzo der Koblenzer in der Oberliga ab 1981 etliche weitere Aufeinandertreffen des VfB mit dem inzwischen von TuS Neuendorf in TuS Koblenz umbenannten Verein, so zum Beispiel im Rheinlandpokal-Viertelfinale 1982: Im April 1986 machte sich die TuS mit ihrem Trainer Otto Jaworski dann Hoffnungen auf die Rückkehr in die Oberliga, wurde aber durch die 0:1-Niederlage in Wissen gestoppt. An diese Partie werden sich viele noch erinnern, weil der unmittelbar zuvor eingewechselte Michael Stendenbach in der allerletzten Spielminute das denkwürdigste Tor seiner langen VfB-Karriere erzielte:

Auf dem Foto von damals freuen sich Holger Drees, Trainer Paul Alhäuser, Volkmar Wollny und Günter Krah mit dem Siegtorschützen. In den folgenden Jahren kamen die Koblenzer der Meisterschaft nicht mehr entscheidend näher. Die gelang 1988 dem VfB Wissen, und ein entscheidender Schritt auf dem Weg in die Oberliga war ein Sieg im Stadion Oberwerth im November 1987:Die zahlreich an den Rhein mitgereisten VfB-Fans bejubeln den 3:1-Erfolg gegen die seinerzeit von Gerrie Schooneville trainerte TuS. Auch bei der Meisterfeier waren die Koblenzer dabei, wenn auch nur als Gegner am letzten Spieltag:Drei Jahre später war mal wieder Pokal angesagt, erneut im Viertelfinale, aber diesmal in Koblenz. Die VfB-Elf ging letztmals als Favorit in ein Spiel gegen die TuS, tat sich drei Tage nach der gegen Leiwen gewonnenen Rheinland-Meisterschaft und den damit verbundenen Feierlichkeiten trotz erlesener Besetzung aber ausgesprochen schwer und siegte im Mai 1991 erst nach Elfmeterschießen:

Die dürftige Kulisse beim Viertelfinale (Foto oben) zeigt es: Die Jahre zwischen 1981 und 1994 zählten nicht zu den strahlenden Highlights der Koblenzer Vereinsgeschichte. Dann aber drehten sich die Kräfteverhältnisse um. Der VfB befand sich nach dem Intermezzo in der Regionalliga auf dem Weg nach unten, die TuS war nach dem 1994 endlich geschafften Oberliga-Aufstieg in Gegenrichtung unterwegs. Im April 1996 traf man sich noch einmal in der Oberliga, bevor sich die Wege trennten:  Die VfB-Elf trotzte den favorisierten Gästen, die damals mit dem SV Elversberg um den Regionalliga-Aufstieg kämpften, ein achtbares 0:0 ab. Urgestein Uwe Schmidt komplettierte in diesem Spieljahr die lange Liste seiner Ligen und war damit in allen Spielklassen von der Kreisliga D bis zur Oberliga Südwest für Blau-Weiß am Ball.   

Die beiden jüngsten Spiele waren dann wieder Pokalduelle der inzwischen durch zwei oder mehr Ligen getrennten Clubs. 2015 scheiterte der VfB im Viertelfinale nur knapp an der Sensation (oben). 2018 ging es dann sogar um den Finaleinzug. Aus der damaligen Aufstellung sind Lukas Becher und Hüseyin Samurkas (im Hintergrund) nach wie vor als Stammkräfte in der Wissener Mannschaft am Ball. Nun steht am Mittwoch um 19:30 Uhr der nächste Vergleich zwischen VfB Wissen und TuS Koblenz an. Wie fast immer wird die Kulisse stattlich sein. Es bleibt zu hoffen, dass die lange Reihe der Spiele zwischen den beiden Tradionsvereinen sich auch in den nächsten Jahren oder Jahrzehnten fortsetzen wird.